Jamaica News Bulletin
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Feuer frei im Fire-House - Da Cru brennt die Villagers nieder

Wenn ein Stürmer einen Lauf hat, dann besser mit Sicherheitsabstand zuschauen. Rafael Da Cru vom Fire-House FC legte am Samstagabend ein Feuerwerk hin, das nicht nur die 71.684 Zuschauer im Stadion, sondern vermutlich auch die Feuerwehr von Kingston in Alarmbereitschaft versetzte. Drei Tore, ein Assist, ein Lächeln für die Kameras - und ein 4:2-Sieg gegen die Falmouth Villagers, der nach 45 Minuten noch wie ein verlorener Abend aussah.

Aber der Reihe nach: Die Villagers, offensiv eingestellt und mit langen Bällen gesegnet, legten los, als hätten sie ihre Rückreise schon gebucht. Nach zehn Minuten schob Robert Desjardins den Ball zum 0:1 ins Netz - eiskalt, nach klugem Zuspiel von Joel Marshal. Zwölf Minuten später wieder Desjardins, diesmal nach Pass von Lucas Huxley. 0:2 - und Fire-House wirkte, als hätte jemand das Gas abgedreht. Der sonst so temperamentvolle Coach Dottore Caballero warf in dieser Phase wütende Gesten in Richtung Himmel, als wolle er dort Hilfe anfordern. "Ich dachte, die Jungs schlafen noch Siesta", knurrte er später.

Erst nach einer halben Stunde weckte Fire-House seine Fans mit ersten Lebenszeichen. Duarte Gama zog im Mittelfeld die Fäden, Wouter Brill rannte sich die Seele aus dem Leib - und dann kam die 36. Minute: Manuel Vaz flankte präzise, Da Cru nahm den Ball direkt - 1:2. Noch kein Comeback, aber ein Zündfunke.

In der Pause hörte man aus der Kabine der Gastgeber angeblich heftige Diskussionen, gefolgt von Applaus. "Ich habe ihnen nur gesagt, sie sollen endlich Fußball spielen", grinste Caballero. Und das taten sie. In der 54. Minute servierte Gama butterweich, Da Cru nickte ein - 2:2. Zwei Minuten später tauschte Caballero doppelt: Girard raus, Chamberlain rein, dazu Vaz für Tonel. Frischer Wind und offenbar auch frische Lungen.

Denn kaum war der Rauch verzogen, stand es 3:2: Wouter Brill vollendete in der 61. Minute eine wilde Kombination über drei Stationen. Das Stadion bebte, die Falmouth-Abwehr dagegen stand still wie eingefroren. Trainer Hermann Tüllinghoff brüllte an der Seitenlinie, riss sich die Kappe vom Kopf und warf sie zu Boden - ein Bild für die Geschichtsbücher. "Wir haben die Ordnung verloren, und Fire-House hatte plötzlich Flügel", sagte er später, etwas gequält.

Dann kam der Schlusspunkt, und wer anders sollte ihn setzen als Rafael Da Cru? 76. Minute, wieder Gama als Assistgeber, Da Cru zieht ab - 4:2. Der Mann war nicht mehr aufzuhalten. "Ich fühlte mich, als hätte ich Strom in den Beinen", meinte er nach dem Spiel lachend. Gut möglich, dass er am nächsten Tag wegen Überladung behandelt werden musste.

Die Villagers versuchten noch einmal alles, wechselten in der 83. Minute sogar den Torhüter - Yanik Seiler musste für Francois Lalonde Platz machen -, doch der neue Mann durfte gleich einen Schuss von Brill aus nächster Nähe parieren. Immerhin das gelang. Auch die Gelbe Karte für Caio Veloso (83.) passte ins Bild: viel Einsatz, wenig Ertrag.

Statistisch war das Spiel übrigens erstaunlich ausgeglichen: Beide Teams kamen auf jeweils elf Torschüsse, Ballbesitz leicht zugunsten der Gäste (52 Prozent), aber Fire-House hatte die klareren Momente. Die Tackling-Quote von 51 Prozent für die Hausherren deutet darauf hin, dass sie dort hinlangten, wo es nötig war - und manchmal auch ein bisschen darüber hinaus. "Wir mussten ihnen zeigen, dass wir zu Hause spielen", sagte Verteidiger Godewyn Vanderveer, der in der 70. Minute selbst Gelb sah, mit einem Grinsen, das so unschuldig wirkte wie ein Schuljunge mit Schleuder in der Hand.

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel Caballero seinem Torjäger um den Hals, während Tüllinghoff still in Richtung Spielfeld starrte. Die Villagers hatten in der ersten Halbzeit alles im Griff, dann aber das Steuer aus der Hand gegeben - und Fire-House drehte das Spiel mit einer Mischung aus Wut, Wille und Wahnsinn.

"Das war kein Fußballspiel, das war ein Inferno", schwärmte ein Fan beim Verlassen des Stadions. Und ja, selten passte der Name "Fire-House" so gut wie an diesem Abend. Wer gegen diese Mannschaft spielt, sollte besser einen Feuerlöscher dabeihaben.

Oder, wie Da Cru es zusammenfasste: "Manchmal muss man einfach brennen, um zu gewinnen."

Und an diesem Abend brannte Fire-House lichterloh - zur Freude der Fans, zum Leidwesen der Villagers und zur stillen Genugtuung eines Trainers, der endlich wieder lächeln durfte.

29.03.643987 12:03
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