Diarios de Futbol
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Greenstars GSC zerlegen Sporting Cali - und sich selbst fast gleich mit

79500 Zuschauer sahen im Amerikaliga-Viertelfinal-Rückspiel ein Spiel, das man am besten als Mischung aus Oper, Actionfilm und Slapstick beschreibt. Am Ende jubelten die Greenstars GSC über ein 4:2 (1:2) gegen Sporting Cali - und der Trainer überlebte den Abend vermutlich nur dank Baldrian und einer stabilen Trainerbank.

Schon in der 5. Minute legte Rene Hartshorn los, als wolle er das Rückspiel im Alleingang entscheiden. Nach einem präzisen Zuspiel von Guy Larocque zog der Mittelfeldmann ab - 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten, weil Guy so laut geschrien hat, dass ich dachte, er meint mich", grinste Hartshorn später.

Doch dann kam Sporting Cali. Michel Mendes, der Mann mit der linken Klebe, glich in der 13. Minute aus, als die Greenstars-Abwehr kollektiv auf Kaffeepause schien. "Das war kein Fehler", verteidigte Trainer Ostkurve Berlin seine Hintermannschaft mit einem Schulterzucken, "das war Kunst - moderne Verteidigung versteht man eben nicht sofort."

Kurz vor der Pause drehte Gerard Barthez das Spiel. In der 42. Minute verwandelte er einen blitzsauberen Angriff über die linke Seite, eingeleitet vom jungen Adrian Domingo, der gerade erst eingewechselt worden war. 1:2 - und plötzlich herrschte Grabesstille im Stadion.

"In der Kabine hab ich gesagt: Jungs, wir spielen zu Hause, also tut wenigstens so, als ob ihr das glaubt!", verriet Ostkurve Berlin nach der Partie. Offenbar hat’s gewirkt. Denn in der zweiten Halbzeit verwandelten sich die Greenstars in das, was ihr Name verspricht: funkelnde Sterne mit Wucht und Witz.

Erst traf Julien Prentiss (60.), der Mittelstürmer mit dem Charme eines Holzfällers, nach Vorarbeit von Innenverteidiger Pascal Carter. Vier Minuten später legte Rechtsverteidiger Henri Monroe nach - mit einem satten Schuss, der so präzise war, dass man meinte, er habe das Tor vorher mit dem Laser vermessen. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Monroe lachend zu, "aber manchmal ist der Ball einfach klüger als ich."

Das 3:2 brachte Sporting Cali völlig aus dem Konzept. Trainer Michael Jakel warf wild mit Anweisungen um sich, die irgendwo zwischen "alle nach vorn!" und "bloß kein Risiko!" changierten. Seine Spieler entschieden sich für die zweite Variante - und kassierten prompt das 4:2: In der 84. Minute war es wieder Larocque, der nach Vorlage von Prentiss vollendete.

Danach war klar, wer ins Halbfinale einzieht. Die Greenstars spielten die letzten Minuten mit einer Mischung aus Selbstbewusstsein und Übermut, während Sporting Cali mit hängenden Köpfen den Abpfiff erwartete.

Die Statistiken erzählten die Geschichte noch einmal in Zahlen: 17 Torschüsse der Greenstars gegenüber 8 von Cali, 55 Prozent Ballbesitz, knapp 52 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und ein Torwart Laurent Boulanger, der in der zweiten Halbzeit kaum noch etwas zu tun bekam.

"Wir haben in der Pause einfach beschlossen, Fußball zu spielen", erklärte Prentiss mit einem Augenzwinkern. "In der ersten Halbzeit haben wir’s nur versucht."

Sporting-Coach Jakel dagegen rang um Fassung: "Wir haben offensiv gespielt, aggressiv, mutig - aber leider nicht sehr erfolgreich. Vielleicht hätten wir mal defensiv denken sollen."

Im Stadion feierten die Fans der Greenstars, als wäre der Titel bereits gewonnen. Einer sang sogar ein improvisiertes Lied über Henri Monroe, das - sagen wir diplomatisch - nicht bühnenreif war. Der Verteidiger selbst nahm’s gelassen: "Ich hatte schon schlechtere Kritiken."

So endet ein Abend, an dem Greenstars GSC wieder zeigte, warum Fußball manchmal kein Sport, sondern Theater ist. Es gab Dramatik, Lacher, Spannung - und vier Tore, die das Publikum noch auf dem Heimweg diskutierte.

Oder, wie Trainer Ostkurve Berlin es formulierte, als er mit Kaffee in der Hand durch die Katakomben schlenderte: "Wir haben 90 Minuten lang gleichzeitig gespielt, gelitten und gelacht. So soll’s doch sein, oder?"

Man kann ihm schwer widersprechen. Und wer dieses Spiel gesehen hat, weiß - die Amerikaliga hat wieder ein echtes Spektakel erlebt.

09.12.643987 07:30
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Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner ihn hat, muß man sich fragen: Warum!? Ja, warum? Und was muß man tun? Ihn sich wiederholen!
Giovanni Trappatoni
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