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Es war ein Abend, an dem man das Knistern förmlich hören konnte. 68.906 Zuschauer im Fire-House-Stadion erlebten ein intensives, manchmal hitziges, aber stets unterhaltsames 1:1 zwischen dem Fire-House FC und den Kingston Boys - ein Spiel, das mehr Fragen als Antworten hinterließ, aber niemanden kalt. Trainer Dottore Caballero hatte seine Fire-House-Elf gewohnt offensiv eingestellt. Schon nach acht Minuten prüfte Gunnar Carlsen mit einem satten Schuss den Keeper der Gäste, Harry Poe, der den Ball mit einer artistischen Flugeinlage abwehrte. Eine Minute später brannte dann wirklich das Haus: Vidar Norgaard, der junge Norweger auf der linken Seite, zog nach Zuspiel von Alexander La Barre ab - 1:0 in der 9. Minute. Der Jubel war ohrenbetäubend, die Feuerwerkskörper auf der Tribüne (offiziell natürlich verboten) taten ihr Übriges. "Ich dachte, wenn ich nicht schieße, krieg ich von Coach Caballero Ärger", grinste Norgaard nach dem Spiel. Der Trainer lachte nur und meinte: "Wenn alle meine Spieler so Angst vor mir hätten, wären wir Meister." Doch die Kingston Boys, von Mahatma Haathi betreut, sind keine Mannschaft, die sich einschüchtern lässt. Sie brauchten rund 30 Minuten, um sich zu sortieren - dann aber wirbelten sie. Besonders Thomas Guillory auf der linken Angriffsseite war kaum zu bremsen. In der 40. Minute krönte er seine Leistung mit dem Ausgleich, nach einem klugen Pass des zentralen Mittelfeldstrategen Thierry Farnsworth. "Ich hab ihn gesehen, bevor er mich gesehen hat", sagte Farnsworth mit einem Augenzwinkern - ganz der elegante Spielmacher. Die Statistik sprach zwar für die Hausherren: 60 Prozent Ballbesitz und sieben Schüsse aufs Tor. Doch die Kingston Boys hielten mit zehn gefährlichen Abschlüssen dagegen. Und sie taten dies mit einer bemerkenswert robusten Note - vier Gelbe Karten sammelten sie am Ende (darunter Farnsworth, Morin und Argyros), während Fire-House nur einmal verwarnt wurde, der ungestüme Ignacio Alcazar in der 88. Minute. Die zweite Halbzeit begann mit viel Laufarbeit, aber wenig Ertrag. Fire-House wechselte früh: Da Cru und Frechaut mussten in der 55. Minute runter, Kevin Hafner und Benjamin Armstrong kamen. "Wir wollten frischen Druck, aber irgendwie hat der Ball uns nicht mehr richtig gemocht", scherzte Caballero später. Kingston reagierte, brachte Maurice Turcotte für den müden Rushton (60.) und den 19-jährigen Henri Donahue für den verwarnten Farnsworth (65.). Ein mutiger Schritt, der sich beinahe ausgezahlt hätte: In der 75. Minute zog der Youngster selbstbewusst aus 20 Metern ab - knapp vorbei. "Ich hab kurz gedacht, das Netz zappelt", sagte Donahue, "aber der Ball hatte wohl andere Pläne." Die Schlussphase gehörte wieder Fire-House. Norgaard und der eingewechselte Hafner wirbelten, doch Kingston verteidigte clever. In der 91. Minute kassierte Argyros noch Gelb, nachdem er Brill unsanft stoppte - sinnbildlich für den Abnutzungskampf der letzten Minuten. Am Ende blieb es beim 1:1, einem Ergebnis, das beiden irgendwie nicht schmeckte. "Ein Punkt ist besser als keiner", meinte Haathi mit philosophischer Gelassenheit, "aber wer wie wir zehnmal aufs Tor schießt, darf auch mal zwei machen." Caballero konterte: "Wir hatten 60 Prozent Ballbesitz - wir hätten den Ball auch behalten können bis nächste Woche, aber leider zählen nur Tore." Taktisch war es ein spannendes Duell: Beide Teams offensiv eingestellt, Fire-House mit ausgewogenem Angriffsspiel und zunehmendem Pressing zum Schluss, Kingston gewohnt konterstark, aggressiv, aber diszipliniert. Als die Zuschauer nach 90 Minuten langsam Richtung Ausgänge strömten, blieb die Erkenntnis: Ein gutes Spiel, zwei starke Mannschaften, ein gerechtes Ergebnis. Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen murmelte: "Schön war’s - aber ein bisschen mehr Feuer wär schon nett gewesen." So bleibt Fire-House FC im oberen Tabellenmittelfeld, während die Kingston Boys weiter an ihrer Auswärtsstärke feilen dürfen. Das nächste Duell zwischen diesen beiden dürfte wieder ein Funkenmeer werden - ganz wörtlich. Und vielleicht, nur vielleicht, wird dann aus dem Feuer endlich ein Sieg. 03.09.643993 03:05 |
Sprücheklopfer
Da kann er sich doch freuen, mit mir spielen zu können.
Stefan Effenberg nachdem der Transfer von Sebastian Deisler zum FC Bayern bekannt wurde