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Greenock City verspielt Heimsieg - Dunfermline Pars siegen spät mit 2:1

Es war ein nasskalter Donnerstagabend im Greenock Stadium, aber die 17.666 Zuschauer bekamen ein Spiel geboten, das sie zumindest innerlich auf Temperatur brachte: Greenock City unterlag den Dunfermline Pars mit 1:2 (1:1) - und das trotz eines Sturmlaufs, der eher an eine Schießbude erinnerte als an einen kontrollierten Fußballauftritt.

Schon in der achten Minute schien alles nach Plan zu laufen für die Hausherren. Innenverteidiger Ralf Weber, der sonst eher für rustikale Klärungsaktionen bekannt ist, fand nach einer Ecke von Archie Barclay den Ball vor den Füßen - und donnerte ihn kompromisslos unter die Latte. 1:0! Weber rannte jubelnd Richtung Eckfahne, wo ihm Barclay lachend zurief: "Das war so nicht abgesprochen!" - "Doch, doch", schnaufte Weber nach dem Spiel, "ich hatte das im Training genau so vorgehabt - nur da hat’s nie geklappt."

Doch wer glaubte, Greenock würde daraufhin die Kontrolle übernehmen, irrte. Dunfermline blieb ruhig, spielte mit 56 Prozent Ballbesitz clever die Räume zu und wartete geduldig auf seine Chance. In der 40. Minute war es dann der 18-jährige Sean Lochiel, der mit einem kühlen Abschluss zum 1:1 traf, nach feiner Vorarbeit von Guillaume Smet. Der Youngster grinste später: "Ich hab gar nicht gemerkt, dass der Ball drin war - ich dachte, der Keeper hätte ihn noch."

Trainer Tobias Lutz der Pars stapfte an der Seitenlinie zufrieden im Regen: "Wir wollten Greenock kommen lassen und dann zuschlagen. So ein bisschen wie ein Kater, der mit der Maus spielt." Sein Gegenüber, Jürgen "Kloppo" Kloppo, hingegen sah das anders: "Wir hatten 16 Torschüsse, die müssen wir einfach besser nutzen. Aber wir schießen halt lieber den Torwart berühmt."

Nach der Pause drückte Greenock City weiter, besonders über die linke Seite mit Moshe Chouraqui, der in der 61. Minute beinahe den Führungstreffer erzielte, aber in Tiago de la Fuente seinen Meister fand. Der portugiesische Keeper der Pars hechtete, grätschte, und irgendwann schien er sogar zu fliegen - zumindest behaupteten das die Fans in Block C.

Dann kam die verhängnisvolle 75. Minute: Während Greenock gleich dreifach wechselte - Meira, Yilmaz und Carter kamen - nutzte Dunfermline die Verwirrung eiskalt. Ein schneller Angriff über die rechte Seite, Pontikos flankte flach, und Leonardo Cerva vollendete trocken zum 2:1. Während die Pars jubelten, stand Kloppo noch mit dem Wechselformular in der Hand. "Das war natürlich dummes Timing", gab er später zu, "aber ich kann ja schlecht die Zeit anhalten."

Greenock warf nun alles nach vorn. Leon MacBean prüfte de la Fuente mit einem Kopfball (77.), Jan Winchel feuerte aus der zweiten Reihe (58.), doch der Ball wollte einfach nicht mehr ins Tor. Stattdessen kassierte Rechtsverteidiger Jacob Erskine in der 84. Minute noch Gelb, weil er - so sah es der Schiedsrichter - "zu leidenschaftlich" protestierte. "Ich hab nur gefragt, ob er die Brille vergessen hat", verteidigte sich Erskine später süffisant.

Die Schlussphase war purer Nervenkitzel. Coach Lutz gestikulierte wild, Kloppo brüllte über den Platz, und irgendwo zwischen all dem Trubel rief ein Greenocker Fan: "Wir brauchen Ralf Weber wieder vorne!" - der hatte da allerdings schon Krämpfe.

Am Ende blieb es beim 1:2. Die Pars jubelten, Greenock haderte. "Wir haben uns selbst geschlagen", knurrte Weber in der Mixed Zone. "Zweimal nicht aufgepasst, zweimal bestraft. Klassisch." Lochiel dagegen grinste breit: "Ich bin 18, ich darf sowas genießen."

Statistisch betrachtet war es ein Spiel der Effizienz gegen den Aufwand: Greenock mit 16 Schüssen, Dunfermline mit nur 9 - aber eben zwei Treffern. Ballbesitz 43 zu 56 Prozent, Tacklingquote leicht zugunsten der Gastgeber. Doch was nutzen Zahlen, wenn die Punkte auf der anderen Seite bleiben?

Kloppo fasste es am trockensten zusammen: "Wir spielen guten Fußball, aber wir müssen aufhören, das schönste Tor des Abends immer den anderen zu überlassen."

Für Dunfermline war es der dritte Sieg in Folge - und für Greenock City ein Abend, der mit Applaus begann und mit Kopfschütteln endete.

Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions murmelte: "Wenn Fußball gerecht wäre, hätten wir gewonnen. Aber dann wäre es ja kein Fußball."

09.12.643987 06:30
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