Elfmeter
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Gifhorn sticht Hasborn spät aus - Hartmann und Janssen treffen eiskalt

Es war ein Abend, an dem der FC Hasborn alles versuchte - und am Ende doch wieder in die sprichwörtliche Röhre blickte. Vor 3311 Zuschauern in der heimischen Arena setzte sich der MTV Gifhorn am 17. Spieltag der Verbandsliga D mit 2:0 (0:0) durch. Zwei Treffer binnen sieben Minuten entschieden ein Spiel, das lange auf Messers Schneide stand - und in dem Hasborns Torhüter Pechvogel des Tages wurde.

Schon vor dem Anpfiff hatte sich eine gewisse Spannung über das Stadion gelegt. 20:15 Uhr, Flutlicht, knackige Kälte - und zwei Teams, die sich taktisch wie Zwillinge glichen: beide "ausgewogen", beide mit "sicherem" Abschlussverhalten, beide ohne Pressing. Klingt nach Schachpartie? Wurde es auch - zumindest in Halbzeit eins.

Hasborn kam besser ins Spiel. Bereits in der ersten Minute prüfte Cesar Antonio den Gifhorner Keeper Leon McShane mit einem satten Linksschuss. Der zuckte nur mit den Schultern: "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste er später. Doch das Leder strich haarscharf am Pfosten vorbei. In der Folge entwickelte sich ein munteres Hin und Her, das allerdings mehr an ein Freundschaftsspiel im Sommer erinnerte als an ein Punktespiel mitten im Januar.

Der erste Aufreger kam in der 27. Minute - allerdings nicht in Form eines Treffers, sondern eines Schreckmoments. Hasborns Stammtorwart Luka Eder verdrehte sich bei einem Abstoß das Knie und musste ausgewechselt werden. Ersatzmann David Puerta kam, zog sich die Handschuhe über, klopfte sich auf die Brust und rief in Richtung der Tribüne: "Jetzt wird’s ernst!" - ein Satz, der später fast prophetisch wirken sollte.

Bis zur Pause blieb es beim 0:0. Gifhorns Curt Janssen und Ernesto Teixeira hatten zwar einige Schüsse abgegeben, doch Hasborn hielt mit. Die Statistik sprach eine leichte Sprache: 47,9 Prozent Ballbesitz für Hasborn, 52,1 für Gifhorn - also praktisch Gleichstand. Auch die Torschüsse (11:17) zeigten: Viel Aufwand, wenig Ertrag.

Dann kam die 50. Minute. Arne Moll, der rechte Verteidiger der Gifhorner, marschierte wie entfesselt die Linie entlang, flankte scharf in den Strafraum - und Andre Hartmann, der mit 34 Jahren und grauen Schläfen das Sinnbild erfahrener Abgezocktheit ist, schob eiskalt ein. 1:0 Gifhorn. "Ich habe einfach nur gehofft, dass keiner im Weg steht", sagte Hartmann hinterher mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Demut und Schadenfreude pendelte.

Hasborn wirkte geschockt, und kaum hatte sich die Abwehr neu sortiert, klingelte es schon wieder. Sieben Minuten später zog der junge Janssen (21) aus 20 Metern ab - und das Leder zischte unhaltbar in den Winkel. Wieder hatte Moll die Vorlage geliefert, wieder war Puerta chancenlos. Der Ersatzkeeper schlug frustriert die Hände vors Gesicht. "So ist Fußball", meinte er später trocken.

Trainer Ewald Neumann von Gifhorn stand derweil stoisch an der Seitenlinie, verschränkte die Arme und murmelte: "Ich hab’s ja gesagt: Geduld ist unser Stürmer." Nach dem Spiel war er ungewohnt redselig: "Wir wollten kompakt bleiben, ruhig auf unsere Chancen warten - und dann eiskalt zuschlagen. Hat diesmal geklappt. Nächste Woche klappt’s vielleicht wieder nicht, aber das ist dann das Problem des Gegners."

Hasborn versuchte noch einmal alles. In der 77. Minute donnerte Cesar Antonio den Ball knapp drüber, in der 80. scheiterte Gustav Dietz an McShane, und in der Nachspielzeit sah Simon Nagel noch Gelb, nachdem er sich bei einem Frustfoul zu einem übermotivierten Tackling hatte hinreißen lassen.

Als Schiedsrichterin Jana Rütten nach 93 Minuten abpfiff, sanken einige Hasborner Spieler auf den Rasen. "Wir haben viel investiert, aber zu wenig draus gemacht", sagte Mittelfeldmotor Niels Sonne. "Und wenn du vorne das Ding nicht reinmachst, trifft’s dich hinten doppelt."

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus - und einem leicht ironischen "Das nächste Mal klappt’s bestimmt!". Vielleicht ja wirklich, aber an diesem Abend war Gifhorn schlicht cleverer, zielstrebiger und ein kleines bisschen glücklicher.

Am Ende steht ein 0:2, das nüchtern betrachtet verdient war. Hasborns Einsatz blieb unbelohnt, Gifhorns Effizienz wurde belohnt. Und irgendwo in der Kabine dürfte Ewald Neumann leise gesummt haben - vielleicht kein Siegeslied, aber ein zufriedenes Pfeifen über drei Punkte, die sich seine Mannschaft erarbeitet, erlitten und letztlich erspielt hatte.

Oder wie Hartmann es später auf den Punkt brachte: "Wir haben heute nicht schön, aber richtig gespielt. Und das ist manchmal der Unterschied zwischen einem Punkt und einem Bier."

So endete ein Winterabend in Hasborn - kalt, klar und mit einem Sieger aus Gifhorn, der genau wusste, wann man treffen muss.

13.08.643987 18:30
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