Sverige Fotboll
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Hammarby gewinnt wilden Schlagabtausch in Mjällby mit 4:3

Ein lauer Februarabend, 30.552 Zuschauer, Flutlicht über der Strandvallen-Arena - und zwei Mannschaften, die offenbar vergessen hatten, dass man Fußball auch mit Taktik spielen kann. Stattdessen: Vollgas, Emotionen und sieben Tore. Am Ende jubelte Hammarby FC über ein 4:3 bei Mjällby BK - ein Ergebnis, das so wild war wie der Wind an der schwedischen Küste.

Schon in der Anfangsphase brannte Hammarby ein Feuerwerk ab. Hugo Garcia, der rechte Wirbelwind im grünen Trikot, prüfte den jungen Keeper Ingvar Johnsen gleich mehrfach. In der 25. Minute hatte er dann genug vom Üben und drosch den Ball nach Vorlage von Vincent Izquierdo humorlos in die Maschen - 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten, weil der Ball so nett lag", grinste Garcia später, als wolle er damit die Physik neu definieren.

Doch Mjällby wäre nicht Mjällby, wenn sie sich davon einschüchtern ließen. Mit jugendlichem Übermut - gleich zwei 17-Jährige standen in der Offensive - suchten sie ihr Glück im Angriff. Einer davon, Mattias Abramson, machte sich in der 34. Minute unsterblich: Nach feiner Vorarbeit von Domingo Gutierre traf er zum Ausgleich. "Ich hab gar nicht gemerkt, dass er drin war", sagte Abramson, noch mit roten Wangen. "Dann hab ich nur noch die Fans schreien gehört."

Mit 1:1 ging es in die Pause, und während Trainer Lasse Fredericson seinem Team in der Kabine offenbar Mut einflößte ("Jungs, das ist kein Poetry Slam, das ist ein Fußballspiel!" soll er gebrüllt haben), bereitete Hammarby-Coach Pascal Tepe die nächste Welle vor.

Nach Wiederanpfiff folgte zunächst ein Schreckmoment: In der 56. Minute verletzte sich Mittelstürmer Javier Valente, musste vom Platz - für ihn kam Bo Sundström. Doch der Schock währte kurz. Nur eine Minute später zappelte der Ball wieder im Netz: Detlev Hoffmann, der 21-jährige Linksaußen, staubte nach Zuspiel von Mittelfeldmotor Tim Hildebrandt ab - 1:2.

Mjällby antwortete mit Wut im Bauch und ließ den Ball laufen. Fredericsons Team hatte ohnehin mehr Ballbesitz (57 Prozent), und in der 70. Minute schlug das Pendel zurück: Patrik Lindström, der laufstarke Mittelfeldmann, vollendete eine Vorlage von Felix Norman zum 2:3-Anschluss. Nur eine Minute später drehte sich das Stadion in Ekstase - wieder Abramson, diesmal nach Vorarbeit Lindströms, machte das 3:3.

"Da dachte ich kurz, wir haben sie", seufzte Fredericson später. "Aber dann kam wieder dieser Hoffmann."

Tatsächlich war es erneut Detlev Hoffmann, der in der 87. Minute für die Entscheidung sorgte. Eingeleitet vom frisch eingewechselten Routinier Sigmund Dahlin, netzte der Youngster eiskalt ein und schnürte damit seinen Dreierpack. 3:4 - und Hammarby nahm drei Punkte mit, während Mjällby sich fragte, wie man mit 14 Torschüssen und mehr Ballbesitz am Ende leer ausgehen kann.

"Fußball ist manchmal wie ein IKEA-Regal", grinste Hammarbys Trainer Tepe nach dem Spiel. "Man glaubt, man hat alles im Griff - und dann fehlt doch eine Schraube. Heute hatten wir sie endlich alle."

Sein Gegenüber Fredericson war weniger in Scherzwut: "Wir haben sieben Minuten gebraucht, um das Spiel zu verlieren. Das ist eine Qualität - leider die falsche."

Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe: 15 Schüsse Hammarby, 14 Mjällby, Zweikampfquote fast ausgeglichen. Doch während die Gäste in den entscheidenden Momenten eiskalt blieben, fehlte Mjällby die Reife. Dass ihre Sturmhoffnung Abramson mit 17 schon zwei Treffer erzielte, ist allerdings ein Lichtblick. "Ich hab heute mehr gelernt als in der Schule letzte Woche", lachte der Teenager nach Abpfiff - und man glaubte es ihm sofort.

Die Zuschauer verabschiedeten beide Teams mit Applaus, denn was sie gesehen hatten, war kein taktisches Schachspiel, sondern ehrlicher, manchmal chaotischer, aber herzerwärmender Fußball.

Vielleicht war es sinnbildlich, dass kurz nach dem Schlusspfiff ein Balljunge den letzten Spielball ins Meer kicken ließ - einfach, weil er’s konnte. Und so passte alles zu diesem Abend: wild, unvorhersehbar und irgendwie wunderschön.

Schlusswort? Vielleicht dieses: Wer Hammarby gegen Mjällby verpasst hat, hat kein Fußballspiel verpasst - sondern ein kleines Stück nordisches Theater.

13.07.643990 13:48
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