Jamaica News Bulletin
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Greenstars überrollen Clarendon - Hubbert mit Dreierpack im Rausch der Sterne

46312 Zuschauer im Greenstars-Stadion sahen an diesem lauen Januarabend eine Gala, die wohl noch eine Weile in den Fanforen besprochen wird. Mit 4:0 (1:0) fegte Greenstars GSC den bedauernswerten Gast Clarendon Sporting vom Platz - und das Ergebnis war am Ende fast noch schmeichelhaft für die Gäste.

Der Star des Abends hieß Jacob Hubbert. Drei Tore, ein Dauergrinsen und vermutlich ein Schulterklopfen von jedem Ordner auf dem Rückweg in die Kabine. "Ich wollte einfach Spaß haben", sagte der 21-Jährige später, als hätte er gerade ein lockeres Trainingsspiel bestritten. Spaß hatte er - Clarendon eher weniger.

Bereits in der 17. Minute platzte der Knoten. Franck Bridges flankte von links, Hubbert lauerte im Strafraum und drosch den Ball ohne großes Zögern unter die Latte. Torhüter Louis Buffett, der sich an diesem Abend eher wie das Buffet für Greenstars’ Angreifer fühlte, blieb nur staunendes Zusehen.

Dabei hatte Clarendon in den ersten Minuten gar nicht schlecht begonnen. Ein bisschen Ballbesitz (47,2 Prozent), ein paar nette Kombinationen - und dann kam der erste von insgesamt 23 Schüssen aufs Tor der Gastgeber. Die Gäste selbst brachten es auf ganze zwei harmlose Versuche, die Keeper Vincent Abbadie nicht einmal die Handschuhe beschmutzten.

In der Pause stand es "nur" 1:0, und manch einer auf der Tribüne fragte sich, ob Greenstars den Sack jemals zubinden würde. Trainer Ostkurve Berlin - ja, so heißt er wirklich - blieb ruhig. "Ich sagte den Jungs, sie sollen einfach weiterlaufen. Irgendwann fällt der Ball schon wieder rein", grinste er später.

Er fiel. Und wie. In der 57. Minute verlängerte Innenverteidiger Thierry Gagnon eine Ecke per Kopf, Hubbert stand wieder goldrichtig und nickte zum 2:0 ein. Die Greenstars spielten da längst in einem Modus, den man nur als "offensive Dauerfreude" beschreiben kann.

Clarendon versuchte alles, was in den taktischen Anweisungen unter "balanced" und "no pressing" zu finden war - und blieb damit so gefährlich wie ein Papiertiger im Regen. Der verletzungsbedingte Ausfall von Linksverteidiger Christian Blanchard in der 49. Minute tat sein Übriges, um die Defensive endgültig ins Wanken zu bringen.

In der 70. Minute dann das 3:0 - natürlich wieder Hubbert. Diesmal nach feinem Zuspiel von Jerome Bostwick, der anschließend jubelnd in Richtung Tribüne rief: "Ich mach die Arbeit, er kriegt die Schlagzeilen!" Das Publikum lachte, Hubbert lachte, selbst Trainer Berlin musste schmunzeln.

Doch Bostwick bekam seine Belohnung noch. Nur sieben Minuten später, in der 77. Minute, zog er nach einer Vorlage des flinken Linksverteidigers Bernard Browning ab - und traf flach ins rechte Eck. 4:0, der Deckel drauf, und die Greenstars-Fans tanzten auf den Rängen.

Clarendon-Coach - der sich nach Abpfiff nur kurz äußern wollte - murmelte ein müdes "Wir haben unsere Linie verloren". Seine Spieler wirkten, als hätten sie eher den Bus verloren. Lediglich Mittelfeldmann Jorgen Gulbrandsen schoss einmal gefährlich aufs Tor (45.), ansonsten blieb die Offensive ein Schatten ihrer selbst.

Taktisch blieb Greenstars, wie die Daten verraten, über 90 Minuten offensiv eingestellt, aggressiv, mit hohem Einsatz und kontrolliertem Passspiel. Pressing brauchte es da gar nicht - der Ball lief auch so wie am Schnürchen. "Wir wollten Spaßfußball zeigen", meinte Trainer Berlin. "Und wenn’s dann 4:0 ausgeht, beschwert sich keiner."

Kurz vor Schluss gönnte er sogar seinem jungen Ersatzkeeper Jay Dunn ein paar Minuten Einsatzzeit. "Der Junge soll auch mal Stadionluft schnuppern", so Berlin. Dunn grinste später: "Ich hatte zwei Ballkontakte - einen Abschlag und einen High-Five."

Nach dem Schlusspfiff blieb der Jubel laut, die Lichter hell, und Hubbert wurde mit Sprechchören gefeiert. Ob er seinen Ball mitgenommen hat? Natürlich. "Der liegt jetzt im Bett neben mir", witzelte er, "meine Freundin ist nicht begeistert."

Fazit des Abends: Greenstars GSC präsentierte sich wie ein Team auf Kurs Titelkampf, Clarendon Sporting hingegen wie eines, das dringend einen Kompass braucht. 23:2 Torschüsse, über 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe und ein Publikum, das schon in der 80. Minute "Olé" rief - mehr Dominanz geht kaum.

Und irgendwo in der Hauptstadt von Jamaica wird man sich noch lange an diesen Abend erinnern, an dem ein junger Stürmer namens Jacob Hubbert drei Tore erzielte und aus einem normalen Ligaspiel eine kleine Legende machte.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen sagte: "Wenn die so weiter spielen, braucht Clarendon nächste Woche keine Gegner - sondern Therapeuten."

29.03.643987 11:52
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