Jamaica News Bulletin
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Feuerwerk im Fire-House - 6:0 gegen Kingston TG

Es gibt Fußballabende, an denen alles funktioniert - und dann gibt es solche, an denen Fire-House FC spielt. Vor 59.660 begeisterten Zuschauern im ausverkauften Fire-House-Stadion legten die Gastgeber am 5. Spieltag der 1. Liga Jamaica ein Offensivfeuerwerk hin, das Kingston TG noch lange in den Ohren klingen dürfte. 6:0 hieß es am Ende, und das war sogar schmeichelhaft für die Gäste.

Schon nach 54 Sekunden explodierte das Stadion: Georg Kirchner, dieser ewig unterschätzte Linksaußen, nahm einen halbhohen Ball von Innenverteidiger Niklas Lustig volley - und hämmerte das Leder aus 16 Metern unhaltbar in den Winkel. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Kirchner später, "aber wenn’s so schön reingeht, beschwere ich mich nicht." Trainer Dottore Caballero rieb sich lachend die Hände: "Wir hatten uns vorgenommen, früh Druck zu machen. Dass wir gleich in Minute eins treffen, war... sagen wir: eine nette Überraschung."

Kingston TG, von Zion Marley gecoacht, wirkte vom Feuerwerk des Heimteams sichtlich überfordert. Gerade als sich die Gäste ein wenig sortiert hatten, rauschte David Jemez über die linke Seite, bekam den Ball von Manuel Vaz und traf sehenswert zum 2:0 (16.). Vaz selbst sollte später noch seinen Namen auf der Anzeigetafel sehen - aber dazu später.

Spätestens beim 3:0 durch Kirchner (38.), wieder nach Vaz-Vorlage, hatte man das Gefühl, Kingston TG spiele nur noch, um dem Schlusspfiff näher zu kommen. Dass Fire-House zur Pause "nur" mit drei Toren führte, war fast gnädig. 18 Torschüsse standen am Ende zu Buche, 11 davon schon bis zur 45. Minute.

Nach der Halbzeit ging das Spektakel weiter. Kaum war der zweite Durchgang angepfiffen, schlug erneut Jemez zu (47.). Der Linksverteidiger, sonst eher bekannt für rustikale Grätschen als filigrane Abschlüsse, schlenzte den Ball diesmal mit der passenden Portion Arroganz ins lange Eck. "Der Trainer sagt immer, ich soll öfter nach vorne gehen", meinte Jemez später verschmitzt. "Heute hab ich ihn wohl beim Wort genommen."

Kingston TG wechselte hektisch - Bloomfield kam für Duverger, Garcez ersetzte Oktay, später noch Leclair für Quixano. Doch die Formation blieb ratlos, der Ballbesitz (43,8 %) war reine Statistik. Von drei mageren Torschüssen landete keiner im Gehäuse von Sergio Fortun, der einen ruhigen Abend verbrachte.

Dann kam der Moment, in dem man kurz dachte, das Spiel kippe - allerdings nur auf der Disziplinarseite. In der 72. Minute sah Kingstons Jungspund Garcez Gelb, elf Minuten später Gelb-Rot. "Ich hab ihn kaum berührt!", rief er noch, während er vom Platz trottete. Schiedsrichter Gordon hob nur die Augenbraue. Fire-House konterte die Szene mit Humor - Pierre Bach holte sich in der 81. Minute ebenfalls Gelb, und Niklas Lustig setzte in der Nachspielzeit mit Gelb-Rot den Schlusspunkt in der Statistik der Verwarnungen.

Doch da hatte das Ergebnis längst epische Züge angenommen. In der 92. Minute durfte Joker Marcel Girard jubeln, nach feinem Zuspiel von Rafael Da Cru. Drei Minuten später revanchierte sich Girard, indem er Manuel Vaz den Ball auflegte - 6:0, das Stadion bebte. "Ich hab gesagt, wir bleiben bis zum Abpfiff hungrig", grinste Caballero. "Die Jungs haben offenbar ein All-you-can-eat-Buffet verstanden."

Zion Marley, der Gästecoach, nahm es mit Galgenhumor: "Wenn du sechs Tore kriegst, kannst du wenigstens sagen, du hast was gelernt. Zum Beispiel, dass man Georg Kirchner nicht frei stehen lässt."

Statistisch war alles eindeutig: 56 Prozent Ballbesitz, 18:3 Schüsse aufs Tor, 56,8 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Fire-House spielte offensiv, lauffreudig, mit Pressing, das Kingston nie zur Ruhe kommen ließ. Selbst in der 90. Minute wirkten sie frischer - als hätten sie heimlich Sauerstoffzelte an der Seitenlinie.

Nach dem Abpfiff sangen die Fans, Caballero applaudierte in die Kurve, und Georg Kirchner posierte mit dem Spielball unter dem Arm. "Eigentlich wollte ich ihn David schenken", sagte er schmunzelnd, "aber dann hat Manuel auch getroffen. Jetzt muss ich wohl drei Bälle kaufen."

Ein Abend, an dem alles passte: Tore, Tempo, Timing - und ein Publikum, das wusste, was es gesehen hatte. Fire-House FC ist nach diesem 6:0 nicht nur Tabellenführer, sondern auch Stimmungsmacher der Liga. Und Kingston TG? Wird sich wünschen, nie wieder in dieses Stadion zu müssen - zumindest nicht, solange dort noch Feuer brennt.

06.03.643987 07:27
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