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Greenock City stolpert - Glasgow Gers siegen clever mit 2:1

Es war ein windiger Freitagabend im Cappielow Park, und die 15.643 Zuschauer bekamen ein Spiel zu sehen, das weniger durch taktische Brillanz als durch jugendliche Frechheit entschieden wurde. Greenock City unterlag den Glasgow Gers mit 1:2 (0:1) - ein Ergebnis, das den Gastgebern nicht schmeckt, aber in seiner Logik kaum zu bestreiten war.

Die Gers begannen druckvoll, mit der Selbstverständlichkeit einer Mannschaft, die keine Angst vorm eigenen Schatten hat. Schon in der ersten Minute prüfte der 19-jährige Pascal Balzac Greenocks Keeper Reece Napier mit einem Distanzschuss, der das Tornetz immerhin von außen streichelte. "Ich wollte gleich zeigen, dass wir da sind", grinste Balzac nach dem Spiel, als hätte er gerade die Champions League gewonnen.

Greenock City, unter der Leitung von Jürgen "Kloppo" Kloppo, hatte zunächst mehr Ballbesitz (am Ende 51,7 Prozent) und sah durchaus bemüht aus, aber die Präzision fehlte. "Wir haben den Ball gut laufen lassen, nur leider in die falschen Räume", gab Kloppo später mit einem bitteren Lächeln zu.

In der 23. Minute wurde das druckvolle Spiel der Gers erstmals belohnt: Der flinke William Buchanan zog von rechts in die Mitte, bekam den Ball von Corey McShane serviert und versenkte das Leder trocken ins rechte Eck - 0:1. Napier war chancenlos, und Buchanan jubelte mit ausgestreckten Armen vor dem Gästeblock, als wolle er sagen: "Na, das war doch einfach."

Greenock reagierte mit sichtlicher Wut, aber wenig Fortune. Lewis Sinclair prüfte Gästetorwart Oscar Beer mit einem satten Schuss (19.), Jacob Yilmaz drosch den Ball später aus 20 Metern knapp drüber (63.). Das Publikum brummte, das Bier floss, und irgendwo auf der Tribüne soll ein Fan verzweifelt gerufen haben: "Schießt doch mal auf das richtige Tor!"

Nach der Pause wurde das Spiel offener, lebhafter - und kurzzeitig sogar gerecht. In der 57. Minute startete der erst 17-jährige Mason Innes auf rechts einen beherzten Lauf, flankte scharf in den Strafraum, wo Lewis Sinclair stand, wie ein erfahrener Haudegen, und den Ball per Direktabnahme zum 1:1 verwandelte. Der Jubel war ohrenbetäubend. Sinclair riss Innes in die Arme und schrie ihm ins Ohr: "Das war Zucker, Junge!"

Doch wer dachte, das Momentum kippe nun endgültig, irrte. Keine elf Minuten später schlugen die Gers erneut zu. Ernesto Mendilibar - der Name klingt nach spanischem Trainer, aber auf dem Platz ist er ein eiskalter Vollstrecker - nutzte in der 68. Minute eine halbgare Abwehraktion der Greenocker und schlenzte den Ball elegant ins lange Eck. 1:2. Jubel, Spottgesänge aus dem Gästeblock, und auf der Heimtrainerbank ein Kloppo, der sich in seine Kapuze vergrub.

"Wir haben es den Jungs zu leicht gemacht", sagte der Greenock-Coach später. "Zwei Chancen, zwei Tore - das ist Effizienz, die man nur aus der IKEA-Anleitung kennt: Wenig Aufwand, große Wirkung." Sein Gegenüber, offenbar weniger geneigt zu nordischem Humor, meinte trocken: "Wir haben unser Spiel gespielt. Balanced, wie immer."

Statistisch gesehen war es ein Duell auf Augenhöhe: 11 Torschüsse für Greenock, 15 für die Gers, die Tackling-Quote beinahe ausgeglichen (49 zu 51 Prozent). Doch die Gäste wirkten in den entscheidenden Momenten schlicht reifer. Selbst als Max Sutherland in der 86. Minute Gelb sah, grinste er nur, als hätte er gerade einen Bonbon gewonnen. "Der Schiri hat Humor", raunte er im Vorbeigehen.

Die letzten Minuten gehörten noch einmal Greenock City. Ein wilder Schuss des eingewechselten Edward Davidson (77.) rauschte nur knapp am Pfosten vorbei, und in der 81. Minute setzte der junge Innes das Leder haarscharf über die Latte. Das Stadion stand Kopf - und sank Sekunden später wieder in die Sitze.

Nach dem Abpfiff applaudierte das Publikum trotzdem. Vielleicht aus Höflichkeit, vielleicht aus Mitleid. "Die Jungs haben gekämpft", sagte Kloppo, während er einem Fan seinen Schal zurückgab, den er versehentlich auf die Trainerbank geworfen hatte. "Aber manchmal kämpft man eben gegen Windmühlen - oder gegen Gers mit Glückssträhne."

Und so nahm Glasgow drei Punkte mit nach Hause, Greenock blieb nur der Trost, wenigstens nicht schlechter gespielt zu haben. Die Jugend der Gers - Balzac, McShane, Buchanan, Sutherland - hatte an diesem Abend die Routine der City-Männer überstrahlt.

Ein Journalist fragte Buchanan zum Schluss, ob er an den Titel denke. Der grinste nur: "Titel? Wir denken höchstens bis nächste Woche. Aber wenn’s so weiterläuft, muss ich wohl bald einen größeren Schuhschrank kaufen."

Man kann’s ihnen nicht verdenken. Wer so gewinnt, darf ruhig ein bisschen zu groß träumen.

30.09.643987 22:11
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Da kann er sich doch freuen, mit mir spielen zu können.
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