El Colombiano
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Jean-Pierre Blanchett zerlegt Huila - UD Bucaramanga feiert ein 4:0-Feuerwerk

Was für ein Abend in Bucaramanga! 52.497 Zuschauer tanzten, sangen und rieben sich verwundert die Augen, als ihre Mannschaft Opita Huila mit 4:0 vom Platz fegte. Und mittendrin: ein Mann, der an diesem Sonntagabend alles traf, was nicht wegrennen konnte - Jean-Pierre Blanchett, der rechte Flügelstürmer mit der Präzision eines Uhrwerks und der Kaltschnäuzigkeit eines Großwildjägers. Drei Tore, ein Lächeln, ein Stadion im Rausch.

Trainer Papa Ancelotti hatte es schon vor dem Spiel geahnt. "Jean-Pierre ist heiß wie ein Toaster", grinste er in die Mikrofone. Und der 24-Jährige bestätigte das bereits in der 21. Minute. Nach einem butterweichen Zuspiel von Fabio Antonio nahm Blanchett Maß und schweißte den Ball unhaltbar ins Eck. 1:0 - und das Publikum stand Kopf.

Fünf Minuten später das Deja-vu: Diesmal kam die Vorlage von Jonas Desarthe, und wieder war Blanchett zur Stelle. Huilas Keeper Fernando Coelho streckte sich vergeblich, der Ball zappelte erneut im Netz. Wer dachte, jetzt würde Bucaramanga einen Gang zurückschalten, irrte gewaltig. In der 31. Minute machte Blanchett seinen Hattrick perfekt, nach feiner Vorarbeit des 19-jährigen Rafael Galindo. Drei Tore in zehn Minuten - und das Stadion bebte wie bei einem Vulkanausbruch. "Ich dachte, er schießt gleich noch den vierten", lachte Ancelotti später. "Also hab ich ihm gesagt, er soll wenigstens bis zur Pause warten."

Huila dagegen wirkte wie ein Schülerteam, das versehentlich gegen Profis antreten musste. Xabi Oliveira versuchte verzweifelt, das Spiel zu ordnen, doch seine Mitspieler verloren Bälle, als wären sie aus Seife. Nur sechs Torschüsse standen am Ende auf dem Zettel der Gäste, während Bucaramanga gleich 23-mal auf den Kasten drosch.

Nach dem 3:0-Pausenstand stellte Huila-Coach (dessen Name in den Protokollen verloren ging) offenbar auf Schadensbegrenzung um. Doch selbst das gelang kaum. In der 49. Minute sah Mattias Larsson Gelb, und als wäre das nicht genug, flog er in der 87. Minute nach Gelb-Rot vom Platz. "Ich hab doch nur gewunken", verteidigte sich der Schwede später mit einem Gesichtsausdruck zwischen Unschuld und Komik.

Derweil rollte Angriff um Angriff auf Coelho zu. Xavier Santos hatte mehr Ballkontakte im Strafraum als Huila im ganzen Mittelfeld, Dimas Mascarenhas dirigierte das Spiel mit der Ruhe eines Schachmeisters. Und dann kam die 86. Minute: Rafael Galindo, 19 Jahre jung, nahm eine Ablage von Manfred Hansen volley - Tor! 4:0! Jubel, Tränen, ekstatische Fans.

Der Youngster stand danach noch mit rotem Kopf vor den Kameras: "Ich hab einfach draufgehalten. Ich glaube, ich hab die Augen zugehabt." Ein Satz, der in Bucaramanga wohl noch lange zitiert wird.

Ancelotti nutzte die komfortable Führung, um in den letzten zehn Minuten den Nachwuchs zu bringen. Julian Galindez durfte für Fabio Antonio ran, Leandro Sousa ersetzte den gelbbelasteten Ruben Martinez, und sogar Ersatztorwart Brent Suy bekam noch ein paar Minuten - zur Begeisterung der Fans, die ihn lautstark feierten.

Huila hingegen erlebte einen Abend zum Vergessen. Nevio Baiao musste nach 84 Minuten verletzt raus, und kurz darauf sah Larsson Rot. Als Ersatzspieler Alex Granados eingewechselt wurde, hatte der Gast längst innerlich abgeschaltet. "Wir wollten eigentlich Fußball spielen, aber Bucaramanga hat uns gar nicht gelassen", murmelte Kapitän Oliveira nach dem Abpfiff.

Statistisch war das Spiel ebenso eindeutig wie das Ergebnis: 56,8 Prozent Ballbesitz für die Hausherren, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe und ein Pressing, das Huila kaum Luft zum Atmen ließ. Bucaramanga spielte offensiv, aggressiv, aber mit Stil - eine Mischung, die Ancelotti wie ein feines Gericht würzte.

Nach dem Spiel scherzte der Trainer: "Ich hab Jean-Pierre gesagt, er darf heute Nacht das Abendessen aussuchen. Hoffentlich nicht wieder Sushi - das letzte Mal war das ein Eigentor."

So blieb ein Abend, der in Bucaramanga noch lange nachhallen wird. Vier Tore, drei Helden, ein Teenager-Traumtor - und das Gefühl, dass in dieser Stadt der Fußball wieder ein Fest ist.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn das so weitergeht, müssen sie das Stadion vergrößern - oder Jean-Pierre klonen."

11.08.643993 05:11
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