Athlitiki Icho
+++ Sportzeitung für Griechenland +++

Giannina schlägt Kallithea: Zwei Treffer, viel Geduld und ein Hauch Dramatik

Es war einer dieser Abende in Ioannina, an denen der Himmel tief hängt, der Ball springt wie ein Ziegenbock und 27.000 Zuschauer mit jeder Minute ungeduldiger werden. Am Ende aber gingen sie alle zufrieden nach Hause - Giannina besiegte Kallithea FC mit 2:0, und das völlig verdient.

Die Partie begann, wie so viele Spiele, die um Geduld bitten. Giannina stürmte, Kallithea stand. In den ersten 20 Minuten feuerte die Heimelf gleich fünf Schüsse aufs Tor, Rui Bosingwa durfte gleich zweimal hintereinander Maß nehmen. "Da dachte ich schon, das wird wieder so ein Abend, an dem wir alles treffen - nur nicht das Tor", grinste er später.

Kallithea hielt mit Ballbesitz dagegen - 52,7 Prozent sprechen für einen gepflegten Aufbau, aber eben nicht für Torgefahr. Die Gäste wirkten bemüht, aber harmlos. Zoran Budan und Vaios Manos versuchten es früh, doch Torwart Alejandro Ronaldo - ja, er heißt wirklich so - pflückte die Bälle sicher herunter.

Die erste Hälfte endete torlos, aber nicht ereignislos. Gianninas Trainer Kai Häntsch ging mit verschränkten Armen in die Kabine, murmelnd: "Wenn Geduld eine Trophäe wäre, hätten wir sie schon."

Dann, endlich, Minute 58: Diego Albentosa steckt durch, Franck Rochefort startet zentral, ein kurzer Haken, ein flacher Schuss - 1:0. Das Stadion explodiert, die Fans singen, der Himmel reißt auf. Rocheforts Jubel? Ein Sprint zur Eckfahne, die Arme weit - als wolle er die ganze Stadt umarmen. "Ich hab nur gedacht: endlich", sagte der Franzose später, "und dann kam die Gänsehaut."

Kurz darauf ein kurioser Moment: Torwartwechsel bei Giannina. Nuno Carvalho kommt für Ronaldo. "Alejandro hatte etwas am Oberschenkel, und ich dachte, jetzt darf ich auch mal", witzelte Carvalho später. Seine ersten Aktionen? Zwei lange Pässe ins Seitenaus - aber wenigstens mit Stil.

Kallithea versuchte nun, das Spiel zu drehen, doch es blieb beim Versuch. Die Gäste kamen siebenmal zum Abschluss - meist aus der Distanz, meist harmlos. Trainer Häntsch kommentierte trocken: "Wenn du mehr Torschüsse hast, aber weniger Ballbesitz, machst du irgendwas richtig." Und er sollte recht behalten.

In der 83. Minute dann die Entscheidung: Rui Bosingwa flankt von rechts, der Ball segelt wie an einem unsichtbaren Draht in den Strafraum, und Albentosa - der Taktgeber im Zentrum - läuft ein, nimmt direkt ab, Tor! 2:0, Deckel drauf. Fast gleichzeitig bleibt Gerasimos Choutos nach einem Zweikampf liegen, muss behandelt werden. Für einen Moment wird’s still im Stadion. Doch bald steht er wieder, humpelnd, aber lächelnd. "Ich wollte die Schlussminuten sehen. So ein Sieg schmeckt besser, wenn man ihn auf dem Rasen erlebt", sagte er später.

Gelbe Karten gab’s natürlich auch - Joris Vandenhoff (48.) und Glenn Verbeke (78.) für Giannina, Georges Konrad (76.) und Galaktion Papandreou (81.) für Kallithea. Alles im Rahmen, alles brav. "Es war ein hartes, aber faires Spiel", meinte Schiedsrichter Leandros Petrou später - und sah dabei aus, als sei er froh, dass niemand rot gesehen hatte.

Am Ende stand ein souveräner Heimsieg, statistisch untermauert: 17 Torschüsse zu 7, mehr Zweikämpfe gewonnen (54,4 Prozent) und trotz weniger Ballbesitz die klar bessere Effektivität. Kallithea hatte zwar mehr vom Ball, aber Giannina hatte mehr vom Fußball.

Coach Häntsch fasste es gewohnt trocken zusammen: "Wir spielen lieber mit Sinn als mit Prozenten."

Und vielleicht war das das Geheimnis dieses Abends: eine Mannschaft, die nicht glänzte, aber glaubte - an sich, an den Plan, an den Moment. Zwei Tore, ein bisschen Drama, ein paar gelbe Karten - Fußball, wie er sein sollte.

Oder, wie es ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions formulierte, mit der Zigarette im Mundwinkel: "Nicht schön, aber schön gewonnen." Und das, liebe Leser, ist in Griechenland manchmal die höchste Form der Ästhetik.

10.04.643987 03:47
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Christian Ziege zur Skepsis vieler deutscher Fußballfans und -experten hinsichtlich des Abschneidens der DFB-Auswahl bei der WM 2002
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