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Es war ein lauer Märzabend, aber die Stimmung im Hasborner Waldstadion kochte schon nach einer Viertelstunde. 3016 Zuschauer hatten sich zum Auftakt der Verbandsliga D eingefunden - und sie wurden früh belohnt. Gustav Dietz, der ewig junge Rechtsaußen des FC Hasborn, zog in der 15. Minute nach feinem Zuspiel von Philip Lindner trocken ab und versenkte den Ball im langen Eck. "Ich hab einfach mal draufgehalten. Wenn man zu lange überlegt, ist der Ball schon im Fangzaun", grinste Dietz später. Doch die Freude währte kurz. Nur sechs Minuten später zeigte der 34-jährige Arne Debakker, dass Erfahrung manchmal die beste Fitness ersetzt. Nach einem cleveren Doppelpass mit dem erst 18-jährigen Niels Buchholz schlenzte der Belgier den Ball unhaltbar ins Netz - 1:1. "Das war so geplant", behauptete Buchholz nach dem Spiel mit einem Grinsen, "auch wenn Arne mich vorher angebrüllt hat, ich solle endlich passen." Danach übernahm der TSV Völpke zunehmend das Kommando. 14 Torschüsse im gesamten Spiel - fast dreimal so viele wie Hasborn - sprechen eine deutliche Sprache. Der Ball lief flüssig, die Gäste wirkten eingespielter. Trainer Burghard Krause, sonst ein Mann sparsamer Worte, zeigte sich zufrieden: "Wir wollten ruhig bleiben, Hasborn kommen lassen und dann Nadelstiche setzen. Hat ja ganz gut funktioniert." Hasborn hingegen rannte viel, aber meist hinterher. Die Statistik: 48 Prozent Ballbesitz, aber nur fünf Abschlüsse aufs Tor. "Wir haben offensiv gespielt, ja", murmelte ein sichtlich genervter FC-Coach an der Seitenlinie, "aber offensiv sein heißt eben nicht, dem Gegner den Ball zu schenken." Sein Team blieb trotz der offensiven Grundausrichtung weitgehend harmlos - zu oft liefen die Angriffe in der vielbeinigen Völpker Abwehr fest. In der zweiten Hälfte blieb das Bild ähnlich. Völpke kombinierte ruhig, während Hasborns Defensive zunehmend nervös agierte. In der 52. Minute brachte Krause den 17-jährigen Joschua Nickel für Volker Engel - und der Youngster machte sofort auf sich aufmerksam: erst ein forscher Abschluss, dann allerdings auch eine Gelbe Karte nach einem etwas zu ehrgeizigen Pressingversuch. "Ich wollte nur zeigen, dass ich da bin", sagte Nickel nach dem Spiel mit einem entschuldigenden Schulterzucken. Die Entscheidung fiel in der 72. Minute - wieder durch Arne Debakker. Nach einer Flanke von Hans Albert stieg der Stürmer am höchsten und nickte den Ball zum 2:1 ein. Hasborns Keeper Luka Eder war zwar dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Im Publikum herrschte kurz betretenes Schweigen. Nur ein älterer Herr auf der Haupttribüne rief trocken: "Na, wenigstens hat’s diesmal 20 Minuten länger gehalten!" Die Schlussphase war ein wildes Durcheinander aus Hasborner Hoffnung und Völpker Routine. Cesar Antonio prüfte in der 77. und 87. Minute den starken Gäste-Keeper Maximilian Bertram, doch der ließ sich nicht mehr überwinden. Stattdessen sammelte Hasborn Gelbe Karten: Gerhard Heller (54.) und Simon Nagel (68.) machten ihrem Trainer unfreiwillig klar, dass "aggressiv spielen" nicht immer wörtlich zu nehmen ist. Völpke brachte den Sieg mit kühler Abgebrühtheit über die Zeit. Sogar eine späte Verwarnung gegen Florian Esser (89.) konnte die Gäste nicht aus der Ruhe bringen. "Manchmal reicht’s, einfach nicht in Panik zu verfallen", sagte Krause nach dem Schlusspfiff - und sah dabei aus, als habe er gerade einen gemütlichen Spaziergang hinter sich. Hasborns Spieler schlichen derweil vom Platz. Dietz, der Torschütze des Abends, klopfte sich den Rasen von den Stutzen und meinte trocken: "Wir müssen lernen, dass ein Spiel länger als 15 Minuten dauert." Unterm Strich blieb ein verdienter 2:1-Erfolg für den TSV Völpke, der mit kontrolliertem Spiel und mehr Zug zum Tor überzeugte. Hasborn hatte Herz, aber zu wenig Präzision. Die Zuschauer nahmen’s sportlich - beim Bierstand hörte man: "Na, wenigstens ein Tor gesehn." Und so endete der erste Spieltag der Verbandsliga D, wie er begonnen hatte: mit Hoffnung, Humor und dem leisen Gefühl, dass es für den FC Hasborn wohl noch ein langer Frühling werden könnte. 22.11.643993 02:17 |
Sprücheklopfer
He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
Lothar Matthäus im Pokalhalbfinale Bayern gegen Rostock zu Christian Brand: