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Manchmal ist Fußball eine Frage des Gedächtnisses - oder der Erinnerung daran, dass ein Spiel aus zwei Hälften besteht. Die Greenstars GSC hatten das zur Pause offenbar vergessen. Erst nach dem Seitenwechsel erinnerte sich die Mannschaft von Trainer Ostkurve Berlin daran, dass man Tore schießen darf - und wie. Nach 90 intensiven Minuten vor 55.650 Zuschauern hieß es am Ende 3:1 gegen Real Pereira, das nach starkem Beginn völlig den Faden verlor. Dabei hatte alles so gut für die Gäste begonnen. In der 20. Minute setzte Paul Gaudin, der linke Wirbelwind aus Pereira, ein erstes Ausrufezeichen. Nach feinem Zuspiel von Alexandre Blanchet zog er von links in die Mitte und schlenzte den Ball unhaltbar ins lange Eck. "Da dachte ich, heute läuft’s wie geschmiert", grinste Gaudin später - ohne zu ahnen, dass das sein einziger Grund zur Freude bleiben würde. Die Greenstars wirkten in dieser Phase wie Statisten im eigenen Stadion. Zwar hatten sie mehr Ballbesitz (am Ende 56 Prozent) und feuerten insgesamt 16 Schüsse aufs Tor ab, doch im ersten Durchgang war das eher Beschäftigungstherapie für Real-Keeper Dominique Preher. Trainer Ostkurve Berlin, bekannt für seine expressive Seitenlinien-Performance, raufte sich mehrmals den Schirm seiner Kappe zurecht und murmelte in Richtung Assistent: "Wenn wir den Ball schon behalten, könnten wir ihn auch mal nützlich verwenden." Nach dem Pausentee - vermutlich mit doppelt Zucker - kam die Wende. Henri Monroe, eigentlich Rechtsverteidiger mit einer Vorliebe für geordnete Defensive, stürmte in der 67. Minute nach vorne, bekam den Ball von Innenverteidiger Thierry Gagnon serviert und drosch ihn entschlossen unter die Latte. 1:1 - und plötzlich war das Stadion wieder wach. "Ich weiß nicht, warum ich da so weit vorne war", gab Monroe zu, "aber manchmal muss man die innere Stürmerseele rauslassen." Nur acht Minuten später drehte Gagnon selbst das Spiel. Nach einer Ecke von Pedro Puerta stieg der bullige Abwehrchef am höchsten und nickte zum 2:1 ein. Pereira wirkte konsterniert, Trainer Merlin Polzin schüttelte missmutig den Kopf. "Wir standen da wie Touristen beim Sightseeing - alle schauen, keiner greift ein." Das Spiel war nun endgültig gekippt. Greenstars kombinierte, Pereira konterte halbherzig, und die Zuschauer witterten Blut. Der überragende Jerome Bostwick, der schon das ganze Spiel über an allen gefährlichen Szenen beteiligt war, setzte in der 78. Minute den Deckel drauf. Nach erneutem Zuspiel von Puerta nahm er den Ball elegant mit, täuschte einen Schuss an, ließ Verteidiger Eckert ins Leere rutschen und schob cool zum 3:1 ein. "Jerome war heute einfach nicht zu stoppen", lobte Trainer Ostkurve Berlin nach dem Spiel. "Er hat den Gegner nicht nur überlaufen, sondern wahrscheinlich auch psychologisch demoliert." Bostwick selbst blieb bescheiden: "Ich wollte einfach Spaß haben. Tore sind da nur ein angenehmer Nebeneffekt." Real Pereira versuchte in der Schlussphase noch einmal, den Anschluss zu erzwingen. Gaudin, Tiago und Auch feuerten aus allen Lagen, doch Greenstars-Keeper Laurent Boulanger - kurz vor Schluss für Jay Dunn ausgewechselt, um Standing Ovations zu kassieren - hielt den Laden dicht. Die Zweikampfquote von 53 Prozent sprach am Ende ebenso für die Gastgeber wie die deutlich bessere Körpersprache. Trainer Merlin Polzin fasste das Elend seiner Mannschaft lakonisch zusammen: "Wir haben in der ersten Halbzeit gut Fußball gespielt und in der zweiten guten Rasen bewundert." Für Greenstars GSC ist der Auftakt in die Gruppenrunde der Amerikaliga damit gelungen. Ein 3:1, das nach Arbeit, Wut und dann doch nach Spielfreude schmeckte. Die Fans sangen noch lange nach Abpfiff, während Ostkurve Berlin mit verschränkten Armen in die Fankurve blickte - zufrieden, aber auch ein bisschen überrascht. "Ich hab ihnen in der Pause nur gesagt, sie sollen einfach spielen", verriet er mit einem Grinsen. "Vielleicht hätte ich das schon vor dem Spiel sagen sollen." Ein Satz, der wohl in der Kabine hängen bleibt - passend zu einem Abend, an dem die Greenstars erst spät, aber dann umso eindrucksvoller aufleuchteten. 29.03.643987 08:57 |
Sprücheklopfer
Die Alte ist trotzdem unheimlich in Ordnung! Ich habe sie kennengelernt, als ihr Zahnarzt mir das Esszimmer neu tapeziert hat. Kerstin merkte sofort, dass ich bei der Behandlung ein bißchen Schiss hatte. Sie hielt mir ganz lieb das Händchen.
Rudi Assauer über seine neue 24-jährige Lebensgefährtin, die als Zahnarzthelferin arbeitet