Jamaica News Bulletin
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Feuerwerk der frühen Minuten - Spanish Town und Greenstars trennen sich 2:2

Spanish Town - Wer am Montagabend pünktlich um 20 Uhr im "Town Park" war, konnte sich glücklich schätzen. Wer zu spät kam, verpasste das halbe Feuerwerk. Nach gerade einmal neun Minuten stand es 2:1, ehe die Partie in der 41. Minute ihr endgültiges 2:2 fand - und das blieb es dann auch. 54 337 Zuschauer sahen ein Spiel, das in der ersten Viertelstunde ein Orkan war und danach eher einem ausgedehnten Strandspaziergang glich.

Die Greenstars GSC legten los wie ein tropischer Sturm: Schon in der 5. Minute zappelte der Ball im Netz. Julien Prentiss, der bullige Mittelstürmer der Gäste, drosch die Kugel nach Vorarbeit von Innenverteidiger Pascal Carter humorlos in den Winkel. "Ich hab einfach draufgehalten, der Ball wollte wohl rein", grinste Prentiss später mit dem Understatement eines Mannes, der genau weiß, dass er gerade für die Szene des Abends gesorgt hat.

Doch Spanish Town ließ sich nicht lange bitten. Nur zwei Minuten später tauchte Lewis Deschanel, der flinke Rechtsaußen, nach einem klugen Pass von Linksverteidiger Silvestre Mendilibar vor Keeper Laurent Boulanger auf und schob eiskalt ein - 1:1, das Stadion bebte. Und kaum hatte sich die Welle gelegt, kam der nächste Schock für die Gäste: In der 9. Minute verwertete der 19-jährige Nicolas Whitman einen Querpass von Rastislav Skrtel zum 2:1. "Wir wollten zeigen, dass unsere Jugend nicht nur schön tanzen, sondern auch treffen kann", sagte Trainer Ioannis Exis später süffisant.

Doch wer dachte, das sei die Vorentscheidung, irrte gewaltig. Greenstars fing sich, übernahm zeitweise das Kommando und kam in der 41. Minute durch Guy Larocque zum Ausgleich. Ein schneller Angriff über Didier Hoskins, ein präziser Abschluss - 2:2. Danach allerdings war Schluss mit Spektakel. Die zweite Halbzeit bot zwar reichlich Einsatz, aber kaum noch Präzision.

Statistisch betrachtet hatte Spanish Town mehr vom Spiel: 56,7 Prozent Ballbesitz, zehn Torschüsse und sichtbar mehr Struktur. Doch Greenstars GSC konterte mit 15 Abschlüssen - und einer gehörigen Portion Biss. "Wir wollten ihnen das Leben schwer machen, und das ist uns gelungen", kommentierte Trainer Ostkurve Berlin, dessen Name so einzigartig ist wie seine Mannschaftstaktik: offensiv, aggressiv, aber ohne Pressing. "Pressing ist was für Leute, die keine Geduld haben", meinte er augenzwinkernd.

Die zweite Hälfte begann mit einem Schreckmoment: In der 60. Minute verletzte sich Greenstars-Mittelfeldmotor Didier Hoskins. "Ich hörte nur ein Knacken - da wusste ich, das ist kein gutes Zeichen", sagte er später, auf Krücken gestützt. Für ihn kam der junge Leon Cochran, der sich tapfer schlug, aber sichtbar überfordert war mit der Dynamik des Spiels.

Spanish Town versuchte, das Heft wieder in die Hand zu nehmen. Deschanel, Beaulieu und der blutjunge Sebastien Auch prüften Boulanger mehrmals, doch der Torhüter hielt, was zu halten war - bis er kurz vor Schluss ausgewechselt wurde. Eine kuriose Szene: In der 89. Minute brachte Ostkurve Berlin tatsächlich den Ersatztorhüter Jay Dunn. "Laurent wollte nicht raus, aber ich sagte ihm, er soll mal den jungen ranlassen - und außerdem war er einfach platt", erklärte der Coach mit einem Grinsen, das darauf schließen ließ, dass Disziplin bei ihm eher ein dehnbarer Begriff ist.

Auch Spanish Town-Coach Exis war nach dem Schlusspfiff hin- und hergerissen: "Wir haben die Partie in der ersten Halbzeit dominiert, aber dann irgendwie aufgehört, Fußball zu spielen. Vielleicht dachten die Jungs, 2:1 reicht, und der Ballbesitz erledigt den Rest."

Das Publikum jedenfalls bekam trotz torloser zweiter Halbzeit reichlich Unterhaltung. Jede Menge Torschüsse, ein verletzter Mittelfeldspieler, zwei Trainer mit Sinn für Drama - und eine Partie, die alles hatte außer Sieger.

Nicolas Whitman, der jüngste Torschütze des Abends, brachte es in der Mixed Zone auf den Punkt: "War ein geiles Spiel. Schade nur, dass’s kein drittes gab. Aber hey, 2:2 ist besser als 0:0, oder?"

So endete ein Abend, der in den ersten Minuten für Hochspannung sorgte und dann in taktischer Balance verkam. Oder wie ein Zuschauer beim Hinausgehen murmelte: "Wenn’s so weitergeht, sollten sie künftig einfach die ersten 15 Minuten doppelt spielen."

Ein Vorschlag, den man in Spanish Town wohlwollend prüfen dürfte - zumindest aus Unterhaltungsgründen.

15.08.643987 09:35
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Ihr könnt euch da ja mal hinstellen, und wenn dann Ribery mit 180 Stundenkilometern an einem vorbeigelaufen kommt, gibt's wenige, die den stoppen können.
Arne Friedrich
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