Heraldo de Mexico
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Felinos lassen den Sieg in letzter Minute liegen

Es war ein lauer Märztag in Chiapas, aber auf dem Rasen des Estadio Felino brannte die Luft - zumindest in der ersten halben Stunde. 51.837 Zuschauer sahen ein Spiel, das so begann, wie es sich jeder Heimfan wünscht, und so endete, wie es kein Trainer ertragen kann: mit einem 2:2, das sich für Felinos Chiapas eher wie eine Niederlage anfühlte.

Bereits in der 13. Minute zündete Saweli Kantschelskis den Turbo auf der rechten Seite. Nach einem schnellen Doppelpass mit Samuel MacDougall zog der 23-Jährige ab - und traf. 1:0, und die Tribüne bebte. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", lachte Trainer Felino Felinos später, "aber Saweli hat wohl eine andere Wahrnehmung der Raum-Zeit." Kurz darauf jedoch - kaum hatte der Stadionsprecher den Torschützen genannt - schlug UD San Luis zurück. Alex Piane, dieser bullige Stoßstürmer mit der Eleganz eines Betonmischers, traf in der 20. Minute trocken ins Eck. 1:1, und plötzlich wurde es still wie in einer Bibliothek.

Doch nur vier Minuten später bewies Hans Simon, dass er nicht umsonst Mittelstürmer ist. Nach feiner Flanke von Paulo Ferreira sprang er am höchsten und köpfte den Ball zum 2:1 ins Netz. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass es knallt", gestand Simon nach dem Spiel mit einem Grinsen.

Zur Pause sah alles nach einem Heimsieg aus. Felinos hatte mehr Ballbesitz (56 Prozent) und die klareren Aktionen, auch wenn San Luis durch aggressives Pressing immer wieder Nadelstiche setzte. In der Kabine, so verriet ein Betreuer später, soll Trainer Felinos seine Mannschaft mit den Worten angefeuert haben: "Hört auf, schön zu spielen - spielt effektiv!"

Das taten sie dann aber nicht. Stattdessen zog San Luis nach der Pause eine Angriffswelle nach der anderen auf. Insgesamt 20 Torschüsse feuerten die Gäste ab - doppelt so viele wie die Gastgeber. Besonders Victor Staes und Ashton Hubbert schossen, als gäbe es Punkte für Zielübungen. Torhüter Charles Poe bei Chiapas wurde zum meistbeschäftigten Mann des Abends. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", sagte er hinterher. "Vielleicht sollte ich mir eine Prämie pro Parade verhandeln."

San Luis-Trainer Gerhard Münster sah seine Jungs immer mehr die Kontrolle übernehmen. "Wir haben den Ball nicht so oft gehabt, aber öfter richtig benutzt", sagte er mit trockenem Humor. Seine Wechsel (Leone kam für Besson, Barros für Lope, Goncalves für Douglas) brachten frischen Wind - und offenbar auch Glück.

Denn in der 86. Minute fiel das, was sich seit einer halben Stunde angekündigt hatte: der Ausgleich. Wieder war es Victor Staes, der nach Vorarbeit von Alex Piane den Ball ins linke Eck jagte. 2:2 - und das Stadion verstummte. Nur der kleine Gästeblock jubelte, und zwar so laut, dass man dachte, sie seien mindestens 20.000.

Die letzten Minuten? Ein verzweifeltes Anrennen der Felinos gegen einen Gegner, der plötzlich wie aus Beton gegossen stand. Kantschelskis versuchte es noch einmal - sein Schuss in der 89. Minute ging knapp über die Latte. Dann war Schluss.

"Wir hatten sie doch schon am Haken", knurrte Felinos auf der Pressekonferenz. "Aber wir haben vergessen, den Deckel draufzumachen." Kollege Münster hingegen lächelte milde: "Ein Punkt in Chiapas ist wie ein Sonnentag im April - selten, aber schön."

Faktisch bleibt festzuhalten: Felinos Chiapas dominierte optisch, San Luis schoss häufiger (20:9), war zweikampfstärker (54 Prozent gewonnene Duelle) und belohnte sich spät.

Für die Fans gab es dennoch Unterhaltung pur - vier Tore, zwei Gelbe Karten, und genug Dramatik für eine Telenovela. Ein älterer Zuschauer auf der Tribüne brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: "So ist Fußball - du denkst, du gewinnst, und am Ende gewinnst du Erfahrung."

Und irgendwo zwischen Frust und Fairplay blieb das Gefühl, dass beide Teams an diesem Abend etwas gelernt haben: Die Felinos, dass Schönheit ohne Konsequenz nichts wert ist. Und San Luis, dass Geduld manchmal das schönste Tor schießt.

Am Ende trennten sich also Felinos Chiapas und UD San Luis 2:2 - ein Ergebnis, das keiner wollte, aber jeder verdiente.

10.08.643993 23:05
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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