Jamaica News Bulletin
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Greenstars drehen das Spiel - Kingston Boys stolpern über ihre Chancen

Ein lauer Samstagabend in Kingston, 79.421 Zuschauer, tropische Luft und ein Stadion, das bebte, als die Kingston Boys aufliefen. Alles war angerichtet für einen Fußballabend, der in der jamaikanischen 1. Liga noch lange Gesprächsthema bleiben dürfte. Am Ende jubelten allerdings die Gäste: Greenstars GSC entführten mit einem 2:1-Sieg drei Punkte aus der Hauptstadt - und ließen die heimischen Fans in ungläubiges Schweigen zurück.

Dabei begann alles so verheißungsvoll für die Boys von Trainer Mahatma Haathi. Bereits in der 11. Minute brachte Thomas Guillory seine Farben in Führung. Nach feiner Vorarbeit von Guillaume Pienaar zog der Linksaußen aus spitzem Winkel ab - und traf. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Guillory später, "der Ball roch nach Tor." Das Stadion tobte, die Fanfaren dröhnten, und Haathi ballte an der Seitenlinie die Fäuste.

Doch die Euphorie hielt nicht lange. Die Greenstars, von ihrem Coach Ostkurve Berlin - ja, so heißt er tatsächlich - offensiv eingestellt und mit gnadenlosem Pressing, schlugen noch vor der Pause zurück. In der 44. Minute zappelte der Ball im Netz der Kingston Boys: Thierry Maurice zog nach einem feinen Querpass von Franck Bridges ab - 1:1. Der Ausgleich war verdient, denn die Gäste hatten sich zunehmend befreit und die Defensive der Hausherren ins Schwimmen gebracht.

"Wir wussten, dass Kingston gerne das Spiel kontrolliert, also haben wir sie einfach rennen lassen", erklärte Coach Berlin nach dem Spiel mit einem süffisanten Lächeln. "Am Ende waren sie müder als wir - und das ist hier unten selten der Fall."

Die Statistik gibt ihm recht: Trotz 57 Prozent Ballbesitz und 16 Torschüssen schafften es die Boys nicht, die Partie zu dominieren. Greenstars konterten klug, schossen 18-mal aufs Tor und wirkten in den entscheidenden Momenten frischer und entschlossener.

Die zweite Halbzeit begann zäh, die Luft stand schwer über dem Rasen, und der Schweiß tropfte in Strömen. Die Kingston Boys ließen den Ball laufen, aber ohne Biss. Immer wieder versuchte Asier Meireles, die Lücken zu finden, doch seine Abschlüsse waren so harmlos wie ein Sommerregen. "Wir hatten alles im Griff - nur den Ball nicht im Tor", seufzte Meireles später.

In der 60. Minute kam dann der Nackenschlag. Nach einer Ecke stieg Innenverteidiger Thierry Gagnon am höchsten und köpfte den Ball wuchtig ins Netz - 1:2. Wieder war Bridges der Vorlagengeber, wieder sah die Kingston-Defensive nicht gut aus. "Wir trainieren Standards jede Woche", sagte Haathi nach dem Spiel, "aber offenbar in einem Paralleluniversum."

Von da an war es ein Anrennen gegen die Zeit. Die Boys drückten, Guillory prüfte Greenstars-Keeper Vincent Abbadie mehrfach, doch der 22-Jährige hielt alles, was auf ihn zuflog. In der 89. Minute durfte er sich dann verabschieden - Jay Dunn kam für ihn zwischen die Pfosten. Warum, wusste niemand so genau. "Er wollte wohl auch mal Gras unter den Stollen spüren", witzelte später ein Fan auf der Tribüne.

Kurz darauf kam es noch bitterer: Greenstars-Youngster Leon Cochran verletzte sich in der Nachspielzeit und humpelte vom Feld. Doch selbst das brachte die Gäste nicht aus dem Konzept. Sie spielten das Ergebnis routiniert über die Zeit - ein reifer Auftritt eines Teams, das langsam nach Höherem greift.

Nach dem Abpfiff standen die Kingston Boys enttäuscht auf dem Rasen. Einige Fans applaudierten, andere pfiffen. Trainer Haathi suchte nach Worten: "Wir haben Fußball gespielt, sie haben Tore geschossen. Da ist der Unterschied."

Auf der anderen Seite war die Stimmung ausgelassen. Ostkurve Berlin tanzte mit seinen Spielern auf dem Rasen, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen. "Wir sind Greenstars - und heute haben wir wirklich geleuchtet", rief er den Journalisten zu, bevor er in der Kabine verschwand.

Für die Kingston Boys bleibt die Erkenntnis: Ballbesitz ist schön, Tore sind schöner. Und manchmal reicht schon ein Verteidiger namens Thierry, um eine ganze Stadt zum Schweigen zu bringen.

Das Schlusswort überlassen wir einem Fan, der auf dem Weg zum Ausgang murmelte: "Wir hatten alles - nur kein Glück. Und manchmal auch das nicht."

Ein Satz, der wohl den ganzen Abend perfekt zusammenfasst.

30.07.643993 10:22
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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