Anpfiff
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Hamburger SC zerlegt Rotenburg - Haas trifft doppelt, HSC im Rausch

Ein kalter Februarabend in Rotenburg, Flutlicht, Bratwurstduft und 5911 Zuschauer, die noch guter Dinge waren, als Schiedsrichterin Carola Tietze um 20:15 Uhr anpfiff. 90 Minuten später verließen sie das Stadion mit gesenktem Blick - der Hamburger SC hatte ihren Rotenburger SV mit 4:0 (2:0) zerlegt. Und das in einer Art und Weise, die fast schon höflich wirkte: Wer 15 Torschüsse abgibt, vier davon reinmacht und dabei noch nicht einmal überdreht, der hat schlicht seinen Job gemacht.

Schon nach neun Minuten begann das Unheil: Oliver Wegener, der flinke Rechtsaußen der Hamburger, zirkelte den Ball nach Vorlage von Ivan Alvar ins lange Eck. RSVG-Keeper Markus Smith flog, streckte sich - und sah doch nur den Ball im Netz zappeln. "Da dachte ich, das wird ein langer Abend", murmelte Smith später mit einem gequälten Lächeln.

Rotenburg versuchte zu antworten, kam aber über harmlose Distanzschüsse kaum hinaus. Peter Fiedler prüfte in der 11. Minute immerhin einmal Louis Hartung im Hamburger Tor - das blieb aber der einzige ernsthafte Versuch der Gastgeber in Halbzeit eins. Und als Jan Haas in der 28. Minute nach feiner Vorarbeit erneut von Alvar das 2:0 markierte, war die Messe eigentlich gelesen.

Trainer Filip Bac gestikulierte wild an der Seitenlinie, schickte seine Jungs immer wieder nach vorn, doch die Angriffe verpufften. Der Ballbesitz war mit 46 Prozent zwar ordentlich, doch die Hamburger spielten schlicht cleverer, ruhiger, abgeklärter. "Wir haben uns nicht locken lassen. Wenn du zu früh draufgehst, öffnest du Räume - und die wollten wir nicht anbieten", erklärte HSC-Coach Walter Frosch nach dem Spiel mit der stoischen Ruhe eines Mannes, der genau wusste, was er da gerade gesehen hatte.

Nach dem Seitenwechsel versuchten die Rotenburger, das Spiel offener zu gestalten. Linus Reiter hatte in der 49. Minute eine gute Gelegenheit, zog aber zu zentral ab. "Ich wollte’s mit Gewalt", gab Reiter später zu, "aber der Ball wollte einfach nicht rein." Die Hamburger hingegen wirkten, als hätten sie noch Lust auf mehr - und das hatten sie auch.

In der 66. Minute legte der 17-jährige Age Hogmo nach. Der norwegische Jungspund zog nach Zuspiel von Sebastian Rieger von links in die Mitte und traf trocken zum 3:0. Ein Lehrbuchtor. Während Hogmo jubelnd in den Nachthimmel sprang, sah man bei den Rotenburgern nur noch hängende Köpfe.

"Da war die Luft raus", kommentierte Bac später. "Wir haben dann nur noch versucht, nicht völlig auseinanderzufallen." Gelungen ist das nur bedingt, denn in der 86. Minute legte Jan Haas noch einmal nach - sein zweiter Treffer des Abends, vorbereitet von Linksverteidiger Ernesto Cortes, der mit einem langen Pass die gesamte Rotenburger Abwehr überspielte. Haas nahm den Ball technisch sauber mit und vollendete eiskalt. 0:4 - und noch vier Minuten zu spielen.

Spätestens da hörte man im Stadion nur noch die mitgereisten Hamburger Fans: "So spielt nur der HSC", sangen sie, während Walter Frosch auf der Bank genüsslich in seine Thermoskanne grinste. "Die Jungs haben heute einfach Spaß gehabt", sagte er. "Und wenn sie Spaß haben, wird’s gefährlich."

Rotenburg hatte am Ende vier Torschüsse zu verzeichnen, Hamburg 15. Das Zweikampfverhältnis fiel ähnlich deutlich aus - 43 zu 56 Prozent. Ein Klassenunterschied, der sich auch im Kopf abspielte. "Wir waren nicht mutig genug, nicht gallig genug", resümierte Kapitän Berndt Reinhardt. "Und wenn du gegen so eine Truppe zögerst, bist du weg."

Während die Hamburger in der Regionalliga B weiter oben mitmischen, steckt Rotenburg tief im Tabellenmittelfeld. Trainer Bac nahm es mit Galgenhumor: "Wir hätten vielleicht vorher fragen sollen, ob sie ein bisschen langsamer spielen können."

Die 5911 Zuschauer gingen friedlich, aber nachdenklich nach Hause. Ein paar Kinder blieben noch an der Bande stehen, um Selfies mit den Hamburger Spielern zu ergattern - besonders Jan Haas war gefragt. Der verabschiedete sich mit einem verschmitzten Grinsen: "War ein schöner Abend für uns. Für die anderen eher nicht."

Und so endete ein Spiel, das aus Rotenburger Sicht wohl schnell vergessen werden will. Der Hamburger SC dagegen dürfte sich den Abend noch oft in Erinnerung rufen - als Beweis dafür, dass Fußball manchmal ganz einfach sein kann: Spiel den Ball, lauf dich frei, triff das Tor. Viermal. Ende der Geschichte.

19.11.643990 13:25
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