Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Giannina schockt Atromitos - ein wilder Abend in Athen endet 2:3

Es war einer dieser Abende, an denen die Zuschauer im Stadion von Peristeri sich fragten, ob sie ein Fußballspiel oder eine griechische Tragödie erleben. 26.791 Fans sahen Atromitos gegen Giannina - und wurden Zeugen eines Spiels, das schon nach 21 Minuten entschieden schien, dann aber doch noch seinen eigenen, dramatischen Rhythmus fand.

Trainer Michael Graf hatte seine Atromitos-Elf offensiv eingestellt, das passte zu den 58 Prozent Ballbesitz und den langen Pässen, die sich wie Pfeile durch die Luft zogen. Doch Giannina kam mit einem klaren Plan: schnell, direkt, eiskalt. Und dieser Plan ging auf - erschreckend früh.

Bereits in der 10. Minute zappelte der Ball im Netz: Jose Enrique Exposito, der unscheinbare Mittelfeldmann mit der Ruhe eines Schachgroßmeisters, traf nach feiner Vorarbeit von Joao Morte. Drei Minuten später legte Glenn Verbeke nach, diesmal nach Pass von Rafael Lomban. 2:0 - eine kalte Dusche für die Gastgeber, die zu diesem Zeitpunkt noch versuchten, den Ballbesitz in Sicherheit umzuwandeln.

"Wir waren noch am Sortieren, da stand es schon 0:2", knurrte Trainer Graf nach der Partie. "Ich hätte mir gewünscht, dass wir wenigstens bis zur 15. Minute durchatmen dürfen."

Atromitos antwortete immerhin mit einem schönen Treffer in der 20. Minute: Heinz Kroll, der rechte Flügelstürmer, verwertete eine butterweiche Hereingabe von Timm Rauch. Rauch grinste später: "Ich hab einfach blind in die Mitte geflankt - Heinz stand da, weil er sonst nie woanders steht." Hoffnung keimte auf, doch nur 60 Sekunden später machte Giannina sie zunichte. Gerasimos Choutos traf aus spitzem Winkel, wieder nach Vorlage von Joao Morte. 3:1 - und noch nicht mal ein Viertel des Spiels war gespielt.

In der Pause war das Stadion geteilt: die einen pfiffen, die anderen bestellten schon das zweite Bier. Graf reagierte - er brachte Humberto Ferreira und Nevio de Almeida, um mehr Struktur ins Mittelfeld zu bringen. Ferreira später mit Galgenhumor: "Ich kam rein, um das Spiel zu beruhigen. Hat fast geklappt - wenn man die letzten 45 Minuten ignoriert."

Denn obwohl Atromitos im zweiten Durchgang das Spiel bestimmte, fielen die Tore lange nicht. Giannina verteidigte clever, manchmal mit Glück, manchmal mit dem beherzten Einsatz eines Dimosthenis Iosifidis, der sich in der 87. Minute noch eine Gelbe Karte abholte, quasi als Souvenir des Abends.

Die Gäste hatten insgesamt 15 Torschüsse, Atromitos 10 - und während die Hausherren in Schönheit erstarrten, rettete sich Giannina mit stoischer Ruhe über die Zeit. Erst in der 70. Minute gelang Nicola Sala der 2:3-Anschlusstreffer, wieder nach einer Vorlage von Dauerläufer Timm Rauch. Danach wurde es hitzig: Morte musste nach einem unglücklichen Zweikampf verletzt runter, Atromitos drängte, und der Stadionsprecher überschlug sich beinahe bei jeder Ecke.

"Wir haben uns reingekämpft, aber manchmal reicht das eben nicht", meinte Sala nach dem Abpfiff, während er sich die Schweißperlen aus dem Bart wischte. "Wenn du in der 21. Minute 1:3 hinten liegst, brauchst du schon die Göttin Nike persönlich, um das noch zu drehen."

Giannina-Trainer Kai Häntsch dagegen wirkte fast verlegen über den Auswärtssieg. "Wir haben stark begonnen, dann viel verteidigt", sagte er, "und am Ende einfach gehofft, dass der Schiedsrichter nicht noch fünf Minuten drauflegt."

Die Statistik unterstreicht die Ironie des Spiels: Atromitos hatte mehr Ballbesitz, mehr Pässe, mehr Wille - aber weniger Tore. Giannina hatte weniger vom Ball, aber mehr vom Leben.

Als der Schlusspfiff ertönte, sackten einige Atromitos-Spieler auf den Rasen, als hätten sie gerade einen Marathon hinter sich. Graf klopfte seinem Team trotzdem auf die Schultern. "Ich kann ihnen keinen Vorwurf machen", murmelte er. "Außer vielleicht, dass sie den Gegner nicht gefragt haben, ob sie langsamer schießen können."

Ein Spiel, das in seiner ersten Viertelstunde mehr bot als manch anderer Spieltag in 90 Minuten - mit einem Giannina, das clever und effizient war, und einem Atromitos, das zwar kämpfte, aber zu spät aufwachte. Am Ende bleibt ein 2:3, das sich für die Gäste wie ein Triumph und für die Gastgeber wie eine offene Rechnung anfühlt.

Und irgendwo auf der Tribüne sagte ein älterer Fan beim Hinausgehen: "Wenn wir so weiterspielen, brauchen wir bald keine Dramaturgen mehr - das macht Atromitos schon selbst."

02.06.643993 12:54
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