Sverige Fotboll
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FC Nauco fliegt über die Flügel - Östers FF stolpert ins neue Jahr

Ein kalter Januarabend, 12.500 Zuschauer im Myresjöhus Arena, und ein Spiel, das eigentlich gemütlich losging - bis FC Nauco beschloss, dass der Winter kein Grund ist, das Toreschießen einzustellen. Am Ende hieß es 3:1 für die Gäste, und die Fans von Östers FF wärmten sich nur noch an den Erinnerungen an Felix Mattsons zwischenzeitlichen Ausgleich.

Schon in der 13. Minute wurde es laut. Der 19-jährige Mattias Nilsson, der aussieht, als wäre er gerade erst von der U21 hochgezogen worden - was er wohl auch ist -, zog nach Vorarbeit von Björn Dahlin aus zentraler Position ab. Der Ball schlug unten links ein, und Östers-Keeper Josef Abramson streckte sich vergeblich. "Ich hab’ gedacht, der Junge schießt noch den Schnee vom Ball", grinste Trainer Mr Hawk später, "aber er hat einfach draufgehalten."

Östers FF brauchte eine Weile, um zu merken, dass das neue Jahr kein Selbstläufer wird. Doch in der 37. Minute kamen sie zurück: Anton Johansson flankte butterweich von rechts, und Felix Mattson, der wohl dachte, sein Vornamensvetter bei Nauco hätte genug Aufmerksamkeit bekommen, köpfte den Ball ins Netz. 1:1 - und kurzzeitig roch es nach einem ausgeglichenen Spiel.

Die Statistik zur Pause spiegelte das wider: 51 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber, aber schon da schossen die Nauco-Spieler aus allen Lagen. 9 Torschüsse zur Halbzeit - gegen 3 von Öster. "Wir wollten das Spiel kontrollieren", meinte Östers-Coach (der sich nach dem Schlusspfiff nur seufzend äußern wollte), "aber Kontrolle ist halt auch nur ein Wort."

Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, da zeigte sich das Problem: Nauco hatte wieder Lust. In der 48. Minute stürmte Rechtsverteidiger Anders Norman nach vorn, als hätte er vergessen, dass er kein Flügelstürmer ist. Nach einem cleveren Doppelpass mit - natürlich - Björn Dahlin, drosch er den Ball aus spitzem Winkel unter die Latte. 2:1. Der Jubel der Nauco-Spieler war laut, aber noch lauter war Mr Hawks Lachen an der Seitenlinie. "Ich sag’s den Jungs immer: Wenn du als Verteidiger schon so weit vorne bist, mach wenigstens was draus."

Östers versuchte, mit ruhigem Passspiel zurückzukommen, doch jeder Versuch endete in einem Nauco-Konter oder einem verzweifelten Abschluss. Ake Abelson prüfte Torwart Baltsar Dahlin (ja, auch ein Dahlin - die Familie scheint den schwedischen Fußball zu bevölkern) in der 50. Minute, doch der blieb cool.

Dann kam die Schlussphase, und alles, was Östers noch hielt, waren die kalten Finger der Fans. Nauco drückte, schoss, drückte wieder - insgesamt 18 Torschüsse, fast viermal so viele wie die Gastgeber. In der 95. Minute war’s dann endgültig vorbei: Martin Pfeiffer, der schon vorher Chancen im Minutentakt gesammelt hatte, traf nach Vorarbeit von Kurt Fröhlich zum 3:1-Endstand. Fröhlich grinste danach: "Ich wollte eigentlich selbst schießen, aber Martin stand so schön frei - und ich wollte wenigstens einmal in meiner Karriere fürs Abspielen gelobt werden."

Die letzten Minuten waren dann mehr Eishockey als Fußball: Gelbe Karten für Anders Norman (84.) und Juan Pablo Viana (96.), dazu ein etwas übermotivierter Tritt von Östers-Mittelfeldmann Yannick Koller, der in der 77. Minute ebenfalls Gelb sah. Mr Hawk kommentierte das trocken: "Das war kein hartes Spiel. Das war ein ehrliches Spiel. Und ehrlich gesagt: Wir waren einfach besser."

Die Statistiken bestätigen seine Sicht: 18:5 Torschüsse, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe, dazu drei verschiedene Torschützen - eine Demonstration mannschaftlicher Breite. Östers hatte zwar etwas mehr Ballbesitz, aber das half ihnen so viel wie ein Regenschirm im Schneesturm.

Nach dem Schlusspfiff standen die Nauco-Spieler Arm in Arm vor den mitgereisten Fans, während die Öster-Spieler in Richtung Kabine trotteten. Felix Mattson, der Torschütze der Hausherren, blieb kurz stehen und meinte: "Wir haben uns bemüht. Aber bemühen gibt keine Punkte."

Vielleicht war das das treffendste Fazit des Abends. FC Nauco spielte nicht spektakulär, aber effizient - und das ist bekanntlich die skandinavische Form von Romantik.

Am Ende ging das Flutlicht aus, der Schnee fiel leise, und nur ein Zuschauer wurde beim Verlassen des Stadions gehört: "Wenn Nauco so weiterspielt, kaufen wir uns nächstes Jahr lieber eine Karte für deren Heimspiele." Ein Satz, der wohl mehr über diesen Abend sagt als jede Statistik.

11.07.643987 18:50
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Wenn für Ze Roberto jemand 30 Millionen bietet, kann er sein Auto putzen und dann ab über die Alpen.
Rainer Calmund
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