Außenseiter
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FC Pinneberg und SG Dresden teilen sich die Punkte in zäher Flutlichtpartie

Ein kalter Februarabend, Flutlicht über der Pinneberger Arena, 3498 Zuschauer mit heißem Punsch in der Hand - und ein Fußballspiel, das alles hatte, was ein 1:1 eben so haben kann: Einsatz, Emotionen und den leisen Verdacht, dass beide Trainer danach gern noch einmal die Tafel mit den Standardsituationen studieren würden.

Von Beginn an war klar, dass der FC Pinneberg den Heimvorteil nicht herschenken wollte. Die Mannschaft von Trainer Lauritzen - pardon, heute ja in der Doppelrolle als Rechtsverteidiger und späterer Torschütze - begann mit viel Ballbesitz (am Ende stolze 56,7 Prozent) und einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein. Schon in der 14. Minute prüfte Christoph Grimm den Dresdner Keeper Stefan Probst mit einem satten Schuss aus der zweiten Reihe. "Da hat es in den Handschuhen gekribbelt", lachte Probst später. Zwei Minuten später war es Mathias Grimm, der Kollege, Namensvetter und Sturmspitze, der aus spitzem Winkel verzog.

Die SG Dresden hingegen lauerte - wie es sich für ein Team gehört, das laut Taktikzettel "offensiv, aber ohne Pressing" spielt. Trainer Maik Köppe erklärte das nachher so: "Wir wollten den Gegner kommen lassen, aber nicht zu sehr. Das hat semi-optimal funktioniert."

In der 20. Minute sah Thomas Schubert - der später noch eine Hauptrolle bekommen sollte - Gelb, nachdem er Pinnebergs Julius Baur eher rustikal vom Ball trennte. Nur zwei Minuten später folgte Mitspieler Robin Krebs mit derselben Farbe. "Ich wollte nur Hallo sagen", grinste der 19-Jährige nach dem Abpfiff.

Pinneberg blieb dran. Elf Torschüsse standen am Ende auf dem Zettel, und kurz vor der Pause belohnte sich das Heimteam. In der 44. Minute stürmte Rechtsverteidiger Emil Lauritzen mit einem Antritt, den man ihm mit 32 Jahren kaum noch zugetraut hätte, in den Strafraum und wuchtete den Ball aus 14 Metern unter die Latte - 1:0! "Ich hab einfach mal draufgehalten. Wenn ich zu lange nachdenke, geht’s meistens drüber", meinte der Torschütze lachend.

Mit dieser Führung ging es in die Kabinen, wo Pinnebergs Coach - man munkelt, er habe den Satz "Weiter so, nur bitte das zweite Tor machen" gleich dreimal wiederholt - seine Spieler auf die zweite Halbzeit einschwor. Doch die SG Dresden kam frischer zurück. Pauel Van Antwerp, der 20-jährige Mittelstürmer mit der Frisur eines 90er-Popstars, prüfte Keeper Jörg Geier gleich zweimal (61. und 79.). Zwischenzeitlich scheiterte Bernt Stoll mit einem Volleyschuss, der mehr Zuschauertrafos als den Torrahmen gefährdete.

Dann die 74. Minute: Thomas Schubert, der bereits Gelbbelastete, stahl sich auf der linken Seite frei und zog ab. Der Ball flog, Geier flog - aber leider einen halben Meter zu tief. 1:1, Ausgleich, und Dresden jubelte. Schubert ballte die Faust und rief Richtung Bank: "Hab’s doch gesagt, irgendwann geht einer rein!"

Das Spiel wogte, die Emotionen ebenfalls. Pinnebergs junger Karl Bartsch versuchte es zweimal (69. und 72.), beide Male fehlten Zentimeter. Dresden sah in der 80. Minute noch Gelb für den 17-jährigen Andrew Prentiss - sein erstes in der Oberliga. "Mein Vater hat sich gefreut, dass ich endlich auffalle", grinste der Teenager später.

Die Schlussphase gehörte wieder den Norddeutschen. Detlev Frei, der Dauerläufer mit dem eleganten Haarschnitt, zwang Probst in der 88. Minute zu einer Glanztat. Danach pfiff der Schiedsrichter ab - und die Spieler sanken gleichermaßen erschöpft wie unzufrieden auf den Rasen.

"Wir hatten genug Chancen, um das Ding zuzumachen", ärgerte sich Pinnebergs Angreifer Mathias Grimm. Lauritzen hingegen fand mildere Worte: "Ein Punkt ist besser als keiner. Und mein Tor - das nehm’ ich mit ins Wochenende."

Trainer Köppe von der SG Dresden sah es gelassen: "Wir sind zurückgekommen, das zählt. Und keiner hat sich verletzt - na ja, fast keiner."

Am Ende stand ein gerechtes 1:1, das sich anfühlte wie ein Roman, dessen Kapitel zwei noch fehlt. Die Statistik spricht leicht für Pinneberg, doch Dresden bewies Moral und Humor.

Vielleicht war es kein Spiel für die Geschichtsbücher, aber eines für die Kneipengespräche danach - mit den Worten eines Fans auf der Tribüne: "Das war nix für Feingeister, aber schön war’s trotzdem."

Und so trennten sie sich friedlich, 1:1 - zwei Tore, null Sieger, aber immerhin 3498 Geschichten für den Montagmorgen.

12.04.643990 15:59
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