La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

Fernandino Colombia zittert sich zum 1:0 - Effektivität schlägt Angriffswut

12500 Zuschauer im Estadio de los Andes erlebten am 12. Januar 2026 ein Lehrstück in Sachen Fußball-Ironie: Fernandino Colombia siegte mit 1:0 gegen AD 12 Octubre - und das, obwohl die Gäste doppelt so oft aufs Tor schossen, lebhafter angriffen und phasenweise wirkten, als hätten sie den Ball mit einem Magneten gepachtet. Doch am Ende entschied ein einziger Moment des Glücks und der Cleverness.

Bereits in der 18. Minute fiel das Tor des Abends: Jorge Pelegrin, der flinke Rechtsaußen der Gastgeber, traf nach einer feinen Hereingabe von Dimas Almeida aus spitzem Winkel. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt dachte ich, der Ball geht in die Tribüne", grinste Pelegrin nach dem Spiel. Der Schuss zischte jedoch wie ein gezielter Pfeil ins lange Eck - Torwart Bailey Blanchet von 12 Octubre streckte sich vergeblich.

Danach wurde es eine dieser Partien, die Statistikfreunde lieben und Trainer zur Weißglut treiben. Die Gäste feuerten 15 Torschüsse ab, die Hausherren gerade einmal sechs. Doch keiner der Versuche von 12 Octubre, ob von Julian Blanco (allein fünf Schüsse) oder Vincent Domingos (drei), wollte den Weg ins Netz finden. "Wir haben alles versucht, bis auf den Ball ins Tor zu tragen - das war wohl der Fehler", knurrte Gästetrainer Tommy Tomsen, der nach Abpfiff mit finsterer Miene auf den Rasen starrte.

Seine Mannschaft begann mit einer offensiven Ausrichtung, aggressiv, pressingarm, aber mit viel Drang nach vorn. In der ersten halben Stunde bestimmten sie das Spiel, dominierten die Zweikämpfe (54,6 Prozent Tacklingquote) und liefen immer wieder an. Doch während Torwart Karsten Muster im Kasten von Fernandino Colombia zum Helden zwischen den Pfosten avancierte, verpuffte vorne jeder Versuch. Besonders der 18-jährige Blanco schien vom Pech verfolgt: In der 77. Minute zirkelte er den Ball an den Pfosten, in der 91. Minute lenkte Muster seinen Schuss mit den Fingerspitzen über die Latte - ein Reflex, der das Stadion kollektiv aufatmen ließ.

"Wenn du so viele Chancen liegen lässt, darfst du dich über das Ergebnis nicht wundern", murmelte Blanco später, während er den Reißverschluss seiner Trainingsjacke mit verlegener Energie bearbeitete.

Auf der anderen Seite wirkte Fernandino Colombia abgeklärt, fast schon stoisch. Trainer — dessen Name in der Datenbank aus unerfindlichen Gründen fehlte, was ihn vermutlich freuen wird — ließ seine Elf in einer ausgewogenen Formation agieren. Kein wildes Pressing, kein riskantes Kurzpass-Geschnörkel. Stattdessen cleveres Ballhalten (53,4 Prozent Ballbesitz) und gelegentliche Nadelstiche. "Wir wussten, dass 12 Octubre schnell müde wird, wenn sie viel rennen", erklärte Mittelfeldmotor Nevio Mino mit einem Augenzwinkern. "Also ließen wir sie halt rennen."

Nach der Pause versuchten die Gäste alles. In Minute 46 kam Timofej Boldin für den blassen Filipe Menendez, kurz darauf kassierte Innenverteidiger Mark Feldmann Gelb für ein rustikales Einsteigen gegen Marcio Barros - ein Foul, das man in Südamerika wohl als "Begrüßung" bezeichnet. Trainer Tomsen brüllte von der Seitenlinie: "Mark, spiel den Ball, nicht den Mann!" - worauf Feldmann trocken zurückrief: "Er hatte den Ball!"

Fernandino Colombia dagegen verwaltete den Vorsprung mit der Ruhe eines Bankangestellten am Freitagmittag. Torwart Muster dirigierte seine Abwehr mit sonorer Stimme, während die Fans auf den Rängen jede Parade feierten, als ginge es um die Meisterschaft. In der 90. Minute setzte Paulo Cuadrado den letzten gefährlichen Konter, sein Schuss rauschte knapp vorbei. Danach nur noch Pfiffe des Schiedsrichters - und grenzenloser Jubel.

"Ein dreckiger Sieg, aber ein schöner", lachte Torschütze Pelegrin, während er sich von den Fans feiern ließ. Trainer Tomsen dagegen verschwand wortlos im Kabinengang - vielleicht, um dort noch ein paar Mal aufs Tor zu schießen.

Am Ende bleibt das Fazit: Fußball ist kein Schönheitswettbewerb. AD 12 Octubre hatte mehr Chancen, mehr Mut, mehr Risiko - aber Fernandino Colombia hatte das, was man gemeinhin "Effizienz" nennt. Und manchmal reicht das, um 12500 Menschen glücklich zu machen.

Oder, wie Torwart Muster es mit einem Grinsen zusammenfasste: "Manchmal ist 1:0 schöner als 5:4. Weniger Stress für die Nerven."

Ein Satz, den vermutlich nur Sieger wirklich unterschreiben.

26.05.643987 12:00
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager