Sverige Fotboll
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Hammarby siegt im wilden Schlagabtausch - Elfsborg verpasst Belohnung

Ein frostiger Januarabend, Flutlicht, 28.228 Zuschauer im Borås Arena - und ein Spiel, das niemanden kalt ließ. Der FC Elfsborg und Hammarby FC lieferten sich beim 15. Spieltag der schwedischen Liga ein intensives 2:3 (1:1), in dem die Gäste aus Stockholm das bessere Ende für sich hatten. Und das, obwohl Elfsborg mehr Ballbesitz hatte (55 Prozent) - aber wie so oft gilt: Statistik schießt keine Tore.

Elfsborg begann, als wolle man den Gegner in Watte packen. Ruhiger Aufbau, viel Ballzirkulation, aber wenig Zunder. Hammarby hingegen spielte schnörkellos nach vorn - "lange Bälle, lange Gesichter", wie ein Fan auf der Tribüne treffend murmelte, als die ersten Konter durch die Luft segelten.

In der 35. Minute wurde es dann laut: Niyazi Kocaoglu setzte sich auf links energisch durch, legte quer, und Enrico Andali vollendete eiskalt zur 1:0-Führung. Trainer Mister Fussball klatschte zufrieden in die Hände, während Kocaoglu später lachend bekannte: "Ich wollte eigentlich flanken. Aber Enrico hat das Ding einfach gerochen."

Doch die Freude hielt keine fünf Minuten. Hammarbys rechte Seite - ein Tornado aus Laufbereitschaft - drehte auf. Stephane Maurice marschierte bis zur Grundlinie, legte zurück, und Sigmund Dahlin drosch den Ball humorlos unter die Latte. 1:1 in der 39. Minute, und plötzlich war der Wind aus Elfsborgs Segeln.

In der Pause sah man Coach Pascal Tepe an der Seitenlinie wild gestikulierend. "Wir müssen mutiger schießen!", soll er gebrüllt haben - offenbar mit Erfolg. Denn kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, legten die Gäste los, als hätten sie den Espresso intravenös bekommen.

51. Minute: Dahlin bedient Bo Sundström, der aus spitzem Winkel abzieht - 1:2. Sechs Minuten später wieder Dahlin, diesmal als Vorlagengeber für Alf Johnsson. Der Mittelfeldmann, zuvor noch Gelb wegen Meckerns, traf mit links ins lange Eck. 1:3 - und Hammarby jubelte, als wäre der Klassenerhalt geschafft.

Elfsborg wankte, aber fiel nicht. Coach Mister Fussball wechselte früh: Costar und Andali raus, Tristan und Nelsen rein. Später kam Björn Söderberg, um das Zentrum zu stabilisieren. "Wir wollten uns nicht abschlachten lassen", meinte er hinterher mit trockenem Humor.

Und tatsächlich: Die Schlussphase gehörte den Gastgebern. Niyazi Kocaoglu war plötzlich überall. In der 87. Minute belohnte er sich selbst - Vorlage von Bogdan Dawydow, Abschluss mit Wucht. 2:3, und das Stadion stand Kopf. "Da dachte ich, jetzt drehen wir’s noch!", rief ein Zuschauer euphorisch, während Mister Fussball an der Seitenlinie verzweifelt auf die Uhr starrte.

Doch Hammarby hielt dagegen, mit allem, was noch laufen konnte. Vincent Izquierdo blockte, Xabi Gil fing sich noch eine Gelbe Karte für Zeitspiel - "Taktisch notwendig", grinste Tepe später. Und als der Schlusspfiff ertönte, lagen sich die Gäste in den Armen, während Elfsborgs Spieler konsterniert zu Boden sanken.

"Wir haben das Spiel kontrolliert, aber sie haben die Tore gemacht", resümierte Mister Fussball mit einem Seufzer. Und fügte süffisant hinzu: "Vielleicht sollten wir auch mal lange Bälle üben."

Hammarby-Coach Tepe dagegen sprach von "einem Sieg des Willens". "Wir wussten, dass Elfsborg gerne den Ball hat. Aber wir wollten die Tore." Sein Plan ging auf: 16 Torschüsse, drei Treffer - Effizienz in Reinform.

Für Hammarby war es ein Befreiungsschlag nach durchwachsenen Wochen, für Elfsborg eine Lektion in Effektivität. Und irgendwo auf der Pressetribüne notierte ein Kollege trocken: "Hammarby spielt offensiv, Elfsborg ästhetisch - und am Ende gewinnt wieder der Pragmatismus."

Ein grimmiger, packender Fußballabend, an dem Mut belohnt und Schönspielerei bestraft wurde. Oder, wie der späte Torschütze Kocaoglu schulterzuckend meinte: "Schöner verlieren ist auch eine Kunst."

Und so ging ein Spiel zu Ende, das alles hatte: Tempo, Tore, Gelbe Karten, eine Verletzung (Stephane Maurice humpelte mit Applaus vom Platz) - und eine Moral, die man sich auf die Kabinentür schreiben sollte: Wer mehr Ballbesitz will, muss auch mehr treffen.

30.06.643987 07:38
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