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FC Kreuzberg verspielt Führung - Kiel tanzt im Berliner Regen

57255 Zuschauer waren am 24. Spieltag der 1. Liga Deutschland im Kreuzberger Stadion Zeuge eines Abends, der zunächst nach einem Berliner Fußballmärchen aussah - und dann in ein norddeutsches Lehrstück über Geduld, Effizienz und Humorlosigkeit mündete. Am Ende stand ein 2:3 (2:1) aus Sicht des FC Kreuzberg, das die Hausherren mit einem schmerzhaften Seufzer in die Kabine schickte.

Dabei hatte alles so hoffnungsvoll begonnen. Schon in der 13. Minute jagte Aitor Alvar, der flinke Rechtsaußen, den Ball nach Vorarbeit von Wouter van der Elst unter die Latte. Der Jubel hallte minutenlang durch die Ränge. "Ich hab’ einfach mal draufgehalten - und gehofft, dass er nicht im Park landet", grinste Alvar später.

Doch die Freude dauerte exakt zwei Minuten. Holsteins Pedro Domingos, ein Mann, der aussieht, als könne er mit jedem Schritt eine Welle lostreten, glich in der 15. Minute eiskalt aus. Laurent Demers hatte das Leder lang in den Strafraum geflankt, Domingos nahm’s volley - und plötzlich war es still im Block C. "Wir wussten, dass sie da wach sein müssen", sagte Kiel-Coach Jason Voorhees danach mit dem Lächeln eines Mannes, der wohl auch im Nebel eines Horrorfilms ruhig bleiben würde.

Aber Kreuzberg wäre nicht Kreuzberg, wenn es nicht trotzig zurückschlagen würde. In der 28. Minute schickte Ion Stancu seinen Kollegen Ashton MacQuarrie steil. Der Schotte, dessen Frisur eher nach Punkkonzert als nach Bundesliga aussieht, traf trocken ins lange Eck. 2:1 - und Trainer Atze Matze ballte die Faust so laut, dass man’s bis zur Admiralsbrücke hörte.

Zur Pause schien die Welt also in Ordnung. Die Gastgeber hatten etwas weniger Ballbesitz (45 Prozent), aber mehr Herzblut. "Wir haben richtig Bock gehabt", sagte Matze, "nur leider dauert ein Spiel länger als 45 Minuten."

Denn nach dem Seitenwechsel drehte Kiel unauffällig, aber zielstrebig auf. In der 49. Minute traf Mario Alves nach einer feinen Flanke von Matthias Rombaut zum 2:2. Kreuzbergs Keeper Arne Henkel sah dabei aus, als wolle er lieber den Ball adoptieren, statt ihn abzuwehren. Fünf Minuten später folgte der endgültige Stich: Vincent Makukula nickte eine präzise Hereingabe von Pedro Caballero zum 2:3 ein - und das Stadion sank in kollektives Schweigen.

Kiel hatte nun alles im Griff. 55 Prozent Ballbesitz, 14 Torschüsse, eine Passquote, die nach nordischer Präzision roch. Kreuzberg kämpfte, rannte, schwitzte - und sammelte Gelbe Karten. Ignacio Arrieta (35.) und van der Elst (46.) holten sich Erinnerungen vom Schiedsrichter, die sie wohl lieber vergessen würden.

Als Atze Matze in der 65. Minute den jungen Samuel Lorring brachte, um frischen Wind ins Mittelfeld zu bringen, rief ein Fan hinter der Trainerbank: "Frischer Wind? Wir brauchen einen Orkan!" Der Trainer drehte sich kurz um, grinste und konterte: "Der ist schon bestellt, aber Lieferzeit 90 Minuten!"

Doch der Orkan blieb aus. Kiel verteidigte clever, ließ Kreuzberg kaum noch zur Entfaltung kommen. Die letzte Viertelstunde brachte mehr Frust als Chancen. Ingo Cabrero scheiterte in der 74. Minute am glänzend reagierenden Torhüter Jermolai Chlystow, und MacQuarrie drosch in der 84. Minute den Ball in Richtung Oberbaumbrücke.

"Wir haben’s einfach nicht zu Ende gespielt", gab Kapitän Arrieta später zu. "Vielleicht dachten wir in der Halbzeit, dass zwei Tore schon reichen. Aber Kiel hat uns gezeigt, dass Denken im Fußball gefährlich sein kann."

Jason Voorhees dagegen war zufrieden: "Wir bleiben ruhig, spielen unseren Plan - und am Ende fällt der Ball rein. So einfach ist Fußball, manchmal."

Statistisch sah das Ganze dann auch so klar aus, wie das Ergebnis vermuten lässt: 14 Torschüsse für Kiel, nur 10 für Kreuzberg, dazu 52,5 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Gäste.

Taktisch blieb es ein Duell zweier offensiv denkender Teams - beide begannen mit offensiver Ausrichtung, aber während Kiel kontrolliert blieb, ging Kreuzberg zunehmend ins Risiko. Manchmal zu sehr.

Als der Schlusspfiff ertönte, stand Atze Matze ratlos am Spielfeldrand, den Blick auf die Anzeigetafel gerichtet. "Zwei Tore daheim, trotzdem null Punkte - das ist wie ein Döner ohne Soße", murmelte er in die Mikrofone.

Ein treffendes Bild für einen Abend, an dem die Berliner heiß anfingen und kalt endeten - während Holstein Kiel mit nordischer Gelassenheit drei Punkte in den Bus packte.

Und irgendwo auf der Tribüne meinte ein alter Kreuzberg-Fan zum Abschied: "Schöner Fußball, aber Punkte gibt’s dafür keine. Vielleicht nächste Woche - wenn der Wind endlich ankommt."

16.11.643987 01:42
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Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport und nichts für Tunten.
Axel Kruse nach einer roten Karte
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