Jamaica News Bulletin
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Feuer, Pfeifen, Wahnsinn - Fire-House FC gewinnt 4:3 beim Whistling FC

Wenn 59.000 Zuschauer an einem warmen Januarabend im "Whistle-Dome" ihre Pfeifen zücken, dann weiß man: Es wird laut, wild und wahrscheinlich torreich. Und genau das bot der 14. Spieltag der 1. Liga Jamaica, als Whistling FC gegen Fire-House FC mit 3:4 (1:2) das Nachsehen hatte - ein Spektakel zwischen zwei Teams, die Offensivgeist über Ordnung stellen.

Kaum hatten die Fans Platz genommen, da brannte es schon im Strafraum der Gastgeber. In der 8. Minute zog Kobe Van Gheem aus der zweiten Reihe ab - und der Ball rauschte, wie von einer Windböe getragen, unhaltbar ins Eck. Zwei Minuten später legte Wouter Brill nach, eiskalt und ohne Mitleid. 0:2 - und Trainer Gus Hidding raufte sich bereits in Minute zehn die Haare. "Ich dachte, wir hätten das Feuer gelöscht, bevor’s richtig brennt", murmelte er später mit einem bitteren Lächeln.

Aber Whistling FC wäre nicht Whistling FC, wenn sie nicht zurückpfeifen würden. In der 21. Minute servierte Nuno Xavier einen butterweichen Pass auf Christoph Lachance, der den Ball mit der Brust annahm und mit der Präzision eines Uhrwerks verwandelte. 1:2 - das Stadion tobte, und plötzlich war wieder Musik im Spiel, im wahrsten Sinne des Wortes: Die Fans pfiffen im Takt, als wolle man die eigene Mannschaft hypnotisieren.

Zur Pause hatte Fire-House FC bei leichtem Ballbesitzvorteil (50,8 %) die Nase vorn, doch Whistling FC wirkte entschlossener. Und kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, da war es Nuno Xavier selbst, der mit einem kernigen Linksschuss den Ausgleich erzielte (46.). "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Xavier später. "Manchmal brauchst du keinen Spielzug, nur Mut und ein bisschen Sonne im Rücken."

Was folgte, war ein offener Schlagabtausch, Torschüsse im Minutentakt (17:13 für Whistling FC), gelbe Karten im Akkord und Emotionen, die von den Rängen schwappten wie Wellen. In der 56. Minute drehte Christoph Lachance mit seinem zweiten Treffer die Partie - 3:2. Die Heimkurve bebte, Trainer Hidding ballte die Fäuste, und sein Assistent notierte bereits "Ruhe bewahren" auf den Taktikzettel.

Doch Fire-House FC ist nun mal ein Team, das seinen Namen ernst nimmt. Erst bekam Rechtsverteidiger Danil Alenitschew Gelb (61.), dann Wouter Brill (64.) - und trotzdem war’s Letzterer, der kurz danach (65.) den Ausgleich erzielte. "Ich wollte’s dem Schiri zeigen", grinste Brill nach dem Spiel, "Gelb steht mir, aber Tore stehen mir besser."

Das 3:3 war ein Stich ins Herz der Gastgeber, die plötzlich den Rhythmus verloren. Fire-House-Coach Dottore Caballero, stets mit verschmitztem Lächeln und einem Espresso in der Hand, nutzte die Gunst der Stunde: "Ich hab ihnen gesagt, sie sollen einfach Spaß haben - aber bitte im gegnerischen Strafraum." Und tatsächlich, in der 74. Minute traf der eingewechselte Rafael Da Cru zum 3:4. Ein Schuss, wie mit dem Lineal gezogen - eiskalt, unaufhaltsam, typisch Fire-House.

Die letzten 15 Minuten waren ein einziger Rausch. Whistling FC rannte an, Lachance feuerte weiter (insgesamt sieben Torschüsse!), und die Fans schrien sich heiser. Doch Fire-House-Keeper Sergio Fortun stand wie eine Wand, parierte, dirigierte, grinste. "Ich hab das Pfeifen irgendwann nicht mehr gehört", sagte er später. "Vielleicht, weil ich selbst gepfiffen hab - vor Erleichterung."

Am Ende blieb es beim 3:4 - ein Ergebnis, das in seiner Dramatik kaum gerechter hätte sein können. Whistling FC hatte mehr vom Spiel, Fire-House FC die kälteren Nerven. Statistisch trennte sie kaum etwas: Ballbesitz fast ausgeglichen, Tacklingquote bei 49,9 zu 50,1 Prozent, aber das Glück wohnte eben auf der Seite der Gäste.

Trainer Caballero bilanzierte hinterher mit einem Augenzwinkern: "Wir haben nicht gewonnen, weil wir besser waren - sondern weil wir weniger nachgedacht haben." Hidding dagegen machte kurzen Prozess: "So viele Chancen, so viele Tore - das war kein Spiel, das war eine Oper. Leider ohne Happy End."

Und irgendwo auf der Tribüne summte ein Fan: "Pfeif drauf, Jungs, das nächste Mal klingelt’s wieder im Netz." Man darf sicher sein: Wenn Whistling FC das nächste Mal spielt, wird’s wieder laut - und wahrscheinlich wieder wild.

Ein Spiel, das noch lange nachhallt - wie ein Nachklang im Stadion, wenn das Pfeifen langsam verklingt und man sich fragt: War das wirklich Fußball? Ja, und was für einer.

18.06.643987 12:45
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Der Trainer hat gesagt, wir sollen uns am Gegner festbeißen. Das habe ich versucht zu beherzigen.
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