Noticiero VeneVision
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Gallardo trifft früh - Real Caracas ringt Estella Roha nieder

Einmal gezwinkert, einmal getroffen - so könnte man den 26. Spieltag der 1. Liga Venezuela zusammenfassen, zumindest aus Sicht von Real Caracas. Denn das Team von Trainer Eiko Henke gewann vor 37.861 Zuschauern knapp, aber verdient mit 1:0 gegen Estella Roha. Der entscheidende Moment? Kaum hatten sich die Zuschauer nach dem Anpfiff ihre Empanadas richtig positioniert, zappelte der Ball schon im Netz.

In der zweiten Minute schnappte sich Francisco Gallardo den Ball, nachdem Daniel Gebhardt auf der rechten Seite ein feines Solo hingelegt hatte. Ein kurzer Blick, ein satter Schuss - und Estellas Keeper Ezequiel Triguero hechtete ins Leere. 1:0! "Eigentlich wollte ich flanken", scherzte Gallardo nach dem Spiel mit einem Grinsen, das selbst den Schiedsrichter milde gestimmt hätte. "Aber wenn der Ball so schön reinfliegt, sagt man ja nicht nein."

Das frühe Tor gab Caracas Rückenwind, vor allem Gallardo und der quirlige Agemar Manuel sorgten für Dauerbetrieb in der Offensive. Schon in den ersten zehn Minuten feuerten die Hausherren mehr Torschüsse ab, als andere Mannschaften in zwei Spielen - und doch blieb es beim 1:0. "Wir hätten das Ding früher zumachen müssen", grollte Trainer Henke an der Seitenlinie, während er mit der Hand durch sein Haar fuhr, das zu diesem Zeitpunkt bereits die Form eines tropischen Sturmes angenommen hatte.

Estella Roha brauchte eine Weile, um sich von dem Schock zu erholen. Erst Jacinto Jorge prüfte in der fünften Minute Real-Keeper Sergio Cortes mit einem Distanzschuss - der einzige echte Arbeitsnachweis des Torwarts in der ersten Halbzeit. Danach dominierte zwar Estella den Ball (53,8 % Ballbesitz), aber Real Caracas hielt dagegen, bissig in den Zweikämpfen (54 % gewonnen) und immer wieder gefährlich über die Flügel.

Kurz vor der Pause sorgte Jorge Fontàs für den ersten Aufreger im Gästeblock - allerdings nicht durch ein Tor, sondern durch einen Schuss, der mehr an einen Versuch erinnerte, das Dach des Stadions zu treffen. "Ich hab das Tor wirklich gesehen", beteuerte Fontàs später, "aber der Ball war der Meinung, er hätte andere Pläne."

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie offen. Trainer Henke brachte mit dem 17-jährigen Lukasz Piszczek frischen Wind auf der rechten Abwehrseite, später folgten noch Rafael Leao (ebenfalls 17) und Pierre Silvestre. Leao sorgte prompt für Aufsehen - erst mit einem beherzten Sprint, dann mit einer Gelben Karte in der 74. Minute. "Ich wollte nur zeigen, dass ich da bin", sagte der Teenager lachend.

Estella Roha versuchte es mit aller Routine, doch dem Team fehlte die Durchschlagskraft. Alex Futre prüfte Cortes in der 55. Minute, Damian Ze Castro versuchte es aus spitzem Winkel, und Jorge Fontàs holte sich in der 71. Minute noch Gelb ab - als Erinnerung daran, dass auch Verteidiger manchmal zu spät kommen dürfen.

Während die Gäste im Ballbesitz glänzten, lauerte Caracas auf Konter. Agemar Manuel, der jugendliche Wirbelwind auf rechts, hatte in der 52. Minute die Vorentscheidung auf dem Fuß, schoss aber knapp vorbei. "Wenn der Ball reingeht, nennt man es eiskalt. So nennt man es: schade", kommentierte Henke trocken.

In den letzten Minuten wurde das Spiel zum Nervenkrimi. Estella Roha drängte, Caracas verteidigte, und irgendwo auf der Trainerbank kaute Henke an seinem Notizblock. In der 92. Minute noch einmal Gallardo - kraftvoller Schuss, gehalten von Triguero. Dann war Schluss.

Real Caracas jubelte, Estella Roha haderte. "Wir waren besser mit dem Ball, aber nicht besser im Ziel", fasste Estella-Kapitän Pablo Escudero das Dilemma zusammen. Und während die Fans von Caracas im Abendlicht tanzten, fasste Trainer Henke das Spiel auf seine Art zusammen: "Schön war’s nicht, aber drei Punkte glänzen auch ohne Lack."

Ein Spiel, das zeigte: Manchmal genügt ein Blitzstart, um den Himmel rot zu färben - zumindest für einen Abend in Caracas.

17.07.643993 13:53
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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