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FC Zell verpasst den Sieg - Oldenburg rettet Punkt mit Erfahrung und Glück

7000 Zuschauer im Zeller Stadion sahen am frostigen Abend des 7. Januar ein Spiel, das alles hatte, was man an der 3. Liga liebt: Kampf, Emotionen, ein bisschen Chaos - und ein Ergebnis, das keiner so richtig wollte. 1:1 hieß es am Ende zwischen dem FC Zell und dem VfB Oldenburg, einem Duell, in dem die Gastgeber drückten, die Gäste aber das bessere Timing hatten.

Schon nach 13 Minuten sah es so aus, als würde die Erfahrung des Oldenburger Sturmroutiniers Thijs Breed (34) den Unterschied machen. Nach feinem Zuspiel von Lasse Jakob stand Breed goldrichtig und schob eiskalt ein - ein Tor, wie es aus dem Bilderbuch des abgezockten Rechtsaußen stammt. "Ich habe einfach gespürt, dass der Ball zu mir kommt", grinste Breed später, während er sich die Schweißperlen von der Stirn wischte.

Doch Zell reagierte, als hätte jemand den Pausenkaffee schon in der 14. Minute serviert. Die Gastgeber, von Trainerin Anne Mergel mit einer zunächst defensiven, auf Konter ausgelegten Taktik eingestellt, legten plötzlich den Turbo ein. Fernando Costinha, gerade einmal 21 Jahre jung und offenbar mit einem Übermaß an Selbstvertrauen ausgestattet, prüfte Keeper Karl Koller mehrfach - erst in Minute zwei, dann wieder in der 29., und diesmal zappelte der Ball im Netz. Nach einem präzisen Querpass von Linksverteidiger Fabrizio Rocca zog Costinha trocken ab. 1:1, Gerechtigkeit hergestellt.

"Ich hatte einfach Bock, das Ding zu versenken", sagte Costinha mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen jugendlicher Unbekümmertheit und berechneter Coolness pendelte. Trainerin Mergel kommentierte trocken: "Wenn der Junge so weitermacht, muss ich ihm bald das Reden vor laufender Kamera verbieten - sonst wird er zu beliebt."

Von da an entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor - das von Oldenburg. Ganze 21 Torschüsse verzeichnete Zell, während die Gäste auf sechs kamen. Der Ballbesitz sprach mit 57 zu 43 Prozent ebenfalls eine deutliche Sprache. Doch so oft die Zeller auch anrannten, so oft stand Koller im Oldenburger Tor im Weg - oder der Ball flog, sagen wir, kreativ am Ziel vorbei.

Die zweite Halbzeit brachte mehr vom Gleichen: Zell drückte, Oldenburg verteidigte. Zwischen Minute 60 und 88 zählte man sieben Abschlüsse der Heimelf, die allesamt an Kollers Handschuhen oder den eigenen Nerven scheiterten. "Ich hatte irgendwann das Gefühl, wir könnten bis Mitternacht spielen und es würde keiner reingehen", stöhnte Kapitän Yves Sonne.

Oldenburg hingegen verließ sich zunehmend auf Routine und Robustheit. Aleandro di Catanzaro sah in der 62. Minute Gelb, Daniel Frank zog 16 Minuten später nach - beide für Fouls, die man mit gutem Willen als "ergebnisorientiert" bezeichnen konnte. Trainer Kurt Kurt - ja, er heißt wirklich so - verteidigte die Härte seiner Mannschaft: "Das ist kein Ballett, das ist Fußball. Und wenn Zell 21 Mal schießt, darf man auch mal dazwischen gehen."

Die letzten Minuten hatten dann fast etwas Komisches. In der 93. Minute humpelte Oldenburgs Lasse Jakob nach einem Zweikampf vom Feld - Verletzung, Auswechslung. "Ich wollte eigentlich noch einen Sprint anziehen", murmelte er später, "aber mein Oberschenkel hatte eine andere Meinung." Wladimir Sjusin kam für ihn, winkte kurz in die Menge - und der Schlusspfiff ertönte.

Als das Flutlicht langsam erlosch, blieb der Eindruck: FC Zell hätte den Sieg verdient gehabt, VfB Oldenburg war clever genug, ihn zu verhindern. Trainerin Mergel fasste es so zusammen: "Wir haben dominiert, aber Tore zählen nun mal, nicht Ballbesitz." Ihr Gegenüber Kurt konterte mit einem Grinsen: "Dann nehmen Sie halt den Ball mit, ich nehme den Punkt."

So endete ein Spiel, das Fußballfreunde aus zwei Lagern zufriedenstellen konnte - die einen wegen offensiver Leidenschaft, die anderen wegen taktischer Disziplin.

Ein kleines Fazit zum Schluss: Wenn man 21 Mal aufs Tor schießt und nur einmal trifft, sollte man vielleicht nicht über Pech reden, sondern über Zielwasser. Aber das ist eine andere Trainingswoche.

Das 1:1 spiegelt letztlich wider, was dieser Abend war - ein Duell zwischen jugendlicher Sturmfreude und abgewichster Routine. Zell wird sich ärgern, Oldenburg wird schmunzeln. Und irgendwo dazwischen steht der neutrale Zuschauer, der denkt: Schön, dass es solche Spiele noch gibt.

29.03.643987 13:53
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