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Gladbeck trotzt allen Widerständen - 4:2-Sieg gegen Rüsselsheim im Torfestival

Es war ein Freitagabend, an dem der Fußballgott offenbar Lust auf Spektakel hatte. 36.975 Zuschauer im Gladbecker Stadion sahen beim 8. Spieltag der 1. Liga ein Duell, das mehr mit einem Rockkonzert als mit Taktikschulung gemein hatte. Der FC Gladbeck besiegte den FC Rüsselsheim mit 4:2 (2:2) - ein Spiel voller Tempo, Emotionen und gelegentlicher Verwirrung in beiden Abwehrreihen.

Schon nach sechs Minuten bebte die Tribüne. Charles Aubin, sonst eher für seine filigranen Dribblings bekannt, zog nach Pass von Francisco Gallardo einfach mal ab - und plötzlich lag der Ball im Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Aubin später schelmisch. "Aber manchmal hört der Ball einfach auf mich."

Nur sechs Minuten später setzte Gladbeck nach. Linksverteidiger Jake Boyd startete über die Seite, legte quer, und Javier Antunes schob zum 2:0 ein. Rüsselsheims Torwart Erik Wild reckte die Arme gen Himmel, als wolle er fragen: "Warum immer ich?"

Doch wer dachte, das Spiel sei entschieden, hatte die Rechnung ohne Meik Moeller gemacht. Der Rüsselsheimer Flügelflitzer hatte offenbar beschlossen, das ganze Stadion an seine Existenz zu erinnern. In der 16. Minute drosch er den Ball nach Zuspiel von Max Stapleton unter die Latte - und in der 25. Minute legte er nach, diesmal nach Vorlage von Vitorino Oliveira. Aus 0:2 wurde 2:2, und plötzlich roch es im Stadion nach Dramatik und Herzkasper.

"Wir waren kurz davor, uns selbst zu hypnotisieren", knurrte Gladbecks Trainer El Comandante später. "Zwei Tore Vorsprung, dann denken die Jungs, das Spiel ist ein Spaziergang. Aber Fußball ist kein Wellnessurlaub."

Bis zur Pause blieb es beim offenen Schlagabtausch. Rüsselsheim hatte sogar etwas mehr Ballbesitz (52 Prozent), aber Gladbeck war gefährlicher - 13 Torschüsse gegenüber zehn. Die Fans beider Lager dürften in der Halbzeit kaum gewusst haben, ob sie Wasser oder Baldrian trinken sollten.

Nach Wiederanpfiff änderte sich das Bild: Gladbeck spielte zielstrebiger, bissiger, ja fast wie von Comandante persönlich in die Seele gezwickt. In der 57. Minute schlug Marwin Sorglos zu - mitnichten sorglos, sondern eiskalt. Nach klugem Zuspiel von Kevin Schreiner drosch er den Ball zum 3:2 ins Eck. "Ich hab’s einfach gespürt", sagte Sorglos nach dem Spiel, "so wie man spürt, dass Montagmorgen der Wecker zu früh klingelt."

Rüsselsheim versuchte, noch einmal zu antworten. Paulo Figo, der rechte Flügelstürmer mit dem großen Namen, prüfte Gladbecks Keeper Curt Adler gleich mehrfach - aber der alte Haudegen im Tor hatte heute wohl seine Spiderman-Handschuhe an.

Dann kam die 74. Minute. Wieder Charles Aubin. Wieder ein Schuss, wieder ein Tor. Diesmal nach Vorarbeit des eingewechselten Antonio Helguera. 4:2 - und die Gladbecker Kurve explodierte. Aubin rannte zur Eckfahne, breitete die Arme aus, und man konnte schwören, er rief: "Vive la Gladbeck!"

Kurz darauf sah Noah Ulrich Gelb, weil er im Eifer des Gefechts mehr Ball und Gegner zugleich traf. "Das war nur ein kleiner Gruß an den Schiri", meinte Ulrich lachend. Auf der Gegenseite kassierte Rüsselsheims Walter Thiel kurz vor Schluss ebenfalls Gelb - wohl eher Frust als Foul.

Trainer Joao Felipe vom FC Rüsselsheim blieb erstaunlich gelassen: "Wir haben gut gespielt, aber Gladbeck war heute einfach gnadenlos effizient. Vier Chancen, vier Tore - das ist fast schon unhöflich."

Die Zuschauer gingen zufrieden, die Gladbecker Spieler mit stolzgeschwellter Brust. Zwei Tore von Aubin, eins von Antunes, eins von Sorglos - eine Offensivgala, die auch den neutralen Beobachter begeisterte. Und während El Comandante nach dem Abpfiff mit verschränkten Armen in den Nachthimmel blickte, murmelte er: "Manchmal ist Chaos eben die schönste Taktik."

In Zahlen klang der Abend so: 13:10 Torschüsse, 47,8 Prozent Ballbesitz für Gladbeck, 52,2 Prozent für Rüsselsheim - und ein Ergebnis, das sich in den Köpfen der Fans einbrennen dürfte.

Und weil Fußball ohne Pathos nur halber Spaß ist, sei das letzte Wort einem Zuschauer hinter Block D überlassen, der beim Verlassen des Stadions seufzte: "Wenn jedes Spiel so wäre, würd ich mir glatt eine Dauerkarte auf Raten holen."

Ein launiger, turbulenter Abend also. Gladbeck tanzt, Rüsselsheim trauert - und die Liga hat wieder ein kleines Spektakel mehr in ihren Annalen.

10.04.643987 03:55
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