La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

General Luque zerlegt CD Iteno - 8:0, ein Fußballfest mit Schmunzelfaktor

Wenn ein Fußballspiel nach 90 Minuten aussieht wie eine einseitige Trainingseinheit, dann war vermutlich Club General Luque beteiligt. Vor 40.873 Zuschauern im heimischen Stadion fegte die Mannschaft von Trainer Rolando Rolando am 20. Spieltag der 1. Liga Paraguay den bedauernswerten CD Iteno mit 8:0 (5:0) vom Platz. Es war ein Abend, an dem alles passte - zumindest für die Gastgeber.

Schon der Anpfiff war kaum verklungen, da zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz. Stephane Caron brauchte exakt eine Minute, um den Torreigen zu eröffnen. "Ich wollte eigentlich nur wach werden", grinste der französische Rechtsaußen später, "aber der Ball lag halt so einladend da." Leandro Suero hatte den Angriff eingeleitet, und Itenos Torwart Tomo Leko dürfte sich da schon gefragt haben, ob er vielleicht den falschen Beruf gewählt hat.

Caron legte in der 9. Minute nach - diesmal nach Vorarbeit von Guillermo Gelmirez. Das 2:0 war nicht nur verdient, es war symptomatisch: Luque spielte mit einer Leichtigkeit, die schon fast unhöflich wirkte. "Wir wollten eigentlich gar nicht so hoch gewinnen", behauptete Trainer Rolando später mit einem Augenzwinkern, "aber die Jungs hatten einfach zu viel Spaß."

Als dann auch noch Linksverteidiger Davide Degano in der 15. Minute traf - ein satter Schuss aus der zweiten Reihe nach Pass von Suero -, wurde es endgültig grotesk. Der Außenverteidiger rannte jubelnd über den Platz, während Itenos Trainer Timon Wächter an der Seitenlinie verzweifelt in seinen Notizblock kritzelte. "Ich wollte mir merken, wie man so etwas verhindert. Leider war die Antwort: gar nicht", sagte er später mit Galgenhumor.

Michel Capucho (32.) und Georges Blanqui (38.) schraubten das Ergebnis vor der Pause auf 5:0. Die Zuschauer jubelten, tanzten, sangen - und einige begannen sogar, mitzuzählen, wie oft Iteno in der eigenen Hälfte den Ball verlor. Der Ballbesitz war zwar laut Statistik nahezu ausgeglichen (49,7 zu 50,3 Prozent), doch das dürfte nur daran liegen, dass Luque den Ball freiwillig hergab, um sich die nächste Konterchance zu basteln.

In der zweiten Halbzeit ging das muntere Toreschießen weiter, wenn auch mit weniger Feuerwerk. Degano traf erneut in der 52. Minute - diesmal nach einer Ecke von Pedro Derlei, der kurz zuvor eingewechselt worden war. Gabriel Houghton erhöhte in der 57. Minute auf 7:0, ehe Blanqui in der 80. Minute den Schlusspunkt zum 8:0 setzte. Der Franzose bedankte sich artig bei seinem Vorlagengeber Caron, der an diesem Abend an drei Toren direkt beteiligt war.

"Ich weiß gar nicht, warum wir aufgehört haben", witzelte Blanqui nach dem Spiel. "Vielleicht, weil die Sonne unterging."

Timon Wächter, der Iteno-Coach, sah das naturgemäß anders: "Wir hatten eigentlich einen Plan. Leider hat Luque den nicht gelesen." Sein Torhüter Leko reagierte auf die Frage, ob er trotz acht Gegentoren etwas Positives sehe, mit einem gequälten Lächeln: "Ja, ich habe viel zu tun gehabt. Und ich bin noch stehengeblieben."

Statistisch war das Spiel ein Lehrstück in Effizienz - oder in Hoffnungslosigkeit, je nach Perspektive. 22 Torschüsse für Luque, ein einziger für Iteno. Tacklingquote 58 zu 41 Prozent. Und das alles ohne übermäßige Härte: keine Karten, kein Elfmeter, kein Platzverweis. Nur eine Verletzung trübte das Bild - Leandro Suero musste in der 71. Minute angeschlagen raus, Julian Celis kam für ihn. Trainer Rolando winkte ab: "Nichts Schlimmes. Er hat sich wohl beim Jubeln vertreten."

Die Taktik? Offensiv, offensiver, Luque. Von der ersten Minute an stand die Mannschaft hoch, presste nicht wild, aber zielstrebig, und kombinierte mit einem Selbstverständnis, das man sonst nur bei Mannschaften sieht, die wissen, dass sie heute Abend Geschichte schreiben.

CD Iteno dagegen präsentierte sich "offensiv eingestellt", wie es das Statistikblatt nüchtern ausdrückt - allerdings wohl nur auf dem Papier. Auf dem Rasen wirkte die Elf eher wie eine Gruppe höflicher Gäste, die sich nicht traut, den Gastgebern den Ball wegzunehmen.

Als der Schlusspfiff kam, applaudierte das gesamte Stadion stehend. Ein denkwürdiger Abend, ein Debakel für Iteno, ein Triumphzug für Luque. Und irgendwo in der Mixed Zone sagte Trainer Rolando noch, halb im Scherz, halb im Ernst: "Wenn wir nächste Woche nur 3:0 gewinnen, beschweren sich meine Spieler wahrscheinlich."

Ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst - zumindest nicht, wenn man auf der richtigen Seite des Ergebnisses stand.

18.09.643987 12:41
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Ja, aber das war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.
Holger Fach auf die Frage, ob er schon einmal vor dem DFB-Sportgericht stand
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