Sverige Fotboll
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FC Nauco stolpert zuhause - Ersboda BK siegt eiskalt mit 2:1

Es war einer dieser Abende, an denen der Ball einfach nicht da hin wollte, wo ihn 25.377 Fans gerne gesehen hätten: ins Tor des Gegners. Der FC Nauco verlor am Dienstagabend im heimischen Stadion mit 1:2 gegen den clever auftretenden Ersboda BK, der seine Chancen eiskalt nutzte - und das, obwohl Nauco über weite Strecken die Spielkontrolle besaß.

Die Partie begann mit viel Schwung, und bereits in der 16. Minute bebte die Arena. Martin Pfeiffer, der quirlige Linksaußen, traf nach Vorarbeit von Björn Dahlin zum 1:0. "Ich hab den Ball einfach mal draufgehalten, manchmal darf man nicht denken", grinste Pfeiffer später, während er sich bei der Presse noch die Schweißperlen von der Stirn wischte.

Doch die Freude währte ganze zwei Minuten. Ersboda konterte eiskalt: Rudolf Uggla nutzte einen Stellungsfehler in der Nauco-Abwehr und drückte den Ball nach Pass von Innenverteidiger Jordi Herreros über die Linie - 1:1. "Wir wollten sofort antworten. Wenn die uns wecken, dann stehen wir halt früh auf", meinte Ersbodas Trainer Piel Juergen mit einem Augenzwinkern nach der Partie.

Danach entwickelte sich ein munteres Hin und Her. Nauco hatte mehr Ballbesitz - satte 58,5 Prozent -, spielte gefällig über die Flügel, wie es Trainer Mr Hawk wohl im Schlaf predigt. Doch Ersboda stand kompakt, bissig und lauerte. In der 41. Minute kam die kalte Dusche: Adam Hoskins, der bullige Mittelstürmer der Gäste, köpfte eine butterweiche Flanke von Asier Quaresma wuchtig ins Netz. 1:2 - und das Stadion wurde plötzlich ganz still.

"Wir haben in der Phase einfach geschlafen", ärgerte sich Naucotrainer Hawk. "Zweimal nicht aufgepasst, zweimal bestraft - das ist kein Zufall."

Nach der Pause drückte Nauco. Pfeiffer blieb der auffälligste Mann, scheiterte aber in der 52. und 72. Minute jeweils am glänzend reagierenden Jesper Karlson im Tor der Gäste. Der Keeper war an diesem Abend der Fels in der Brandung, auch wenn er kurz vor Schluss nach einem Zusammenprall kurz behandelt werden musste. "Ich hab noch alle Finger dran", scherzte Karlson nach dem Spiel.

Ersboda verteidigte leidenschaftlich, manchmal auch mit der gelben Karte als Trophäe: Gleich viermal zückte der Schiedsrichter Gelb gegen die Gäste - Grenier (22.), Nuno (68.), Mikael Uggla (78.) und in der Nachspielzeit sogar noch Alfred Abelson (94.). "Wenn man Zweikämpfe gewinnen will, muss man eben auch mal ein bisschen weh tun", kommentierte Piel Juergen trocken.

FC Nauco versuchte es bis zuletzt: Der eingewechselte Youngster Vilhelm Paulsson brachte frischen Wind, hatte in der 84. Minute noch eine große Chance, setzte den Ball aber knapp über die Latte. Selbst Innenverteidiger Joshua Marley tauchte in der 42. Minute gefährlich im gegnerischen Strafraum auf - doch der Ballbesitz von 58 Prozent und die neun Torschüsse blieben kalt wie der Wind, der über den Rasen pfiff.

Kurz für Aufsehen sorgte die 65. Minute, als Keeper Quinter Deblock verletzt runter musste. Der 19-jährige Ersatzmann Tiburtius Johansson kam zu seinem Debüt in der 1. Liga und hielt solide. "Ich hatte eigentlich nicht mal gedacht, dass ich heute spiele", sagte der Teenager schüchtern - und bekam von Trainer Hawk ein klopfendes "Gut gemacht, Junge" auf die Schulter.

Am Ende blieb es beim 1:2. Ersboda feierte ausgelassen, während sich FC Nauco vor enttäuschter Kulisse in die Kabine schlich. "Wir hätten das Spiel nie verlieren dürfen", haderte Kapitän Dahlin. "Aber Fußball ist manchmal wie ein schlechter Witz - man lacht nicht, sondern weint."

Die Statistik spricht eine bittere Sprache: Mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, bessere Zweikampfquote - und trotzdem keine Punkte. Ersboda BK hingegen zeigte, was Effizienz bedeutet. Sieben Schüsse, zwei Tore - das nennt man wohl nordische Kälte in Reinform.

Vielleicht war es bezeichnend, dass sich Coach Juergen nach Abpfiff mit einem trockenen "Wir haben einen Plan - wir halten ihn einfach ein" verabschiedete, während Mr Hawk nur den Kopf schüttelte und murmelte: "Ich hätte gern mal so viel Glück wie die."

Ein ironisches Schlusswort? Vielleicht dieses: In Nauco wird man sich an diesen Abend erinnern - nicht, weil man schlecht war, sondern weil der Fußball wieder einmal bewiesen hat, dass er kein Freund der Gerechtigkeit ist. Doch eines ist sicher: Wenn Pfeiffer weiter so spielt, wird er bald wieder treffen. Nur vielleicht beim nächsten Mal auch zum Sieg.

03.09.643993 04:01
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Einige Leute müssen hier im Hintergrund ihre Profilneurosen ausleben. Wenn dieser kleinkarierte Käse so weitergeht, dann geh' ich nach Sylt und bau' Sandburgen.
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