Sverige Fotboll
+++ Sportzeitung für Schweden +++

FC Nauco zerlegt FC Sirius - Paulsson tanzt, Sirius taumelt

Es gibt Spiele, die lassen sich schwer in Worte fassen - und dann gibt es Partien wie diese, in denen der FC Nauco am 13. Spieltag der 1. Liga Schweden den FC Sirius mit 7:0 aus dem Stadion schießt. 22.934 Zuschauer im Nauco-Park rieben sich ungläubig die Augen, als ihr junges Team phasenweise Fußball zum Niederknien bot. Der 19-jährige Vilhelm Paulsson, der aussieht, als würde er noch zwischen Schulbank und Kabine pendeln, erzielte gleich drei Treffer (8., 40., 81.) und wurde am Ende vom Publikum mit Standing Ovations verabschiedet - obwohl er gar nicht ausgewechselt wurde.

"Ich wollte eigentlich gar nicht so viel schießen", grinste Paulsson nach dem Spiel. "Aber die Jungs meinten, ich soll’s einfach versuchen - und ich dachte: Warum eigentlich nicht?" Warum nicht, in der Tat. Sirius hätte an diesem Abend vermutlich auch dann kein Tor erzielt, wenn man ihnen das Tor etwas breiter gemacht hätte.

Schon die Anfangsphase ließ ahnen, wohin die Reise geht. In der 8. Minute traf Paulsson nach einer butterweichen Flanke von Innenverteidiger Paul Simard, der offenbar beschlossen hatte, den Abend offensiv zu verbringen. Drei Minuten später legte Martin Pfeiffer nach, eiskalt nach Pass von Josef Mattson - das 2:0, und die Gäste schauten ratlos in Richtung ihrer Bank. Trainer Hawk auf Seiten Naucos stand mit verschränkten Armen da und nickte zufrieden. "Wir wollten über die Flügel kommen", erklärte er später trocken. "Und das hat irgendwie funktioniert."

Das "irgendwie" war eine charmante Untertreibung, denn Nauco spielte Sirius phasenweise schwindelig. Selbst ein kleiner Dämpfer - Mattsons Verletzung in der 37. Minute - brachte den Spielfluss nicht ins Stocken. Ersatzmann Harald Lundqvist kam und traf prompt in der 51. Minute selbst zum 4:0. Davor hatte Paulsson in der 40. Minute schon seinen zweiten Treffer markiert - nach Vorlage von Björn Dahlin, der das linke Mittelfeld zur persönlichen Spielwiese erklärte.

Sirius, das laut Statistik sogar minimal mehr Ballbesitz hatte (51 Prozent), brachte in Wahrheit kaum Struktur zustande. Acht Torschüsse verzeichnete die Auswärtsmannschaft, aber keiner davon brachte Nauco-Keeper Baltsar Dahlin ernsthaft in Bedrängnis. Nach dem Spiel meinte er augenzwinkernd: "Ich hatte Zeit, mir Gedanken über’s Abendessen zu machen."

In der 55. Minute war es dann Georg Ohlsson, der nach einem Doppelpass mit Mattias Nilsson das 5:0 erzielte. Nilsson selbst durfte sich zehn Minuten später mit einem eigenen Treffer belohnen - das 6:0, diesmal nach Vorarbeit von Pfeiffer. Und als das Publikum schon begann, den Torjubel im Kanon zu üben, setzte Paulsson in der 81. Minute den Schlusspunkt. Nilsson, wieder als Vorlagengeber, bediente den Youngster mustergültig - 7:0, und die Nauco-Fans sangen sich heiser.

Auf der Gegenseite herrschte betretenes Schweigen. Sirius-Trainer - dessen Name die Liga-Geschichte wohl gnädig vergessen wird - sagte nur: "Wir haben versucht, kompakt zu stehen. Leider waren wir dann kompakt falsch." Eine treffende Analyse. Sein Torwart Göran Bloch, der an diesem Abend 23 Schüsse auf sein Gehäuse abwehren musste, winkte müde ab: "Wenn du sieben Stück kriegst, willst du eigentlich nur noch duschen."

Statistisch liest sich das Spiel wie ein Lehrbuchbeispiel für Effektivität: Nauco mit 23 Torschüssen und sieben Treffern, Sirius mit acht Schüssen und null Erfolgserlebnissen. Ballbesitz fast ausgeglichen, Zweikampfquote knapp zugunsten der Gastgeber (54:46) - und doch war der Unterschied auf dem Platz ein Ozean.

Nach Abpfiff standen einige Sirius-Spieler lange auf dem Rasen, als könnten sie nicht glauben, was passiert war. Vilhelm Paulsson hingegen wurde von seinen Mitspielern beinahe auf Händen getragen. "Er erinnert mich an einen jungen Zlatan", flüsterte ein Fan, der sich vom Bierstand herüberlehnte - worauf sein Kumpel trocken antwortete: "Zlatan hat nie drei Tore gegen Sirius gemacht."

So bleibt von diesem Abend vor allem die Erkenntnis, dass der FC Nauco eine Generation junger Spieler besitzt, die nicht nur laufen, sondern auch lachen kann. Trainer Hawk fasste es mit einem verschmitzten Lächeln zusammen: "Ich sag den Jungs immer: Wenn ihr Spaß habt, kommt der Rest von allein. Heute hatten sie offensichtlich sehr viel Spaß."

Ein Spiel wie aus einem Guss, ein Gegner wie im falschen Film - und ein Teenager, der zum Star des Abends wurde. Der FC Nauco hat an diesem Samstagabend nicht nur drei Punkte eingefahren, sondern ein Ausrufezeichen gesetzt, das man in Schweden noch lange hören wird. Und irgendwo in Uppsala, der Heimat des FC Sirius, wird man sich fragen: War das wirklich Fußball - oder ein besonders grausames Experiment?

30.03.643994 11:28
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