Athlitiki Icho
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Ilisiakos stolpert über AEL Athen - und Benzema verliert den Humor

Ein Abend in Athen, an dem es für Ilisiakos weder Glücksgöttin noch Torjubel gab. Vor 20.000 Zuschauern im heimischen Stadion unterlag das Team von Trainer Karim Benzema am 34. Spieltag der 1. Liga Griechenland dem Gast AEL Athen mit 0:2 (0:1) - und das trotz 56 Prozent Ballbesitz. Das nennt man wohl: viel Ball, wenig Ertrag.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag - allerdings von der falschen Seite. Bereits in der Anfangsphase prüften die Gäste den Ilisiakos-Keeper Evan Stanton mehrfach. Achilleas Iosifidis schoss schon in der ersten Minute erstmals gefährlich aufs Tor, als wollte er klarstellen: "Heute machen wir kurzen Prozess." Und tatsächlich sollte sein Team diesem Motto folgen.

In der 26. Minute fiel das 0:1: Anargiros Lagonikakis flankte von rechts, und Anthimos Papadopoulos nahm den Ball volley - ein Treffer wie aus dem Lehrbuch. "Ich hab’ einfach draufgehalten, ehrlich gesagt wollte ich eigentlich flanken", grinste der Torschütze später. Benzema, der an der Seitenlinie mit verschränkten Armen stand, murmelte etwas von "Déjà-vu aus Madrid-Zeiten".

Ilisiakos bemühte sich, das Spiel zu beruhigen. Sie kombinierten gefällig, aber wirkten im letzten Drittel harmlos wie ein zahnloser Tiger in der Mittagshitze. Enrico Vitale prüfte in der 8. Minute den AEL-Schlussmann Simone Ferrari - danach wurde es ruhiger. Joseph Gauthier und Damianos Ravoussis versuchten es mit Distanzschüssen, doch beide Male blieb Ferraris Trikot sauber.

AEL dagegen blieb bissig. 23 Torschüsse insgesamt sprechen eine deutliche Sprache - und eine davon schrieb Geschichte: In der 58. Minute traf der 17-jährige Paisis Terzanidis, gerade erst eingewechselt, zum 0:2. Wieder kam die Vorlage von Lagonikakis, der an diesem Abend mehr Kilometer machte als ein Marathonläufer. "Ich hab’ nur getan, was der Coach sagte: laufen, flanken, wieder laufen", keuchte er nach Abpfiff mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Erschöpfung pendelte.

Benzema hingegen war weniger amüsiert. "Wir haben den Ball, aber nicht das Ziel. Das ist wie beim Golf ohne Loch", sagte er auf der Pressekonferenz. Seine Mannschaft kontrollierte das Mittelfeld, aber AEL konterte mit chirurgischer Präzision. Ryan Mystery, der Trainer der Gäste, erklärte das Erfolgsrezept schlicht: "Wir spielen ausgeglichen, aber wenn’s brennt, zünden wir."

Während AEL taktisch clever auf Konter setzte, blieb Ilisiakos mit seiner ausgewogenen Ausrichtung zwar stabil, aber harmlos. Kein Pressing, kein Risiko - und am Ende kein Tor. Das Publikum quittierte die letzte Viertelstunde mit einem resignierten Raunen, als George Perlman in der 81. Minute den Ball aus spitzem Winkel über das Tor drosch.

Die Gelbe Karte für Lagonikakis in der 84. Minute war der einzige Schönheitsfehler eines ansonsten kontrollierten Auftritts der Gäste. "Ich wollte nur zeigen, dass ich noch Energie habe", witzelte der 29-Jährige nach Spielende.

Statistisch gesehen war das Spiel ein Paradoxon: Mehr Ballbesitz für Ilisiakos, mehr Zweikämpfe für AEL, und die Torschussbilanz - 23:6 für die Gäste - ließ keinen Zweifel, wer den Sieg verdient hatte. Die junge Offensive der Athener, angeführt von Iosifidis, Athanasiadis und Papadopoulos, wirbelte die Defensive der Hausherren immer wieder durcheinander.

Im Stadion-Café nach dem Spiel hörte man einen Fan von Ilisiakos sagen: "Wir hätten noch zwei Stunden spielen können, ohne zu treffen." Und der Mann hatte wohl recht. Denn während AEL seine Chancen nutzte, fehlte Ilisiakos jegliche Durchschlagskraft.

Trainer Mystery fasste es trocken zusammen: "Wir wollten ruhig bleiben, geduldig, dann zuschlagen - wie ein Schachspieler, nur mit dreckigen Trikots."

Am Ende blieb Benzema nur ein müdes Lächeln. "Ich habe schon schönere 0:2 gesehen - leider nie von meiner Mannschaft", sagte er, bevor er in den Kabinentrakt verschwand.

Mit diesem Sieg klettert AEL Athen in der Tabelle weiter nach oben, während Ilisiakos mit der Erkenntnis zurückbleibt, dass Ballbesitz allein noch keine Punkte bringt. Vielleicht hilft beim nächsten Mal ein bisschen weniger Schönheit und etwas mehr Schmutz im Spiel.

Ein sarkastischer Zuschauer brachte es beim Verlassen der Tribüne auf den Punkt: "Schöner Ballbesitz, aber Tore zählen halt immer noch doppelt - nämlich auf der Anzeigetafel."

19.10.643993 02:28
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Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.
Berti Vogts
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