Athlitiki Icho
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Ilisiakos trotzt Ballbesitz-Ballett - 2:1 gegen Chaidari FC

Es war einer dieser Abende im Athener Stadtteil Ilisia, an denen man im Stadion den Duft von Gyros und Hoffnung gleichermaßen in der Luft spürte. 22.591 Zuschauer hatten sich zum 34. Spieltag der 1. Liga Griechenlands eingefunden, um zu sehen, ob ihr Ilisiakos den Favoriten Chaidari FC ärgern könnte. Und siehe da - sie konnten. Am Ende stand ein 2:1, das weniger mit Ballbesitz als mit Mut, Nerven und jugendlichem Übermut gewonnen wurde.

"Wir hatten heute keine Angst, wir hatten Jakob", grinste Ilisiakos-Trainer Alex Alex nach dem Spiel. Gemeint war natürlich Jakob Söderberg, der 19-jährige Schwede, der in der 34. Minute das Stadion zum Beben brachte. Nach einer langen Flanke von Abwehrmann Alexios Antoniou - ja, genau der, der fünf Minuten zuvor noch Gelb gesehen hatte - stieg Söderberg in den Athener Nachthimmel, köpfte den Ball über den verdutzten Chaidari-Keeper Liam Masse und riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Akropolis selbst erobert.

Chaidari war zwar feldüberlegen - 57 Prozent Ballbesitz und ganze elf Torschüsse sprechen eine klare Sprache - aber Effizienz war an diesem Abend nicht ihr stärkster Freund. "Wir hätten drei Spiele gewinnen müssen, wenn man sich unsere Chancen anschaut", murmelte Chaidari-Coach Stavros Damanakis nachdenklich in die Mikrofone, während hinter ihm sein Stürmer Odysseas Katsouranis wütend seine Handschuhe in die Tasche stopfte.

Dabei war es ausgerechnet Katsouranis, der in der 61. Minute den Ausgleich erzielte. Nach einem feinen Zuspiel von Minos Kyrastas - ein Pass so sauber, dass man ihn rahmen könnte - stand der Rechtsaußen frei vor Torwart Evan Stanton und schob eiskalt zum 1:1 ein. Chaidari jubelte, Ilisiakos schwieg, und Trainer Alex Alex trat einmal kräftig gegen die Kühlbox. "Ich wollte nur schauen, ob sie stabil steht", sagte er später mit einem schiefen Grinsen.

Doch wer glaubte, Ilisiakos würde nun in die Defensive gehen, der irrte. Nur zwölf Minuten später schoss Jacques Prudhomme, der elegante Mittelfeldstratege mit der Frisur eines französischen Poeten, die Gastgeber wieder in Führung. Nach Vorarbeit des blutjungen Enrico Vitale setzte er den Ball aus 20 Metern präzise ins rechte Eck - ein Treffer, der das Wort "Kunstschuss" neu definierte. "Ich hab einfach nicht nachgedacht", gab Prudhomme später zu. "Vielleicht war das das Beste, was ich tun konnte."

Chaidari drückte danach, brachte Schuss um Schuss, doch entweder fehlte die Präzision oder der junge Torwart Stanton rettete mit Reflexen, die selbst Katzen neidisch gemacht hätten. "Der Junge hat Hände wie Magneten", lobte Innenverteidiger Antoniou, der nach seiner frühen Gelben Karte erstaunlich abgeklärt spielte.

In der 75. Minute wurde es dann kurios: Ilisiakos wechselte gleich doppelt - und irgendwie falsch. Torwart Stanton ging raus, Mittelfeldmann Gudbrand Dahl kam rein. Gleichzeitig verließ Torschütze Prudhomme das Feld, für ihn kam… ein 17-jähriger Ersatztorwart namens Dimitrios Firos. Auf der Trainerbank herrschte für einen Moment Verwirrung. "Ich dachte, der vierte Offizielle hätte sich vertan", sagte ein lachender Zuschauer später. "Aber Alex Alex hat einfach seinen eigenen Plan."

Ein Plan, der aufging. Ilisiakos verteidigte wild entschlossen, manchmal chaotisch, aber immer mit Herz. Chaidari verzweifelte - besonders Savvas Fotopoulos, der sich in der 75. Minute noch eine Gelbe Karte abholte, als er frustriert den Ball auf die Laufbahn drosch.

Die Statistik spricht Bände: 42 Prozent Ballbesitz, acht Torschüsse - und trotzdem drei Punkte für Ilisiakos. "Manchmal ist Fußball eben kein Ballett, sondern Straßenkampf", grinste Trainer Alex Alex in der Pressekonferenz. "Und heute hatten wir die besseren Schuhe."

Chaidari dagegen reist mit hängenden Köpfen ab. "Wir haben gut gespielt, aber sie haben gewonnen. Das ist das Ärgerliche an diesem Sport", fasste Katsouranis treffend zusammen, bevor er in den Mannschaftsbus stieg.

Für Ilisiakos war es mehr als nur ein Sieg. Es war eine kleine Rebellion gegen die Statistik, ein Abend, an dem Leidenschaft Logik besiegte. Und irgendwo in Athen wird heute Nacht ein junger Schwede namens Söderberg auf seinem Handy das Video seines Tores wieder und wieder anschauen - und vielleicht leise lachen.

Denn manchmal reicht ein Kopfball, um einen ganzen Stadtteil glücklich zu machen.

25.04.643990 06:15
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