Sverige Fotboll
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Halmstad lässt Norrköping im Regen stehen - 2:0 und noch Fragen?

Es war ein kühler Märzabend im Örjans Vall, und die 16.000 Zuschauer sahen etwas, das man wohl als "kontrollierte Dominanz mit nordischem Charme" bezeichnen könnte. Halmstad FK schlug den FC Norrköping mit 2:0 - und das Ergebnis war, man darf es ruhig sagen, noch schmeichelhaft für die Gäste.

Schon die Statistik erzählt die Geschichte eines einseitigen Abends: 21 Torschüsse für Halmstad, ganze 6 für Norrköping. 65 Prozent Ballbesitz für die Hausherren, die den Ball zirkulieren ließen, als gäbe es Punkte für ästhetischen Anspruch. "Wir wollten das Spiel ruhig halten", erklärte Halmstads Trainer, der nach Abpfiff so entspannt wirkte, als hätte er gerade eine Tasse Kamillentee getrunken.

Das Spiel begann, wie es endete: mit Halmstad am Ball. Bereits nach sieben Minuten prüfte Harald Paulsson den jungen Gästetorwart Eri Hecht mit einem satten Schuss aus der Distanz. Drei Minuten später versuchte es Herman Samuelsson, und man konnte fast Mitleid mit Norrköpings Abwehr bekommen - die schien den Ball nur aus der Ferne zu kennen.

In der 17. Minute fiel dann das erste Tor, und es war eines jener Momente, bei denen man sich fragt, ob Außenverteidiger manchmal heimlich Stürmerträume pflegen. Valter Dahlin, eigentlich rechter Verteidiger, tauchte plötzlich im Strafraum auf, nahm eine Vorlage von Paulsson an und versenkte den Ball trocken ins lange Eck. 1:0 - verdient, logisch, fast unvermeidlich.

"Ich stand da einfach richtig. Und ehrlich gesagt, ich war selbst überrascht", grinste Dahlin später. Kurz darauf sah er Gelb, wohl als Erinnerung daran, dass er eigentlich hinten bleiben sollte.

Norrköping? Nun ja, sie versuchten es. In Minute 21 hatte Meir Itzhaki den ersten Torschuss der Gäste, ein eher freundlicher Versuch, der Halmstads Keeper Jakob Sundström kaum aus der Ruhe brachte. Trainer Rico Moschke reagierte zur Pause gleich mit einem Dreifachwechsel - drei frische Teenager, drei frische Hoffnungen. "Wir wollten das Spiel drehen", sagte Moschke später und zuckte dann mit den Schultern. "Hat nicht ganz geklappt."

Nein, das hat es nicht. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Halmstad. Diesmal war es der flinke Rechtsaußen Valter Björklund, der nach einem energischen Antritt über die Mitte das 2:0 markierte (54.). Kein Assist, keine Verwirrung - einfach ein sauberer Treffer, so nüchtern wie schwedischer Kaffee.

Danach spielte Halmstad wie eine Mannschaft, die wusste, dass der Abend ihnen gehörte. Samuelsson, Anderson, und wieder Samuelsson - sie schossen aus allen Lagen. Nur das Aluminium hatte etwas dagegen, dass das Ergebnis noch deutlicher wurde.

"Wir wollten sicher spielen, keine wilden Sachen", erklärte Björklund später in der Mixed Zone. "Aber wenn du so viele Chancen hast, willst du irgendwann einfach Spaß haben."

Norrköping hingegen blieb blass. Sechs Torschüsse - davon zwei in der Schlussphase - sind wenig, wenn man bedenkt, dass sie laut Taktikdaten "offensiv" eingestellt waren. Vielleicht war’s nur offensiv auf dem Papier, denn wirklich gefährlich wurde es nie. Van Dam, der erfahrene Mittelstürmer, wurde in der 47. Minute ausgewechselt, bevor er seinen ersten Ballkontakt im Strafraum hatte.

"Wir haben zu brav gespielt", gestand Coach Moschke, "uns fehlte der Mut." Und dann ergänzte er mit einem bitteren Lächeln: "Vielleicht auch der Ball."

Während Halmstad sich im eigenen Stadion feiern ließ, wirkte es fast, als wäre der Abend schon nach dem Pausenpfiff entschieden. Die Zuschauer sangen, als wollten sie den Frühling herbeirufen, und auf dem Rasen spielte Halmstad weiter mit einer Selbstverständlichkeit, die fast arrogant wirkte.

Selbst in der Nachspielzeit, als Alex Meireles und Samuelsson noch zweimal auf das Tor hämmerten, blieb das Publikum unruhig - sie wollten den dritten Treffer, den krönenden Abschluss. Doch es blieb beim 2:0 - ein Ergebnis, das Trainer Moschke später als "noch gnädig" bezeichnete.

"Wir hätten heute zehn Tore schießen können", meinte Halmstads Kapitän Hermann Samuelsson mit einem Augenzwinkern, "aber wir wollten die Fans ja auch nicht überfordern."

Man kann ihm kaum widersprechen. Halmstad spielte erwachsen, zielstrebig und mit jener nordischen Gelassenheit, die sich selbst im Regen nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Und so endete der Abend, wie er begonnen hatte: mit Applaus für Halmstad, ratlosen Gesichtern bei Norrköping - und einer klaren Erkenntnis. In dieser Form wird Halmstad in der 1. Liga Schweden noch für einige Schlagzeilen sorgen.

Oder wie der Stadionsprecher es trocken formulierte, als die Spieler vom Platz gingen: "Danke für diesen ruhigen Abend - wenigstens einer hatte alles im Griff."

04.12.643993 16:05
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Einige Leute müssen hier im Hintergrund ihre Profilneurosen ausleben. Wenn dieser kleinkarierte Käse so weitergeht, dann geh' ich nach Sylt und bau' Sandburgen.
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