// Startseite
| Sverige Fotboll |
| +++ Sportzeitung für Schweden +++ |
|
|
|
Es war ein frostiger Februarabend in Nauco, doch die 27.997 Zuschauer im Stadion kamen schnell auf Betriebstemperatur. Schon nach zwölf Minuten hatte Hammarby FC den heimischen FC Nauco in arge Bedrängnis gebracht. Und der Hauptdarsteller des Abends hieß Detlev Hoffmann - ein 20-jähriger Linksaußen, der offenbar vergessen hatte, dass man bei Minusgraden eigentlich die Hände in den Taschen lässt. Stattdessen ließ er lieber die Beine sprechen: Erst ein Schuss in der 8. Minute, dann in der 12. das 0:1. Tim Hildebrandt, der den Treffer vorbereitet hatte, grinste später: "Ich hab den Ball einfach blind nach vorne gespielt. Detlev war halt da - wie immer, wenn’s gefährlich wird." Trainer Pascal Tepe von Hammarby nickte zufrieden, als er das hörte. "Genau das ist unser Konzept: Wenn keiner weiß, was wir tun, weiß es auch der Gegner nicht." Doch Nauco reagierte - und wie! Nur fünf Minuten nach dem Rückstand zündete der erst 19-jährige Mattias Nilsson im Mittelfeld den Turbo, spielte einen klugen Pass in die Gasse, und Georg Ohlsson vollendete trocken zum 1:1. Das Stadion tobte, und selbst Trainer Mr. Hawk, sonst eher der stoische Typ, reckte kurz die Faust. "Da dachte ich: Jetzt kippt das Ding!", erzählte er später. Leider kippte es - nur in die falsche Richtung. Denn Hammarby war an diesem Abend schlicht zu effektiv. In der 20. Minute schlug Hoffmann erneut zu, diesmal nach Vorlage von Alf Johnsson, und in der 24. Minute legte Javier Valente das 1:3 nach, vorbereitet von Rechtsverteidiger Stephane Maurice, der kurz darauf wegen einer ziemlich rustikalen Grätsche Gelb sah. "Ich wollte nur den Ball treffen", sagte Maurice hinterher mit einem Lächeln, das zwischen Unschuld und schlechtem Gewissen pendelte. Damit war das Spiel im Grunde entschieden. Die restlichen 66 Minuten waren eine Mischung aus Naucower Ballbesitz (immerhin satte 56 Prozent) und Hammarby’scher Abgeklärtheit. Die Gäste hielten sich an ihr Motto "Offensiv, aber effizient": 11 Torschüsse, 3 Treffer. Nauco dagegen schoss zwar sechsmal aufs Tor, aber die Präzision erinnerte eher an ein schlecht kalibriertes Navi. In der 35. Minute sah Paul Simard Gelb - vermutlich weil er den Frust über die schwindende Hoffnung in einen zu beherzten Zweikampf legte. Kurz darauf musste Hammarbys junger Flügelspieler Leandro Vasquez verletzt raus, was Trainer Tepe nur kurz die Stirn runzeln ließ. "Wir haben genug Dahlin in Schweden", witzelte er, als er den 30-jährigen Sigmund Dahlin einwechselte. In Halbzeit zwei versuchte Nauco alles: Hawk brachte in der 65. Minute den jungen Halvard Brun für den überforderten Artur Ohlsson und wechselte sogar den Torwart - Baltsar Dahlin kam für den 18-jährigen Tiburtius Johansson. "Tiburtius ist ein Talent, aber keine Frostschutzcreme", bemerkte Hawk trocken. "Er war einfach zu blass - wortwörtlich." Trotzdem blieb’s beim 1:3. Hammarby kontrollierte das Geschehen, ohne viel Risiko zu gehen. Detlev Hoffmann hätte in der 53. Minute beinahe sein drittes Tor gemacht, doch der Ball zischte denkbar knapp am Pfosten vorbei. Valente prüfte Naucos neuen Keeper noch zweimal (46. und 83. Minute), während auf der anderen Seite Björn Dahlin und Martin Pfeiffer zwar bemüht wirkten, aber mehr Rasen als Tor trafen. Nach Abpfiff war die Stimmung in den Katakomben entsprechend kontrastreich. Hoffmann, der Mann des Abends, grinste in die Mikrofone: "Ich hab einfach Spaß gehabt. Vielleicht lag’s am Kakao vorm Spiel." Sein Trainer Tepe ergänzte süffisant: "Wir haben offensiv gespielt, weil wir’s können - nicht weil wir’s müssen." Mr. Hawk hingegen sah das naturgemäß anders: "Wir hatten mehr Ballbesitz, mehr Kontrolle, aber Hammarby hatte Detlev Hoffmann. Da kannst du nur noch beten, dass er mal den linken Schuh falsch bindet." So endete der 34. Spieltag der 1. Liga Schweden mit einem klaren 1:3 aus Sicht des FC Nauco - statistisch ehrenvoll, sportlich ernüchternd. Und irgendwo in einem Café in Stockholm sitzt heute wohl ein junger Mann namens Hoffmann, trinkt heißen Kakao und googelt, wie man "Matchwinner" auf Schwedisch schreibt. Oder, wie es ein älterer Fan auf der Tribüne zusammenfasste: "Schöner Ballbesitz, Nauco. Aber Tore zählen halt noch immer mehr." 25.04.643990 06:22 |
Sprücheklopfer
Das spricht vielleicht für eine schlechte Vereinskarriere - aber das war ein Höhepunkt meiner Laufbahn!
Jan-Aage Fjörtoft auf die Frage, was ihm der Siegtreffer gegen Bayern München bedeutet