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Gladbeck trotzt Ballbesitz-Monster Pforzheim - 3:2-Sieg mit Nerven aus Stahl

Ein kalter Januarabend, Flutlicht, 35.526 Zuschauer, und ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst: Der FC Gladbeck hat am 18. Spieltag der 1. Liga Deutschland den FC Pforzheim mit 3:2 bezwungen - und das trotz gerade einmal 41 Prozent Ballbesitz. "Uns gehört vielleicht nicht der Ball, aber die Tore schon", grinste Gladbecks Trainer El Comandante nach Abpfiff und zwinkerte in die Kameras.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag: Schon in der 10. Minute brachte Kevin Schreiner die Gastgeber in Führung. Der 33-jährige Mittelfeldroutinier nahm einen Querpass von Charles Aubin volley - und der Ball zappelte unhaltbar im Netz. Pforzheims junger Keeper Gianluigi Donnarumma, zarte 17 Jahre alt, hechtete vergeblich. "Ich hab’s rauschen gehört, aber nicht gesehen", murmelte der Torwart später selbstkritisch.

Pforzheim, von Trainer Max Kaufmann gewohnt offensiv eingestellt, ließ sich davon nicht beirren. Mit fast 60 Prozent Ballbesitz zirkulierte der Ball elegant durch die Reihen, doch die Gladbecker verteidigten mit bissiger Leidenschaft. Argün Tas, der junge Innenverteidiger der Hausherren, grätschte, blockte und bellte seine Mitspieler wie ein Feldwebel zusammen. Der Lohn: Nur sieben Torschüsse für die Gäste in der ersten Halbzeit - und eine Gelbe Karte für Pforzheims Innenverteidiger Jannis Karl (32.) sowie direkt danach für Rechtsverteidiger Björn Gärtner (33.).

"Das war kein Fußballspiel, das war eine Materialschlacht", stöhnte Pforzheims Mittelfeldmann Richard Mertens in der Pause. El Comandante hingegen blieb gelassen: "Genau so wollten wir’s. Erst laufen lassen, dann zuschlagen."

Nach dem Seitenwechsel kamen frische Kräfte bei den Gladbeckern: In der 60. Minute brachte der Coach gleich drei Neue - Hess für Schreiner, Kuhn für Jemez und Helguera für Gallardo. Und kaum hatte sich das Publikum sortiert, fiel der Ausgleich: In der 62. Minute traf Jannick Richter für Pforzheim nach einem feinen Steckpass, der die Gladbecker Abwehr kurzzeitig in Tiefschlaf versetzte.

Doch Gladbeck antwortete prompt - und wie! Nur vier Minuten später (66.) war es Charles Aubin, der über links nach innen zog, den Ball auf den rechten Fuß legte und trocken abschloss. Vorlagegeber Antonio Helguera, gerade erst eingewechselt, jubelte mit ausgestreckten Armen Richtung Trainerbank. "Ich hab gesagt, lass mich rein, ich mach Dampf", grinste der Spanier später - und hielt Wort.

Pforzheim drückte, kombinierte, und belohnte sich in der 74. Minute durch ein kurioses Tor des Linksverteidigers Marc Blanchard, der einen abgefälschten Ball volley ins lange Eck drosch. Der junge Ronald Hamann hatte den Assist geliefert. 2:2 - und das Spiel stand auf Messers Schneide.

Doch wieder dauerte es keine fünf Minuten, bis Gladbeck zuschlug. In der 79. Minute leitete Stürmer Philip Kuhn - auch ein Joker - den Ball geschickt auf Helguera weiter, der aus zwölf Metern zum 3:2 einschob. Stadionexplosion, Bierduschen, Freudentränen. "Ich hab einfach draufgehalten", meinte Helguera später trocken. El Comandante brüllte derweil an der Seitenlinie: "So spielt man Fußball, compañeros!"

Die Schlussphase hatte alles, was ein Herzinfarkt braucht: Pforzheim drückte verzweifelt, Blanchard hatte in der 80. Minute sogar noch einmal den Ausgleich auf dem Fuß, doch Gladbecks Keeper Curt Adler parierte spektakulär. In der 86. Minute sah Tas für ein rustikales Foul Gelb - sein Trainer applaudierte ironisch. "Er hat wenigstens getroffen", kommentierte El Comandante später süffisant.

In der Nachspielzeit hagelte es noch eine Verwarnung für Pforzheims Ben Brinkmann (91.), der nach einem verlorenen Zweikampf den Ball frustriert wegdrosch. Danach war Schluss - und Gladbeck feierte den dritten Heimsieg in Folge.

Statistisch betrachtet war es ein Spiel, das den Fußballromantikern den Kaffee verschütten ließ: 8:7 Torschüsse, aber 59 Prozent Ballbesitz für Pforzheim, das an diesem Abend alles hatte - außer Effizienz. "Wir hatten Kontrolle, aber keine Kälte", analysierte Trainer Kaufmann nüchtern.

Am Ende aber zählte nur eines: Gladbeck hatte seine Chancen genutzt und den Gegner mit purer Leidenschaft niedergerungen. "Wir sind vielleicht keine Künstler", sagte Torschütze Aubin, "aber wir wissen, wie man kämpft."

Und so verließen 35.000 Zuschauer das Stadion mit klammen Fingern, aber warmem Herzen. Gladbeck lacht, Pforzheim hadert - und irgendwo in der Kabine summte El Comandante leise vor sich hin: "Viva la Effizienz."

15.08.643987 11:37
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Es gibt nur einen Ball. Wenn der Gegner ihn hat, muß man sich fragen: Warum!? Ja, warum? Und was muß man tun? Ihn sich wiederholen!
Giovanni Trappatoni
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