Jamaica News Bulletin
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Greenstars kämpfen sich nach 1:3-Rückstand zu wildem 3:3 gegen Kingston Blues

Es war ein Abend, der alles bot, was der Begriff "karibischer Fußball" verspricht: Sonne, Schweiß, Emotionen - und ein 3:3, das keiner so richtig erklären konnte. Die 59.755 Zuschauer im Greenstars-Stadion erlebten eine Achterbahnfahrt zwischen Genie und Wahnsinn.

Schon die ersten Minuten ließen ahnen, dass die Kingston Blues nicht zum Sightseeing angereist waren. Offensiv eingestellt, aggressiv im Pressing und mit langen Bällen wie aus dem Lehrbuch des britischen Fußballs, setzten sie die Greenstars sofort unter Druck. In der 8. Minute knallte Max Bethune nach Zuspiel von Geert Vanderveer den Ball in die Maschen - eiskalt, wie ein Mann, der schon beim Aufwärmen wusste, dass heute was geht. "Ich hab gesehen, dass der Keeper zu weit draußen war", grinste Bethune nach dem Spiel, "also dachte ich mir: Warum nicht gleich mal anfangen?"

Nur vier Minuten später legte Samuel Grantham nach, diesmal nach Vorarbeit des Innenverteidigers Isaac Bail. 2:0 nach zwölf Minuten - die Blues spielten wie entfesselt. Und weil’s so schön war, erhöhte Linksverteidiger Vanderveer in der 17. Minute selbst zum 3:0. Trainer Kevin Tüllinghoff riss die Arme hoch, die Ersatzbank tanzte Limbo.

Doch wer die Greenstars kennt, weiß: Sie sind ein Team für die Dramaturgie. In der 19. Minute meldete sich Julien Prentiss zurück - ein wuchtiger Kopfball nach einer Flanke von der rechten Seite, die eigentlich schon zu weit schien. "Ich wollte einfach irgendwas treffen - Ball, Gegner, Latte, egal", lachte Prentiss später. Es wurde der Ball, und zum Glück auch das Tor zum 1:3.

Mit diesem Hoffnungsschimmer ging’s in die Pause. Trainer Ostkurve Berlin - ja, so heißt der Mann wirklich - wirkte an der Seitenlinie zwischen genervt und erleuchtet. "Ich hab ihnen gesagt: Wir haben das Stadion, wir haben die Sonne, wir haben Julien - also raus da und macht was draus!" erzählte er nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern.

Und seine Jungs hörten. Die zweite Halbzeit gehörte den Greenstars - 16 Torschüsse insgesamt, Ballbesitz fast ausgeglichen, Einsatz bis zum Umfallen. Guy Larocque, der schon in Halbzeit eins zweimal knapp gescheitert war, netzte in der 60. Minute nach feiner Vorarbeit von Prentiss zum 2:3 ein. Die Tribüne explodierte, jemand verlor sein Bier, und plötzlich war wieder alles möglich.

Nur eine Minute später, als die Kingston-Abwehr noch mit Gedanken beim Gegentor war, schlug Jerome Bostwick zu. Der 25-Jährige verwertete einen Pass von Mittelfeldstratege Pedro Puerta mit der Präzision eines Uhrwerks. 3:3. Der Ausgleich, das Wunder, das Stadion bebte.

Danach spielten beide Teams auf Sieg - die Greenstars mit Herz, die Blues mit langen Bällen und der Hoffnung auf eine göttliche Eingebung. Die Statistik spricht Bände: 16 Torschüsse der Gastgeber gegen nur 5 der Gäste, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Greenstars. Aber das Spiel blieb wild, unberechenbar, manchmal auch schlicht verrückt.

In der 86. Minute dann der Wermutstropfen: Rechtsverteidiger Henri Monroe sah nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot. "Ich hab doch nur den Ball getroffen - irgendwann, irgendwie", verteidigte er sich schmunzelnd. Trainer Berlin kommentierte trocken: "Er wollte wohl sicherstellen, dass wir das Unentschieden auch wirklich verdienen."

Die letzten Minuten gehörten den Blues, doch Ersatzkeeper Vincent Abbadie, der in der 74. Minute für den angeschlagenen Laurent Boulanger kam, hielt, was zu halten war. Nach dem Schlusspfiff lagen sich erschöpfte Spieler in den Armen - auf beiden Seiten.

Trainer Tüllinghoff wirkte trotz verspielter Führung erstaunlich gefasst: "Wenn man 3:0 führt und trotzdem 3:3 spielt, kann man sich ärgern. Oder man sagt: Immerhin haben wir drei Tore auswärts gemacht."

Sein Gegenüber grinste: "Ich sag’s mal so: Wir haben zur Pause 1:3 hinten gelegen, und ich hab trotzdem keine Stimme mehr - das ist doch ein gutes Zeichen."

So endete ein Spiel, das niemand vergessen wird - nicht wegen taktischer Finesse oder spielerischer Perfektion, sondern weil es einfach alles bot: Tempo, Tore, Karten und ein bisschen Wahnsinn. Ein Unentschieden, das sich wie ein Sieg anfühlt - zumindest für die Greenstars.

Und irgendwo auf der Tribüne murmelte ein alter Fan beim Abgang: "Wenn die so weiter spielen, brauch ich bald Herztabletten - aber ich komm trotzdem wieder."

21.04.643987 18:04
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Einige haben von einem recht guten Spiel gesprochen. Da frage ich mich, ob ich zum Augen- oder zum Ohrenarzt muss.
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