Heraldo de Mexico
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Herreros entscheidet den Abend - Merida ringt Atlante nieder

Ein lauer Märzabend im Estadio de los Jaguares, 42.270 Zuschauer, Trommeln, Fangesänge - und am Ende ein einziger Treffer, der das alles rechtfertigte. Atletico Merida gewann am Samstagabend den 6. Spieltag der 1. Liga Mexico mit 1:0 gegen UD Atlante. Kein Spektakel, aber ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst - vor allem nicht, wenn man Antonio Herreros heißt.

Die Partie begann mit einer gehörigen Portion Nervosität. Schon nach drei Minuten zwang Atlantes Emilio Ximenis Meridas Keeper Rafael Alvaro zur ersten Flugeinlage. "Ich wollte einfach mal sehen, ob er wach ist", grinste Ximenis später. Alvaro war es - und blieb es den ganzen Abend. Der Torwart wurde zum ruhenden Pol in einem Spiel, das phasenweise einem Flipperautomaten glich.

Atlante, trainiert von Till Lindemann (ja, der Namensvetter, der in Interviews genauso wortkarg wie auf der Bühne ist), spielte engagiert, hatte bis zur 30. Minute gleich fünf gefährliche Abschlüsse. Marcel Breze prüfte Alvaro mehrfach, Sergio Yague zog aus der Distanz ab - doch immer war ein Merida-Bein dazwischen. Lindemann seufzte später: "Wir haben alles richtig gemacht, außer das Tor."

Merida selbst wirkte anfangs wie ein Orchester ohne Dirigent. Passwege wurden gesucht wie verlorene Schlüssel, und Trainer Hernandez (der sich nach dem Spiel mit dem Satz "Ich bin kein Zauberer, aber heute sah es kurz so aus" zitieren ließ) gestikulierte so wild, dass der vierte Offizielle kurzzeitig dachte, er wolle eingewechselt werden.

Doch in der zweiten Halbzeit kam Struktur ins Spiel. Paulo Assis und Javi Lomban zogen die Fäden auf den Flügeln, während Joao Henrique immer wieder mit Tempo in die Spitze stach. In der 66. Minute gab Lomban das erste Warnsignal ab - ein strammer Schuss aus 20 Metern, knapp drüber. Acht Minuten später folgte dann der entscheidende Moment: Lomban flankte butterweich von links, Herreros stand goldrichtig und vollendete per Direktabnahme zum 1:0. Der Jubel? Ein Inferno. Bierduschen, Trommelchaos, pure Erleichterung.

"Ich hab den Ball gesehen, dachte: Jetzt oder nie", erzählte Herreros später mit einem Grinsen, das noch im Flutlicht glänzte. "Und dann hab ich einfach nicht nachgedacht - zum Glück."

Atlante reagierte wütend. Rui Teixeira feuerte gleich drei Schüsse in den letzten 15 Minuten ab, einer davon in der Nachspielzeit, doch Alvaro und seine Abwehr hielten stand. In der 86. Minute musste Atlantes Claude Bernard nach einer unglücklichen Kollision verletzt raus - eine Szene, die die Gäste sichtlich aus dem Rhythmus brachte. Lindemann brachte Thierry Dubois, doch der konnte das Spiel nicht mehr drehen.

Statistisch sah Atlante mit 14 Torschüssen sogar aktiver aus als Merida (10), auch im Zweikampf lag man leicht vorn (51 zu 49 Prozent), doch am Ende zählen eben nur Tore - und davon hatte Merida eins mehr. Der Ballbesitz (52 zu 48 Prozent) unterstreicht, dass Merida die reifere Spielanlage fand, als es darauf ankam.

Nach dem Schlusspfiff rannte Alvaro jubelnd zu den Fans und schrie: "Wir sind keine Stars, aber wir sind verdammt schwer zu schlagen!" Sein Trainer nickte zufrieden: "Wir haben heute gelernt, dass Geduld manchmal der beste Stürmer ist."

Atlante hingegen muss sich fragen, warum Dominanz und Wille nicht in Tore umgemünzt wurden. "Vielleicht hätten wir noch eine Stunde spielen können", meinte Lindemann trocken, "der Ball wollte einfach nicht rein. Vielleicht war er schüchtern."

So endete ein Spiel, das weniger durch Glanz als durch Spannung in Erinnerung bleibt. Merida hat mit diesem Sieg wertvolle Punkte gesammelt, Atlante dagegen eine Lehrstunde in Effizienz erhalten.

Am Ausgang des Stadions sah man Fans von Merida, die lachend über Herreros diskutierten. Einer fasste es treffend zusammen: "Er hat den Fuß dahin gehalten, wo andere gar nicht hingucken." Und genau das war der Unterschied an diesem Abend - Mut, ein Moment, ein Tor.

Nächsten Sonntag geht’s weiter. Ob wieder mit einem Helden namens Herreros, weiß niemand. Aber in Merida wird man die 74. Minute dieses Spiels noch eine Weile erzählen - wahrscheinlich bei Bier, Sonne und dem Satz: "Weißt du noch, damals gegen Atlante?"

18.01.643994 11:39
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