Heraldo de Mexico
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Henrico schießt Pachuca zum Heimsieg - Atlante wacht zu spät auf

Ein warmer Märznachmittag in Pachuca, 57.794 Zuschauer im Estadio Hidalgo, und ein Spiel, das in seiner ersten Hälfte so einseitig war, dass sich selbst die örtlichen Tauben auf der Flutlichttraverse gelangweilt abwandten. Deportivo Pachuca besiegte am 13. Spieltag der 1. Liga Mexico den UD Atlante mit 2:1 - ein Ergebnis, das knapper klingt, als es lange Zeit war.

Zweimal hieß der Mann des Abends Nelio Henrico. Der 28-jährige Linksaußen spielte, als hätte er persönlich beschlossen, die Liga im Alleingang aufzumischen. In der 29. Minute nahm er eine flache Hereingabe von Salvador Alvaro auf, täuschte einmal an, grinste noch kurz in Richtung des verdutzten Innenverteidigers Kampantais - und drosch den Ball ins lange Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", lachte Henrico nach dem Spiel, "aber wenn der Ball so schön ruft, muss man ja antworten."

Atlante, das von Trainer Till Lindemann (der tatsächlich so heißt, aber mit Musik diesmal nichts am Hut hatte) betreut wird, wirkte überrascht, dass Fußballspiele tatsächlich Tore beinhalten. Ihr Mittelfeldspieler Gerrit Vedder rief nach dem 0:1 in Richtung Bank: "Chef, was war der Plan nochmal?" Lindemann zuckte angeblich nur mit den Schultern.

Doch bevor Atlante den Schock verdauen konnte, kam Pachuca erneut über links. Der 19-jährige Carles Veloso, gerade mal alt genug, um das Mannschaftshotel ohne Begleitung zu betreten, tanzte die rechte Seite entlang und legte mustergültig auf - wieder Henrico, diesmal in Minute 44. 2:0, und das Publikum tobte. Trainer Bernd Franke klatschte lässig in die Hände, als hätte er gerade den Busfahrplan bestätigt. "Wir haben das gespielt, was wir trainiert haben. Vielleicht zum ersten Mal in dieser Saison", grinste er später.

Zur Pause schien alles entschieden. Atlante hatte zwar 47 Prozent Ballbesitz, aber kaum Durchschlagskraft. Ruben Velasco schoss früh zweimal aufs Tor, allerdings eher in Richtung der Tribüne als auf den Keeper Liam Buffet. Immerhin: Mit zehn Torschüssen insgesamt waren die Gäste nicht untätig - nur ineffektiv.

In der zweiten Hälfte ließ Pachuca es ruhiger angehen. Franke wechselte den erfahrenen Markos Kalogeropoulos aus und brachte Marcos Mino, der prompt einen Fehlpass spielte, der in der Kategorie "mutiges Risiko" geführt wird. Atlante schöpfte Hoffnung. In der 61. Minute sah Tiago Moutinho Gelb, nachdem er - so schien es - mehr den Rasen als den Ball traf. "Ich habe die Linie verteidigt", brummte er hinterher. "Leider war es die Seitenlinie."

Dann endlich, in der 68. Minute, das Lebenszeichen. Gerrit Vedder trieb den Ball durch die Mitte, legte nach rechts auf Emilio Ximenis, und der schlenzte präzise ins lange Eck - 2:1. Plötzlich war das Spiel wieder offen, und Lindemann schrie an der Seitenlinie: "Jetzt glaubt ihr’s endlich!"

Die letzten 20 Minuten waren ein wilder Schlagabtausch. Henrico hatte in der 95. Minute noch einmal die Chance auf den Hattrick, aber Atlantes Keeper Antonio Santoy - bislang eher Zuschauer - fischte den Ball mit einer Parade heraus, die ihm vermutlich noch auf dem Mannschaftsabend nachgeahmt wird.

Statistisch gesehen war Pachuca das leicht dominantere Team - 52,6 Prozent Ballbesitz, 17 Schüsse aufs Tor, eine solide Zweikampfquote von 52,8 Prozent. Doch die Zahlen erzählen nicht die ganze Geschichte: Es war der Mut und das Timing von Henrico, die den Unterschied machten. Atlante spielte zwar mit Herz, aber zu spät, um das Spiel noch zu drehen.

Nach dem Abpfiff war die Stimmung zweigeteilt. Franke umarmte seinen Doppeltorschützen, Lindemann verschwand wortlos in den Kabinengang. "Wir haben zu spät angefangen, an uns zu glauben", murmelte Atlantes Kapitän Vedder in die Mikrofone. Henrico dagegen grinste breit: "Ich hätte gern noch eins gemacht, aber man soll ja nicht gierig wirken."

Am Ende war es ein verdienter Sieg für Deportivo Pachuca - ein Abend, an dem die Fans jubelten, die Statistik zufrieden lächelte und Henrico sich als Held feiern ließ. Atlante dagegen fährt heim mit dem Wissen, dass 20 gute Minuten im Fußball manchmal einfach nicht reichen.

Oder, wie ein Fan auf der Tribüne es zusammenfasste: "Wenn du erst in der 68. Minute aufwachst, ist der Wecker schon verkauft."

30.03.643994 17:15
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