Sverige Fotboll
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Hammarby stolpert - Ersboda tanzt: 2:3-Heimpleite mit Unterhaltungswert

Ein kalter Januarbend in Stockholm, 19.601 Zuschauer, Flutlicht, Bratwurstduft - und ein Hauch von Chaos: Hammarby FC verlor am 24. Spieltag der 1. Liga Schweden mit 2:3 gegen Ersboda BK. Ein Spiel, das eigentlich die Handschrift eines Heimtriumphs trug, aber am Ende zur Lehrstunde in Sachen Effizienz wurde. Ersboda schoss nur sechs Mal aufs Tor - und traf dreimal. Hammarby dagegen 13 Mal - und bekam am Ende trotzdem den Blues.

Schon nach acht Minuten bebte das Tele2-Arena-Dach: Yves Bettencourt, der bullige Mittelstürmer mit dem Lächeln eines Marathonläufers, traf nach feinem Zuspiel von Tim Hildebrandt zum 1:0. "Da dachte ich, das wird heute ein gemütlicher Abend", grinste Trainer Pascal Tepe später gequält. Doch die Gemütlichkeit dauerte exakt elf Minuten. Dann nämlich tauchte Urban Karlson erstmals auf - und wie! Der Ersboda-Stürmer dribbelte durch die Hammarby-Abwehr, als wären es Pylonen im Training, und schloss eiskalt ab: 1:1.

Hammarby schien irritiert, Ersboda witterte Morgenluft. Nur acht Minuten später schnürte Karlson sogar den Doppelpack - diesmal nach Pass von Rudolf Uggla, der auf der linken Seite nicht nur flink, sondern auch furchtbar frech agierte. 1:2 nach 27 Minuten, und plötzlich war es im Stadion so still, dass man die Schneeflocken fallen hören konnte. "Wir haben uns vom eigenen Jubel einlullen lassen", gab Hammarby-Verteidiger Michel Diez zu, der kurz darauf Gelb sah - sinnbildlich für einen Abend, an dem die Hausherren oft einen Schritt zu spät kamen.

Zur Pause hatte Hammarby mehr Ballbesitz (51 Prozent), mehr Schüsse, mehr vom Spiel - aber weniger Tore. Trainer Tepe gestikulierte wild, während Ersboda-Coach Piel Juergen mit der Gelassenheit eines Mannes, der weiß, dass Kaffee wichtiger ist als Taktik, in seiner Trainerjacke verschwand. "Wir wussten, dass sie nervös werden, wenn sie führen", erklärte Juergen nach Abpfiff trocken. Eine bemerkenswert ehrliche Einschätzung, die sich in der zweiten Halbzeit bewahrheiten sollte.

Denn Hammarby kam wie entfesselt zurück. In der 65. Minute war es der flinke Bo Sundström, der nach einem Abpraller den Ball über die Linie drückte - 2:2, das Stadion lebte wieder. "Ich hab’ einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass er reingeht", lachte Sundström später. Es roch nach Wende. Doch während die Fans noch sangen, lauerte Ersboda auf den Moment zum Gegenschlag - und bekam ihn in der 83. Minute serviert.

Rudolf Uggla, der schon das zweite Tor vorbereitet hatte, zog nach Pass von Gerard Grenier aus 18 Metern ab. Der Ball schlug unhaltbar im Winkel ein. 2:3 - und das Schicksal nahm seinen Lauf. Hammarby warf alles nach vorne, wechselte gleich dreifach: Vasquez, Bettencourt und Sundström mussten runter, Dahlin, Valente und Garcia kamen. Doch das Glück blieb fern. Garcia scheiterte in der 84. Minute per Schuss am glänzend reagierenden Ersboda-Keeper Valter Dahlin, und Hildebrandt setzte zwei Minuten später den Ball über die Latte.

"Wenn Ballbesitz Tore wären, hätten wir gewonnen", murmelte Tepe nach Schlusspfiff. Und er hatte recht: 51 Prozent Ballbesitz, 13 Torschüsse, eine Zweikampfquote von über 52 Prozent - aber das Ergebnis las sich wie ein schlechter Scherz. Ersboda hingegen spielte gnadenlos effizient, mit schnellem Kurzpassspiel und eiskaltem Abschluss.

Urban Karlson grinste nach dem Abpfiff in die Kameras: "Zweimal getroffen, einmal Latte getroffen - ich bin zufrieden. Und meine Mutter wird’s auch sein." Man gönnt es ihm. Schließlich war er der Unterschiedsspieler in einem Match, das Hammarby noch lange in den Knochen stecken dürfte.

Trainer Juergen lobte nach dem Spiel seine Mannschaftsleistung, schickte aber auch einen kleinen Seitenhieb: "Manchmal ist weniger Ballbesitz mehr Qualität." Ein Satz, den man sich in Stockholm wohl an die Kabinentür hängen könnte.

Am Ende stand ein 2:3, das statistisch nicht zu erklären, fußballerisch aber typisch war: Hammarby spielte schön, Ersboda gewann. Und wer weiß - vielleicht war’s genau das, was die 19.601 Zuschauer insgeheim wollten: ein Drama mit Toren, Wendungen und einem bittersüßen Ausgang.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn wir schon verlieren, dann wenigstens unterhaltsam." Da konnte selbst Trainer Tepe nur nicken - und tief durchatmen, bevor er in den eisigen Januarschnee trat.

23.10.643987 22:12
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