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Gladbecker Feuerwerk - 4:1 gegen Herne und ein Abend voller Geschichten

Wenn 33.504 Menschen an einem kalten Januarabend den Weg ins Gladbecker Stadion finden, dann muss etwas Besonderes in der Luft liegen. Und tatsächlich: Der FC Gladbeck zündete beim 4:1 (2:1) über Westfalia Herne ein Offensivfeuerwerk, das selbst die eingefrorenen Finger auf der Tribüne wieder wärmen konnte. Trainer El Comandante - der Mann mit dem wohl martialischsten Spitznamen der Liga - hatte seiner Mannschaft offenbar die Lizenz zum Angriff erteilt. "Wir wollten einfach Spaß haben", grinste er nach dem Spiel. Spaß hatten sie. Und Tore gab’s obendrauf.

Dabei begann alles mit einem Schreckmoment für die Heimfans. Schon in der 14. Minute traf Peyami Kas für die Gäste aus Herne - ein platzierter Schuss aus 18 Metern, nach schönem Zuspiel von Vicente Galan. Kurz darauf drehte sich FC-Torwart Curt Adler zu seinem Innenverteidiger Noah Ulrich und rief angeblich: "Kein Problem, wir fangen einfach nochmal von vorn an!" Und genau das taten sie.

Nur eine Minute später: Charles Aubin, der Flügelmotor aus Frankreich, trifft nach Vorlage von Leandro Moutinho zum Ausgleich. Das Stadion tobte. "Ich hab den Ball einfach getroffen, nicht gedacht - nur gemacht", meinte Aubin später, als wäre das alles reine Physik gewesen. Drei Minuten danach setzte Kevin Schreiner noch einen drauf. Der 33-Jährige, der sonst eher für das Grobe im Mittelfeld zuständig ist, schlenzte den Ball nach Ecke Obradovic zum 2:1 ins Netz. "Einmal im Jahr darf ich das", lachte Schreiner im Kabinengang.

Herne, das laut Statistik mit 51 Prozent Ballbesitz die etwas aktivere Mannschaft war, kam zwar besser ins Passspiel, fand aber kaum Wege durch Gladbecks aggressive Offensive. 16 Torschüsse der Hausherren standen am Ende nur fünf der Gäste gegenüber - und das obwohl Hernes Trainer Jayden Sabo seine Männer offensiv eingestellt hatte. "Wir wollten mutig sein. Leider waren wir nur mutig bis zur Mittellinie", sagte er mit einem gequälten Lächeln.

Die zweite Halbzeit begann mit einer Gladbecker Druckphase, die an einen schlecht gelaunten Staubsauger erinnerte - sie saugten Herne einfach auf. Nach einer Stunde brachte El Comandante frische Kräfte: Jake Boyd ersetzte Jay Lindsay, und Javier Antunes kam für Knud Wilhelm. Letzterer klatschte seinem Trainer beim Rausgehen ab und murmelte: "Ich hab das Tor schon gerochen." Antunes nahm den Duft wohl auf, denn in der 72. Minute machte er den Sack fast zu. Nach perfekter Vorlage von Aubin schob er überlegt zum 3:1 ein.

Wer dachte, Gladbeck würde sich danach zurücklehnen, kannte Francisco Gallardo nicht. Der 33-jährige Rechtsaußen, der in der 86. Minute noch genug Sprit im Tank hatte, hämmerte den Ball nach Vorarbeit von Ulrich zum 4:1-Endstand unter die Latte. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Gallardo mit einem Grinsen. El Comandante antwortete trocken: "Dann flank doch öfter so."

Kurz vor Schluss wurde’s noch kurz hektisch: Noah Ulrich sah in der 90. Minute Gelb, nachdem er offenbar meinte, auch Herne brauche ein Souvenir aus Gladbeck. Und auf der anderen Seite musste Manuel Jorge verletzt raus - eine bittere Szene für die Gäste, die ohnehin kaum noch Hoffnung hatten.

Am Ende sang das Publikum, die Spieler klatschten sich ab, und El Comandante ließ sich feiern wie ein General nach gewonnenem Feldzug. "Das war kein perfektes Spiel", sagte er dann aber erstaunlich nüchtern. "Aber manchmal ist Chaos unsere beste Waffe."

Westfalia Herne dagegen steht nach dieser Niederlage mit leeren Händen da, obwohl sie den Ball öfter hatten und zu Beginn mutig auftraten. "Wir waren kurz die bessere Mannschaft", sagte Torschütze Peyami Kas, "aber kurz ist im Fußball eben manchmal zu kurz."

Statistisch bleibt ein bemerkenswerter Befund: Gladbeck mit weniger Ballbesitz, aber mehr Biss. Mehr Schüsse (16:5), bessere Zweikampfquote (55 Prozent) und am Ende vier Tore - ein klares Statement an die Liga.

Ob das nun der Beginn eines Gladbecker Höhenflugs ist, wird sich zeigen. Aber an diesem Abend war das Stadion ein Tollhaus, und man hatte das Gefühl, dass selbst der Rasen lächelte.

Oder wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn das so weitergeht, kauf ich mir wieder ’ne Dauerkarte - und ’nen Herzschrittmacher gleich dazu."

22.02.643987 19:25
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