Anpfiff
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Hamburger SC schießt Lok Stendal aus dem eigenen Stadion

Ein kalter Februarabend, Flutlicht an, 2.129 Zuschauer mit dicken Schals auf den Rängen - perfekte Bedingungen für ein packendes Pokalduell. Nur: Für Lok Stendal wurde es eher ein frostiger Realitätscheck. Mit 0:3 (0:2) unterlag das Team von Trainer Lucas Hansen im Liga-Pokal der Regionalliga B dem Hamburger SC, der an diesem Abend schlicht eine Nummer zu groß war.

Schon die ersten Minuten ließen erahnen, wohin die Reise gehen würde. Zwar startete Stendal engagiert, Tobias Zimmermann prüfte den Hamburger Keeper Claus Peter in der 8. Minute mit einem satten Schuss - aber der Schlussmann pflückte den Ball so sicher aus der Luft, als habe er ihn selbst bestellt. "Da dachte ich noch: Heute läuft’s!", grinste Zimmermann nach dem Spiel, "leider lief’s dann nur für die anderen."

Hamburg, unter Leitung von Walter Frosch (nein, nicht der legendäre, aber fast so charmant), brauchte keine lange Anlaufzeit. Offensiv, jung, frech - und mit 19 Torschüssen so aktiv, dass die Stendaler Abwehr mehr mit dem Löschen als mit dem Spielen beschäftigt war. In der 26. Minute war es dann soweit: Der 18-jährige Mikael Söderberg traf aus halblinker Position, nach feinem Zuspiel von Dennis Baumann. "Ich habe einfach draufgehalten", sagte Söderberg später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen jugendlicher Unschuld und norddeutschem Selbstbewusstsein lag.

Nur 14 Minuten später klingelte es erneut. Der 17-jährige Timo Werner (nicht der Leipziger, aber fast so schnell) vollendete einen Angriff über die rechte Seite - Ivan Alvar hatte mustergültig aufgelegt. 0:2, Halbzeit, und Lok-Trainer Hansen gestikulierte wild in Richtung seiner Bank, vermutlich um seinen Spielern zu erklären, dass Ballbesitz (49 Prozent) zwar schön, aber ohne Tore eben nur Statistik ist.

In der Pause wurden im Stendaler Imbisswagen die letzten Bratwürste verkauft, während auf dem Rasen schon wieder die Hamburger marschierten. Sie blieben offensiv, fast übermütig - ganz so, als wollten sie beweisen, dass "Offensive" nicht nur auf dem Taktikzettel steht. Und Lok? Versuchte, sich zu wehren. Lucas Zimmermann kassierte in der 74. Minute Gelb, nachdem er wohl mehr Frust als Gegner getroffen hatte.

Das 0:3 in der 67. Minute war dann der endgültige Genickschlag. Niko Hahn, quirlig und unermüdlich, verwandelte nach schönem Zuspiel von Baumann eiskalt. Baumann, der an diesem Abend gleich zwei Assists verbuchte, wurde von seinem Trainer später als "unsichtbarer Held" gefeiert - was er mit einem Achselzucken kommentierte: "Ich mag’s, wenn andere glänzen."

Lok Stendal versuchte es noch mit Distanzschüssen - Lucas Zimmermann in der 82. Minute, wieder ohne Erfolg. Insgesamt kam das Heimteam auf vier Torschüsse, die Gäste auf satte neunzehn. Die Zahlen erzählten dieselbe Geschichte wie das Spiel: kontrollierte Hamburger Dominanz gegen tapfere, aber harmlose Stendaler.

"Wir haben heute Lehrgeld bezahlt", räumte Trainer Hansen ein. "Hamburg hat gezeigt, wie man mit Tempo und Präzision spielt. Aber ich bin stolz, dass meine Jungs bis zum Schluss gekämpft haben." Kollege Frosch konterte trocken: "Kämpfen ist wichtig. Gewinnen ist schöner."

Auf den Rängen applaudierten selbst einige Stendaler Fans den jungen Hamburgern - ein stilles Kompliment an die Leichtigkeit, mit der das Team aus dem Norden aufspielte. In der Mixed Zone scherzte der 17-jährige Werner: "Ich musste nach dem Spiel erst mal meinen Schülerausweis suchen - sonst glaubt mir keiner, dass ich das war."

So ging ein Abend zu Ende, der für Lok Stendal schmerzhaft, für den Hamburger SC aber verheißungsvoll war. Drei Tore, drei Torschützen unter 23, eine Mannschaft, die Lust auf Fußball hat. Während die Lok noch nach dem Anschluss sucht, dampft der Hamburger Zug Richtung Viertelfinale - und das mit ordentlich Pfeffer im Kessel.

Oder, wie ein älterer Stendaler Fan beim Hinausgehen murmelte: "Schön, dass wir wenigstens den besseren Grill hatten." Ironisch, klar - aber irgendwie passte es perfekt zu diesem 0:3.

11.12.643990 14:09
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