La Nacion
+++ Sportzeitung für Paraguay +++

Fernandino Colombia verschenkt den Sieg in letzter Minute gegen General Luque

Ein warmer Sonntagabend in Kolumbien, 12.500 Zuschauer, Trommeln, Trillerpfeifen und der Duft von gegrilltem Mais in der Luft - alles war angerichtet für einen dieser typischen südamerikanischen Fußballabende, bei denen Emotionen und Improvisation Hand in Hand gehen. Am Ende stand es 1:1 zwischen Fernandino Colombia und dem Club General Luque - ein Ergebnis, das beiden irgendwie nicht schmeckte, aber wohl keinem richtig wehtat.

Die Gastgeber begannen mit einer erstaunlichen Portion Selbstvertrauen. Trainerwechsel? Fehlanzeige. Coach und Taktik blieben gewohnt "balanciert", wie man in den Statistiken lesen konnte. Und tatsächlich: Schon nach 23 Minuten brandete Jubel auf - Dimas Almeida, der flinke linke Mittelfeldspieler, traf nach Vorarbeit von Innenverteidiger Leandro Jemez. Jemez hatte sich nach vorne gewagt, wie es sonst nur wagemutige Innenverteidiger in Sonntagspartien tun, wenn sie kurz vergessen, dass sie eigentlich das Verteidigen erfunden haben.

"Ich hab einfach gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann?", grinste Jemez nach dem Spiel. Almeida nickte neben ihm und fügte hinzu: "Der Ball kam perfekt - ich musste nur noch das Netz suchen. Und das hab ich gefunden."

Bis zur Pause kontrollierte Fernandino das Geschehen überraschend souverän. Mit 52 Prozent Ballbesitz hielten sie Luque weitgehend vom eigenen Tor fern, und Torhüter Mateo Cuadrado musste nur gelegentlich eingreifen. Die Gäste, obwohl offiziell "offensiv ausgerichtet", wirkten wie ein Auto mit angezogener Handbremse - viel Gas, wenig Vortrieb.

Doch wer glaubt, Fußball sei gerecht, der hat wohl noch nie ein Spiel gesehen. Club General Luque kam mit Wut im Bauch aus der Kabine. Trainer Rolando Rolando (ja, der heißt wirklich so) hatte offenbar die richtigen Worte gefunden. "Ich habe ihnen gesagt, dass man nicht gewinnen kann, wenn man das Tor wie eine archäologische Stätte behandelt - interessant, aber unberührt", scherzte er später.

Und tatsächlich: Die Schussstatistik explodierte. 21 Torschüsse verzeichneten die Gäste am Ende - ein Wert, der sich liest, als hätten sie das Tor von Fernandino unter Dauerbeschuss genommen. Nur trafen sie es eben selten. Pascal Lee, Georges Blanqui, Michel Capucho - sie alle probierten ihr Glück, während die Fans von Fernandino nervös auf ihre Uhren starrten.

In der 68. Minute sah Wouter Roemer Gelb, und spätestens ab da roch das Spiel nach Ärger. Alejandro Eximeno tat ihm den Gefallen, sammelte erst Gelb (83.) und dann Gelb-Rot (88.), weil er offenbar vergessen hatte, dass Schiedsrichter auch Notizblöcke besitzen. "Ich dachte, das erste war nur eine Verwarnung", murmelte er verdutzt beim Abgang.

Doch gerade als die Heimmannschaft schon begann, den Sekt kaltzustellen, schlug das Schicksal zu - in Form von Sven Schaller. In der 90. Minute, als sich die Nachspielzeit bereits ankündigte, traf der eingewechselte rechte Mittelfeldspieler zum 1:1-Ausgleich. Julian Celis hatte vorbereitet, und Schaller nutzte die einzige Lücke, die Fernandinos Abwehr an diesem Abend ließ.

"So ein Tor willst du als Kind schießen - oder wenigstens als Erwachsener, wenn dich alle schon vergessen haben", lachte Schaller nach dem Spiel. Sein Trainer Rolando nickte zufrieden: "Ich hab gesagt, er soll sich einfach freilaufen. Er hat’s wörtlich genommen - bis in den Strafraum hinein."

Die Gastgeber waren bedient. "Das fühlt sich wie eine Niederlage an", knurrte Torschütze Almeida. "Wir haben sie 89 Minuten im Griff gehabt. Dann - zack - Schaller. Das ist Fußball. Oder Karma."

Ein Blick in die Statistik unterstreicht das Drama: Fernandino mit mageren drei Torschüssen, Luque mit 21. Ballbesitz leicht zugunsten der Gastgeber, aber die Effizienz auf beiden Seiten ließ zu wünschen übrig. Immerhin: Es war ein Spiel voller Geschichten, Karten und Emotionen - genau das, was man an einem 14. Spieltag der paraguayischen Liga erwartet, wenn der Sonntagabend sonst nichts Spannenderes zu bieten hat.

Und während die Zuschauer das Stadion verließen, hörte man einen älteren Fan murmeln: "Wenn die Luqueños so weiterschießen, treffen sie irgendwann auch mal das Tor - vielleicht nächste Woche."

Ein schöner, leicht chaotischer Fußballabend also. Und das 1:1? Es schmeckt nach Gerechtigkeit - oder, je nach Perspektive, nach vertanzer Chance. Doch eines ist sicher: In Fernandino wird man noch lange über Minute 90 sprechen.

03.05.643994 03:20
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He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
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