Jamaica News Bulletin
+++ Sportzeitung für Jamaica +++

Greenstars verspielen Führung - 2:2 gegen zähe Villagers

Es war ein Abend, der alles hatte, was ein jamaikanischer Fußballsamstag braucht: 30 Grad, 65.174 Zuschauer im Stadion von Kingston und zwei Teams, die sich gegenseitig nicht wirklich über den Weg trauten. Am Ende trennten sich die Greenstars GSC und die Falmouth Villagers mit einem 2:2 - ein Ergebnis, das beiden Trainern die Laune verdarb, aber immerhin den neutralen Beobachter zufrieden nach Hause schickte.

Schon in der zwölften Minute zappelte der Ball das erste Mal im Netz - allerdings im Tor der Greenstars. Sebastien Gagne, der 33-jährige Rechtsaußen der Villagers, hatte nach Flanke von Arnau de los Reyes plötzlich Platz und traf aus kurzer Distanz. Trainer Hermann Tüllinghoff ballte die Faust, während sein Gegenüber Ostkurve Berlin (ja, das ist wirklich sein Name) an der Seitenlinie stoisch die Kauleiste zusammenbiss. "Wir wollten nicht so früh Geschenke verteilen", sagte er später trocken.

Doch die Greenstars ließen sich nicht lange bitten. Das Publikum forderte eine Antwort, und sie kam in Minute 30. Nach einem sauberen Pass von Rene Bridges schob Guy Larocque den Ball mit der Innenseite ins lange Eck - 1:1, und das Stadion bebte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Larocque später, "und gehofft, dass der Ball die richtige Richtung findet."

Sieben Minuten später drehte der GSC das Spiel komplett. Julien Prentiss, der Mittelstürmer mit dem Hang zum Dramatischen, setzte sich nach einem energischen Lauf von Henri Monroe durch und traf zum 2:1. Der Jubel war laut, das Selbstvertrauen zurück. In dieser Phase spielten die Greenstars offensiv, mutig, mit 46 Prozent Ballbesitz, aber gefühlt doppelt so viel Herz.

Nach der Pause allerdings verloren sie genau das: Herz und Kontrolle. Die Falmouth Villagers, von Coach Tüllinghoff in der Kabine offenbar auf "Langholz und Leidenschaft" eingestellt, drückten aufs Gas. Ihr Rezept: lange Bälle, aggressives Pressing, und hoffen, dass vorne jemand den Fuß hinhält. In der 67. Minute funktionierte genau das. Noah Rose flankte von links, Ashton Bradshaw stieg höher als alle anderen - 2:2.

"Das war pure Willenskraft", sagte Bradshaw nach Abpfiff. "Oder vielleicht einfach Glück. Aber über das reden wir lieber nicht."

Danach wurde es zäh und hektisch. Zwei Gelbe Karten für die Villagers (Veloso in der 59., Van Buren in der 77.) zeugten von der wachsenden Nervosität, während Greenstars-Kapitän Pascal Carter schon früh (3. Minute) verwarnt worden war und sich den Rest des Spiels sichtlich zurückhielt.

Ostkurve Berlin versuchte, mit späten Wechseln frischen Wind zu bringen - gleich drei auf einmal in der 89. Minute, darunter der junge Torhüter Jay Dunn. "Ich wollte den Jungs zeigen, dass wir alle Teil dieser Mannschaft sind", erklärte der Coach mit einem ironischen Grinsen, als man ihn fragte, warum er seinen Keeper kurz vor Schluss ausgewechselt hatte.

In der Nachspielzeit hatte Julien Prentiss noch einmal die große Chance zum Sieg, sein Schuss in der 91. Minute aber landete in den Armen von Ernesto Ferrer, dem sicheren Schlussmann der Villagers. Ferrer, 31, grinste später: "Ich hab einfach gebetet, dass er nicht in den Winkel fliegt. Gott war wohl heute ein Villager."

Statistisch gesehen war es ein Duell auf Augenhöhe: 12 Torschüsse der Greenstars, 11 der Villagers, Ballbesitz leicht zugunsten der Gäste (53 zu 47 Prozent). Die Greenstars gewannen etwas mehr Zweikämpfe, aber die Villagers hatten das letzte Lächeln - oder zumindest den letzten Konter.

Trainer Tüllinghoff zeigte sich nach dem Spiel zufrieden: "Wir haben gezeigt, dass wir Rückstände drehen können. Auch wenn’s am Ende kein Sieg war - moralisch war’s einer." Ostkurve Berlin hingegen seufzte: "Wenn du 2:1 führst und dann das Spiel herschenkst, fühlst du dich wie beim Monopoly, wenn du Parkstraße verkaufst."

Die Zuschauer verließen das Stadion klatschnass - vom Schweiß, von der Spannung, vielleicht auch vom karibischen Bier. Und irgendwo zwischen den Tribünen hörte man einen Fan rufen: "Ein Punkt ist besser als keiner!" - worauf ein anderer erwiderte: "Aber zwei wären besser gewesen!"

Ein gerechtes Unentschieden also, in einem Spiel, das keinem weh tat, aber allen etwas erzählte: Von Leidenschaft, von Fehlern, von der Schönheit des Chaos namens Fußball. Und wer weiß - vielleicht klappt’s für die Greenstars beim nächsten Mal wieder mit dem Glück, das sie heute an der Eckfahne verloren haben.

22.06.643990 01:37
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Das ist Wahnsinn! Da gibt's Spieler im Team, die laufen noch weniger als ich!
Toni Polster nach einer Niederlage
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager