Athlitiki Icho
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Ilisiakos schockt Tripolis: Zwei frühe Nadelstiche reichen zum Triumph

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob Ballbesitz eigentlich Punkte bringt. 57 Prozent davon hatte Astra Tripolis, 14 Torschüsse, 31.414 fröstelnde Zuschauer im Stadion - und am Ende trotzdem nur ein einziges Tor. Ilisiakos dagegen, mit vier Schüssen und zwei Treffern, grinste sich ins warme Mannschaftsbus-Glück. 1:2 hieß es nach 90 Minuten - und das schon zur Pause.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag, genauer: mit einem jugendlichen Donnerschlag namens Enrico Vitale. Der gerade einmal 18-jährige Rechtsaußen von Ilisiakos nutzte in der vierten Minute die erste Unsicherheit in der Tripolis-Abwehr. Nach einem wunderbaren Zuspiel von Ktesias Gekas schlenzte Vitale den Ball ins lange Eck - so präzise, dass Torwart Raphael Baillon nur noch den Kopf schüttelte. "Ich dachte, der schießt den über die Tribüne", murmelte Baillon später und lächelte gequält.

Nur vier Minuten später rieb sich das Publikum die Augen: Diesmal jubelte die Heimmannschaft. Amaury Nani, der flinke Stürmer auf der rechten Seite, trat nach feinem Zusammenspiel mit Ramon Espriu an und schob den Ball aus kurzer Distanz ein - 1:1. Trainer Kostas Karagounis ballte die Faust, rief über den Platz: "Jetzt sind wir da!" Leider irrte er.

Denn Ilisiakos hatte offenbar beschlossen, Fakten zu schaffen, bevor die Sonne ganz unterging. In der 35. Minute war es Gabriel Marshal, der die schwarz-gelben Gäste wieder in Führung brachte. Wieder kam der entscheidende Pass von Gekas, der mit seiner Übersicht das Spiel bestimmte, als würde er seit Geburt eine Lupe im rechten Auge tragen. Marshal nahm den Ball volley, der Ball zischte wie ein aufgeschreckter Falke unter die Latte - 1:2.

Astra Tripolis rannte, kombinierte, flankte, verzweifelte. Die Statistik sprach klar für die Gastgeber: 57 Prozent Ballbesitz, 14 Abschlüsse, mehr Pässe als Ilisiakos Ballkontakte. Doch was nützt Dominanz, wenn der Ball das Tor meidet? "Wir haben alles versucht, sogar kurze Ecken!", seufzte Kapitän Miguel Nani nach dem Spiel. "Aber manchmal ist Fußball wie ein schlechter Witz - du verstehst ihn erst, wenn’s zu spät ist."

Ilisiakos dagegen spielte schnörkellos, fast altmodisch. Lange Bälle, robuste Zweikämpfe, zwei Gelbe Karten (Pacos in Minute 27, Kirsch in 63) - und die unerschütterliche Ruhe eines Teams, das einfach wusste, dass es heute reichen würde. Trainer Alex Alex, sonst nicht gerade wortgewaltig, fand nach Abpfiff die passende Portion Understatement: "Wir haben den Ball oft nicht gesehen. Aber wenn wir ihn hatten, wussten wir, was wir tun."

Astra Tripolis hatte vor allem in Halbzeit zwei Chancen im Minutentakt: Amaury Nani prüfte Gästetorwart Evan Stanton gleich dreimal (68., 79., 82.), Manuel Morais und Julian Arias versuchten es ebenfalls - doch Stanton hielt, blockte, faustete, grinste. "Evan war heute wie eine Katze auf Koffein", witzelte Teamkollege Marshal. "Er hat sogar Bälle gefangen, die gar nicht auf ihn kamen."

Die Gäste wechselten spät, aber clever: Drei frische Stürmer kamen in Minute 67 - Ravoussis, Mitropoulos und Mendoza. "Wir wollten das Ergebnis einfrieren", erklärte Coach Alex. "Und dafür braucht man junge Beine und kalte Köpfe." Tatsächlich verteidigte Ilisiakos danach mit disziplinierter Härte, ohne in Panik zu geraten.

Tripolis versuchte alles, aber das Spiel war gelaufen, bevor es richtig angefangen hatte. Schon zur Pause stand das Endergebnis fest - ein 1:2, das an Ironie kaum zu überbieten war. Im Presseraum knurrte ein Journalist halblaut: "Wenn Ballbesitz Tore wäre, hätte Tripolis 5:0 gewonnen." Karagounis hörte es, drehte sich um und sagte nur: "Vielleicht nächste Woche."

So bleibt Ilisiakos der lachende Außenseiter - mit zwei Toren aus vier Schüssen und der Effizienz eines Uhrwerks. Für Astra Tripolis dagegen war es ein bitterer Abend voller vergeblicher Mühen. "Wir haben die Musik gemacht, aber Ilisiakos hat getanzt", fasste Espriu zusammen und zuckte mit den Schultern.

Am Ende applaudierte das Publikum trotzdem. Vielleicht aus Trotz, vielleicht aus Anerkennung für ein Spiel, das gezeigt hat: Schönheit siegt nicht immer. Manchmal reicht einfach ein bisschen Mut, ein langer Ball - und ein 18-jähriger Vitale mit Herz, Fuß und Timing.

Ein sarkastischer Zuschauer brachte es beim Hinausgehen auf den Punkt: "Ich hab Eintritt für 90 Minuten bezahlt, aber das Spiel war nach 35 vorbei. Wenigstens war das Bier kalt."

14.05.643987 20:51
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Wenn Lothar so weitermacht, wird er Schwierigkeiten haben, für sein Abschiedsspiel gegen die Nationalelf eine Mannschaft zusammenzukriegen.
Mario Basler
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