Athlitiki Icho
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Giannina scheitert im Pokal-Drama - Olympiokos siegt 4:3 nach wildem Halbfinale

Was für ein Pokalabend in Ioannina! 27.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion sahen ein Halbfinale, das eigentlich mehr an ein Rockkonzert erinnerte als an ein Fußballspiel. Tore, Tempo, Gelbe Karten, fliegende Wasserflaschen - und am Ende jubelte Olympiokos über ein 4:3 bei Giannina, das an Dramatik kaum zu überbieten war.

Schon nach sieben Minuten bebte die Tribüne: Gianninas Stürmer Franck Rochefort nutzte die erste große Chance und schob nach klugem Zuspiel von Glenn Verbeke eiskalt ein. "Ich dachte, das sei ein guter Start für einen ruhigen Abend", grinste Rochefort später und wusste da wohl selbst nicht, wie sehr er sich irren sollte. Denn Olympiokos schien das frühe Gegentor nur als Weckruf verstanden zu haben.

Zehn Minuten später schlug Lukas Charisteas zurück. Nach einem butterweichen Pass von Asimakis Nafpliotis drosch der Routinier den Ball aus kurzer Distanz unter die Latte - 1:1. Trainer Dirk Reichmann ballte die Faust und brüllte etwas, das wohl "Jetzt sind wir da!" heißen sollte, aber im Torjubel unterging.

Doch Giannina konterte sofort: In der 24. Minute traf Glenn Verbeke selbst - nach Vorlage von Rui Bosingwa, dessen Außenristpass so präzise war, dass man ihn eigentlich einrahmen müsste. Die Heimfans tobten, und Gianninas Coach Kai Häntsch riss die Arme hoch. Sekunden später jedoch der erneute Schock: Olympiokos antwortete postwendend, diesmal durch den emsigen Mittelfeldmann Stavros Margaritis, der einen Abpraller aus 20 Metern trocken zum 2:2 verwandelte. Seine Vorlage kam von Ktesias Kampantais - das Duo sollte später noch einmal Schlagzeilen machen.

Wer glaubte, das Spektakel hätte damit seinen Höhepunkt erreicht, irrte. In der 32. Minute donnerte Joao Morte den Ball nach einem feinen Flankenlauf von Linksverteidiger Joris Vandenhoff zum 3:2 in die Maschen. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Morte später lachend zu, "aber wenn’s reingeht, sag ich natürlich, das war Absicht."

Doch die Halbzeit war noch nicht vorbei, und Olympiokos hatte noch eine Antwort parat. In der 41. Minute tanzte Asimakis Nafpliotis die halbe Abwehr aus und vollendete nach Vorlage von Paris Xanthis zum 3:3. Zur Pause stand’s also unentschieden - sechs Tore in 45 Minuten, und keiner im Stadion wusste, ob er lachen oder weinen sollte.

In der zweiten Hälfte beruhigte sich das Spiel zunächst ein wenig, wohl auch, weil beiden Teams kurz die Luft ausging. Giannina hatte etwas mehr vom Spiel, kam auf insgesamt 15 Torschüsse, während Olympiokos mit 14 Versuchen etwas effizienter agierte. Der Ballbesitz war fast ausgeglichen - 48 zu 52 Prozent aus Sicht der Hausherren -, was die Ausgeglichenheit des Duells perfekt widerspiegelt.

Nach etwa einer Stunde brachte Reichmann den erfahrenen Emmanouil Vassiliadis ins Mittelfeld, ein Wechsel, der sich lohnen sollte. Bei Giannina reagierte Häntsch doppelt: Er brachte Amaury Figo und Robert Ramsay, wohl in der Hoffnung, das Tempo wieder anzuziehen. Kurz darauf zeigte der Schiedsrichter Gelb für Vandenhoff, der sich nach einem rustikalen Einsteigen beim Gegner entschuldigte - allerdings eher halbherzig. "Ich hab den Ball getroffen. Und ein bisschen Bein. Kann passieren", meinte er später mit einem Schulterzucken.

Dann kam die 68. Minute: Karolos Nikolopoulos, der unermüdliche Rechtsaußen der Gäste, zog einen Pass quer durch den Strafraum, und Ktesias Kampantais rauschte heran, als ginge es um sein Leben. Sein Schuss schlug unhaltbar im Winkel ein - 4:3 für Olympiokos. Der Gästeblock explodierte, und Reichmann drehte sich zum vierten Offiziellen mit den Worten: "Jetzt will ich keinen Herzinfarkt mehr sehen!"

Giannina warf in den letzten Minuten alles nach vorn, doch Olympiokos verteidigte mit Zähnen und Klauen. Rochefort hatte in der 89. Minute noch den Ausgleich auf dem Fuß, doch sein Schuss flog knapp über die Latte - und Trainer Häntsch sank mit den Händen im Gesicht zu Boden.

"Wir haben alles gegeben, aber Olympiokos hatte das Quäntchen Glück", sagte Häntsch nach dem Schlusspfiff. Reichmann grinste daneben und konterte: "Glück ist, wenn man vier schießt und trotzdem gewinnt."

Am Ende durfte also Olympiokos jubeln und ins Pokalfinale einziehen. Giannina verabschiedete sich mit erhobenem Haupt, aber sicher auch mit der Frage, wie man drei Tore schießen und trotzdem verlieren kann. Vielleicht erklärt es sich mit dem Satz, den ein Fan auf dem Parkplatz rief, als die Mannschaftsbusse abfuhren: "Wir haben kein Spiel verloren, wir haben nur zu früh gejubelt."

Und wer weiß - vielleicht trifft man sich im nächsten Jahr wieder. Dann hoffentlich mit weniger Toren, aber ebenso viel Herz.

21.12.643987 00:01
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Jancker - hier nimmt er den Ball mit dem Rücken an.
Günter Netzer
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