Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Giannina verschenkt den Sieg - Atromitos klaut Punkt in der Schlussphase

Es war einer dieser Abende in Ioannina, an denen man sich fragt, ob Fußball wirklich gerecht ist. 27.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion sahen ein Giannina, das sich die Füße wund spielte - und ein Atromitos, das mit sechs Torschüssen und viel Geduld einen Punkt entführte. 1:1 hieß es am Ende - ein Resultat, das sich für die Gastgeber anfühlte wie eine Niederlage und für die Gäste wie ein kleiner Feiertag.

Von Beginn an machte Giannina klar, wer Herr im Haus ist. Trainer Kai Häntsch hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt, mit einer Frontlinie, die Franck Rochefort, Jose Enrique Rivilla und Jack Sutherland ständig in Bewegung hielt. Schon nach sieben Minuten prüfte Rui Bosingwa den gegnerischen Keeper Jannis Lee mit einem satten Schuss - der junge Torhüter klärte spektakulär und klopfte sich danach selbst auf die Brust, als hätte er gerade den Pokal gewonnen.

Atromitos hingegen spielte, als wäre man versehentlich in die falsche Liga geraten: lange Bälle, wenig Risiko, viel Verteidigungsarbeit. "Wir wollten erstmal überleben", gab Trainer Michael Graf nach der Partie mit einem schiefen Grinsen zu. Seine Mannschaft stand tief, konterte selten, aber gefährlich - Daniel Celine hatte in der 16. Minute die erste Gelegenheit, zielte jedoch direkt auf Gianninas Torwart Alejandro Ronaldo, der nicht mal in den Fangmodus wechseln musste.

Die erste Halbzeit verging mit einer Serie von Giannina-Chancen, die allesamt das gleiche Ende fanden: ein verzweifelter Fan auf der Tribüne schlug sich die Hände über dem Kopf zusammen, während Rochefort, Rivilla und Co. den Ball knapp am Tor vorbeisetzten. Zur Pause: 0:0 - und ein Raunen im Stadion, das sagte: "Das kann nicht gut ausgehen."

Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst nichts - nur dass Häntsch frische Beine brachte: Ramsay und Günther kamen, und plötzlich lief der Ball noch flüssiger. In der 63. Minute platzte endlich der Knoten. Diego Assis, der alte Stratege im Mittelfeld, spielte einen Pass mit der Präzision eines Uhrwerks, Rochefort zog ab - 1:0! Der Jubel war ohrenbetäubend. "Ich hatte das Gefühl, das ganze Stadion atmet endlich wieder", meinte Assis später - bevor er in der 88. Minute selbst Gelb sah, weil er einem Gegenspieler einen etwas zu leidenschaftlichen Ratschlag zur Taktik gab.

Giannina blieb am Drücker, 17 Torschüsse insgesamt, doch die Erlösung blieb aus. Stattdessen kam, was im Fußball so oft kommt, wenn man vorne zu viel liegen lässt: die kalte Dusche. In der 81. Minute kombinierte sich der eingewechselte Joseph Cawdor durch die Mitte, legte quer, und Humberto Ferreira traf mit einem Schuss, der mehr Willen als Eleganz hatte - 1:1. Atromitos jubelte, als wäre es das WM-Finale. "Ich hab einfach draufgehalten", lachte Ferreira nach dem Spiel. "Und irgendwie ist das Ding reingegangen."

Danach wurde es hektisch. Häntsch schrie an der Seitenlinie so laut, dass selbst die Ersatzspieler zusammenzuckten. "Wir haben das Spiel in der Hand gehabt - und dann geben wir’s her", knurrte er später. Seine Mannschaft drückte weiter, aber Lee im Tor von Atromitos hatte seinen besten Abend. In der 89. Minute fischte er noch einen Schuss von Carles Castano - diesmal auf der anderen Seite - aus dem Winkel, als wollte er beweisen, dass auch Torhüter Kunst verstehen.

Statistisch betrachtet war Giannina klar überlegen: 49 Prozent Ballbesitz (mehr war bei Atromitos’ Langholz-Fußball kaum möglich), fast dreimal so viele Abschlüsse und eine Zweikampfquote von über 53 Prozent. Doch auf der Anzeigetafel stand am Ende eben nur das, was zählt: 1:1.

"Wenn du 17 Mal aufs Tor schießt und nur einmal triffst, dann hast du kein Glück - sondern ein Problem", sagte Häntsch und verschwand Richtung Kabine. Sein Gegenüber Graf grinste: "Wir haben gespielt, was wir können: lange Bälle, Herz und ein bisschen Chaos."

Das Publikum verabschiedete die Mannschaften mit gemischten Gefühlen. Einige Giannina-Fans applaudierten tapfer, andere riefen: "Mehr Konzentration, weniger Kunst!" Ein älterer Herr auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: "Schöner spielen hilft nix, wenn der Ball nicht rein will."

So blieb am 6. Spieltag der griechischen Superliga ein Ergebnis stehen, das beiden Teams nur halb schmeckt - Giannina, weil sie zwei Punkte verschenkten, Atromitos, weil sie kaum je so viel gelitten haben für einen Zähler.

Und irgendwo in der Kabine von Giannina saß ein frustrierter Franck Rochefort, blickte auf seine Schussstatistik - sieben Versuche, ein Tor - und murmelte: "Nächstes Mal ziele ich einfach auf den Torwart. Vielleicht geht er dann rein."

17.03.643987 23:01
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