// Startseite
| Sverige Fotboll |
| +++ Sportzeitung für Schweden +++ |
|
|
|
Wer am Samstagabend um halb neun ins Landskrona-Stadion kam, ahnte wohl kaum, dass er Zeuge einer regelrechten Lehrstunde in Sachen Konsequenz vorm Tor werden würde. 12.500 Zuschauer sahen ein Spiel, das mit 1:5 (1:1) endete - und in dem der FC Nauco den heimischen FC Landskrona nach allen Regeln der Kunst auseinandernahm. Dabei begann alles so hoffnungsvoll für die Gastgeber: In der 43. Minute traf Sigfrid Kraft nach feiner Vorarbeit von Harald Dahlström zum 1:0. Das Stadion bebte, Landskronas Trainer - dessen Name sich an diesem Abend wohl lieber ungenannt halten würde - ballte die Faust, und ein Zuschauer rief euphorisch: "Heute geht was!" - Nun ja. Zwei Minuten später ging etwas. Nur leider in die andere Richtung. Denn der FC Nauco antwortete umgehend. Juan Pablo Viana, der flinke Linksverteidiger mit südamerikanischem Temperament, flankte butterweich von links, und Georg Ohlsson vollendete per Direktabnahme zum 1:1-Ausgleich. "Ich habe einfach draufgehalten", sagte Ohlsson später trocken. "Und diesmal war das Tor im Weg." Nach der Pause spielte nur noch eine Mannschaft - und sie kam nicht aus Landskrona. Nauco hatte zwar mit knapp 49 Prozent Ballbesitz nicht mehr vom Spiel, aber dafür umso mehr vom Ergebnis. Ganze 25 Torschüsse verzeichneten die Gäste, während Landskrona mit vier kümmerlichen Versuchen kaum für Schweiß auf der Stirn von Keeper Quinter Deblock sorgte. In der 65. Minute dann der Dosenöffner der zweiten Halbzeit: Der erst 19-jährige Harald Lundqvist, gerade erst eingewechselt, bediente Björn Dahlin, der eiskalt zum 1:2 einschob. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Lundqvist, "aber Björn stand halt im Weg - und der Ball auch." Vier Minuten später wiederholte sich das Schauspiel: Ohlsson traf erneut, diesmal wieder nach Vorlage von Viana. Landskrona taumelte, Nauco tanzte. Die Gelben Karten für Viana (54.) und Anders Norman (78.) wirkten fast wie kleine Farbtupfer in einem ansonsten sehr einseitigen Gemälde. In der Schlussphase wurde das Ganze dann zur Galavorstellung. In der 92. Minute krönte der blutjunge Mattias Nilsson seine starke Leistung mit dem 1:4 - vorbereitet von Dahlin, der offenbar beschlossen hatte, an diesem Abend alles zu können, außer müde zu werden. Und weil es so schön war, setzte Dahlin selbst in der 96. Minute den Schlusspunkt: Nach Vorlage von Ohlsson - wer sonst - drosch er den Ball unter die Latte. 1:5. Applaus von den Gästefans, betretenes Schweigen auf der Gegengerade. Nach Abpfiff wirkte Nauco-Trainer Mr. Hawk fast stoisch gelassen. "Wir haben einfach gespielt, wie wir trainieren: ohne Angst, aber mit Spaß", sagte er - und lächelte, als hätte sein Team gerade ein Trainingsspiel gewonnen. "Die Jungs wollten sich heute austoben." Landskronas Torhüter Sigurd Lundqvist hingegen stapfte mit hängenden Schultern vom Platz. Auf die Frage nach der Abwehrleistung antwortete er nur: "Ich hoffe, jemand hat wenigstens die Tornetze gezählt - die haben heute mehr gehalten als wir." Statistisch gesehen war das Ganze fast paradox: Landskrona hatte mit 50,9 Prozent leicht mehr Ballbesitz, aber Nauco spielte, als hätte der Ball ihnen gehört. Die Gäste gewannen 58 Prozent der Zweikämpfe, und jeder Angriff schien gefährlich. Wenn nicht Ohlsson, dann Dahlin. Wenn nicht Dahlin, dann der Teenager Nilsson. Und wenn wirklich gar nichts ging, dann probierte es Kurt Fröhlich einfach aus jeder Lage - acht Torschüsse allein von ihm. In der 88. Minute, als Landskrona noch einmal zaghaft nach vorne spielte, rief ein Fan verzweifelt: "Schießt wenigstens aufs Tor!" - Sigurd Nilsson tat ihm den Gefallen. Leider parierte Deblock mühelos. So endete ein Abend, der eigentlich als Befreiungsschlag gedacht war, als schmerzhafte Erinnerung daran, dass Mut allein keine Punkte bringt. "Wir müssen uns schütteln", murmelte ein sichtlich konsternierter Sigfrid Kraft. "Und vielleicht mal wieder das Tor treffen, ohne dass es danach fünfmal klingelt." Für den FC Nauco dagegen war es ein Feuerwerk - jung, hungrig, effizient. Oder, wie es Mr. Hawk zum Abschied formulierte: "Wenn du fünf Tore auswärts machst, darfst du den Bus mit einem Lied verlassen." Ob sie das taten, ist nicht überliefert. Sicher ist nur: In Landskrona wird man dieses 1:5 noch eine Weile hören. 01.04.643990 23:45 |
Sprücheklopfer
Das ist Wahnsinn! Da gibt's Spieler im Team, die laufen noch weniger als ich!
Toni Polster nach einer Niederlage