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Ein kühler Januarabend in Athen, 23.347 Zuschauer im Stadion, und auf dem Rasen: zwei Mannschaften, die sich nichts schenken wollten. Ilisiakos empfing am 23. Spieltag der 1. Liga Griechenlands den Arias FC - und am Ende stand ein 2:1, das mehr nach Arbeitssieg als nach Fußballkunst roch, aber die Tribünen beben ließ. Trainer Alex Alex hatte sein Team offensiv eingestellt, mit langen Bällen und jugendlichem Elan. Auf der anderen Seite ließ Arias-Coach - ganz der Pragmatiker - seine Männer kontrolliert und mit viel Ballbesitz (55 Prozent) agieren. Das Spiel begann mit einem offenen Schlagabtausch: Bereits in der dritten Minute prüfte Jacques Prudhomme den Arias-Keeper Charilaos Dellas mit einem Schuss aus der zweiten Reihe. "Ich wollte einfach mal sehen, ob er wach ist", grinste der Franzose nach dem Spiel. Dellas war es - fürs Erste. Doch dann ging es Schlag auf Schlag. In der 24. Minute zirkelte der 18-jährige Gudbrand Dahl nach Pass von Prudhomme den Ball unhaltbar ins rechte obere Eck - 1:0 für Ilisiakos. Die Fans tobten, Trainer Alex riss die Arme hoch, und Dahl wurde unter einem Berg jubelnder Mitspieler begraben. "Ich habe einfach draufgehalten", sagte der Youngster später bescheiden. Aber kaum hatten sich die Fans wieder gesetzt, glich Arias FC aus. Nur eine Minute später stand der 34-jährige Routinier Christos Nikolopoulos goldrichtig, als Dorimedon Tsionanis von rechts flach in die Mitte legte. Ein Drehschuss, ein Aufschrei - 1:1. "Da sieht man, was Erfahrung wert ist", meinte Arias-Trainer trocken. Die erste Halbzeit blieb intensiv, wenn auch mit leichten Vorteilen für die Gäste. Arias kombinierte gefälliger, kam auf zehn Torschüsse, aber Ilisiakos kämpfte - manchmal zu beherzt: Innenverteidiger Alexios Antoniou sah in der 37. Minute Gelb, nachdem er einen Arias-Stürmer eher rustikal stoppte. "Der Ball war da irgendwo, glaube ich", verteidigte er sich mit einem Augenzwinkern. Nach dem Seitenwechsel brachte Alex Alex frisches Blut: Der 17-jährige Lefteris Mitropoulos kam für den gleichaltrigen Enrico Vitale, und Aigefs Antoniadis ersetzte Roger Lessard. Ein bisschen Mut zur Jugend, wie Alex später betonte: "Manchmal hilft es, wenn die Jungs noch glauben, sie seien unsterblich." Und genau dieser Mut zahlte sich aus. In der 47. Minute war es Miguel Mocana, der nach klugem Zuspiel von - natürlich - Jacques Prudhomme zur erneuten Führung traf. Ein Treffer, der das Stadion erzittern ließ. Mocana, erst 20 Jahre jung, riss das Trikot hoch, zeigte auf den Himmel und brüllte seine Freude heraus. Zwei Minuten später allerdings musste er verletzt raus - Diagnose noch offen, aber Trainer Alex versicherte: "Er hat mehr gelitten, weil er nicht weiterspielen durfte, als wegen des Schmerzes." Arias FC rannte an, doch Ilisiakos verteidigte mit Herz und Verstand - und einem Torwart, Evan Stanton, der in der Schlussphase zur Wand wurde. In der 87. Minute parierte er einen wuchtigen Schuss von Rechtsverteidiger Diamantis Ioannou, und in der Nachspielzeit lenkte er einen Versuch von Nikolopoulos mit den Fingerspitzen über die Latte. "Ich wollte einfach nicht, dass der Alte wieder trifft", lachte Stanton und meinte damit natürlich den 34-jährigen Arias-Stürmer, der trotz allem der gefährlichste Mann auf dem Platz blieb. Statistisch sah Arias besser aus: mehr Ballbesitz, mehr Passsicherheit, mehr Routine. Aber Fußball ist eben kein Schönheitswettbewerb. Ilisiakos hatte 13 Torschüsse, kämpfte in jedem Zweikampf, und am Ende zählte nur das Ergebnis: 2:1. "Das war kein Spiel für Feingeister", sagte ein Zuschauer beim Verlassen des Stadions, "aber ein Spiel fürs Herz." Und tatsächlich: Diese Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit und taktischer Disziplin machte den Unterschied. Coach Alex Alex fasste den Abend trocken zusammen: "Wir wollten zeigen, dass man auch mit 18 Jahren schon Verantwortung übernehmen kann. Heute haben die Jungs das bewiesen." Arias-Trainer hingegen schüttelte nur den Kopf: "Wir haben das Spiel kontrolliert, aber nicht gewonnen. Vielleicht sollten wir das nächste Mal auch ein bisschen Fußball spielen." So bleibt Ilisiakos nach diesem emotionalen 2:1-Sieg das Team der Stunde - jung, ungestüm, unberechenbar. Und irgendwo auf der Tribüne dürften ein paar Scouts schon ihre Notizblöcke gezückt haben, als Gudbrand Dahl und Miguel Mocana die Zukunft des Vereins aufblitzen ließen. Ein Abend, an dem Ilisiakos zeigte, dass Leidenschaft manchmal mehr wert ist als Ballbesitz - und dass Mut zur Jugend kein Risiko, sondern ein Rezept für Siege sein kann. 21.10.643987 14:22 |
Sprücheklopfer
Da fasse ich mir doch an den Kopf. Die ticken doch alle nicht ganz richtig. Hertha spielt doch grausamen Fußball.
Mario Basler über Titelambitionen von Hertha BSC Berlin