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FC Elmshorn verliert turbulentes Heimspiel: Bremen dreht Partie nach der Pause

Es war einer dieser Abende im Elmshorner Stadion, an denen man sich fragt, ob Fußballgötter Humor haben. 21.887 Zuschauer sahen am 6. Spieltag der 3. Liga, wie der FC Elmshorn ein scheinbar sicheres Spiel mit 2:3 gegen den SV Bremen noch aus der Hand gab - trotz mehr Ballbesitz, mehr Torschüssen und, ehrlich gesagt, der schöneren Frisuren.

Dabei fing alles so vielversprechend an. Schon in der 14. Minute ließ Gerrit Dorlan die Tribüne beben. Nach feinem Zuspiel von Marcos Granados nagelte der Mittelfeldmotor den Ball aus gut 20 Metern unhaltbar ins Netz. Trainer Rolly Kiezkicker ballte die Faust, und ein Zuschauer auf der Haupttribüne rief euphorisch: "Das wird heute zweistellig!" - prophetische Worte, nur leider für den falschen Verein.

Elmshorn dominierte die erste Halbzeit nach Belieben. 57 Prozent Ballbesitz, 16 Torschüsse insgesamt - aber Effizienz war eher Mangelware. "Wir hätten die in der ersten Halbzeit abschießen müssen", knurrte nach dem Spiel Ralf Neubauer, der später selbst noch treffen sollte.

In der Kabine muss Bremens Trainer Jack Schlakowski dagegen ein rhetorisches Feuerwerk abgefackelt haben. "Ich habe nur gesagt: Jungs, ihr spielt wie im Winterschlaf - und das war’s", grinste er nach Abpfiff. Und siehe da: Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, drehte sich das Spiel.

Erst John Pelletier (51.) nach Vorlage von Routinier Jerome Savard, dann Johannes Hummel (60.) und schließlich Leo Caroll (65.) - Bremen traf gleich dreimal innerhalb von 14 Minuten. Elmshorns Abwehr wirkte in dieser Phase, als hätte sie kollektiv beschlossen, den Gästen eine kleine Stadtrundfahrt durch den eigenen Strafraum zu gönnen.

Torhüter Lucas Baumann, der in der ersten Halbzeit kaum etwas zu tun gehabt hatte, schimpfte nach Carolls Treffer lautstark: "Ich brauch hier vorne eine Eintrittskarte, so viele Gäste laufen hier rum!" Doch es half nichts. Bremen spielte plötzlich mit langen Bällen, kompromisslos, zielstrebig - und Elmshorn fand keine Antwort.

Trainer Kiezkicker reagierte prompt, wechselte zur Pause gleich dreimal: Boyer kam für Granados, der junge Yves Fortin ersetzte den müden Tom Albert, und Ignacio Ordonez übernahm die linke Seite. Fortin war es dann auch, der in der 69. Minute den Anschlusstreffer vorbereitete. Seine Flanke segelte perfekt auf Ralf Neubauer, der wuchtig zum 2:3 einköpfte. Das Stadion erwachte, die Hoffnung war zurück.

Doch Bremen verteidigte, als hinge das eigene Leben davon ab. Innenverteidiger Jacques Letourneur, frisch eingewechselt, grätschte, blockte und dirigierte, als sei er der uneheliche Sohn von Beckenbauer und einem Bulldozer. "Ich hab einfach alles reingeworfen - außer meine Brotbox", lachte er später in der Mixed Zone.

Elmshorn rannte an, schoss aus allen Lagen - Dorlan, Boyer, Neubauer, selbst der junge Fortin probierte es noch einmal in der 86. Minute. Doch der Ball wollte einfach nicht mehr über die Linie. Bremen konterte gelegentlich gefährlich, ehe in der 80. Minute Savard nach einem Zweikampf verletzt vom Feld humpelte - ein kleiner Wermutstropfen für die Gäste.

Am Ende blieb es beim 2:3. Die Statistik liest sich wie ein schlechter Witz: 16 Schüsse Elmshorn, 9 Bremen. Mehr Ballbesitz und mehr Zweikämpfe für die Gastgeber - und doch keine Punkte. "Fußball ist manchmal wie ein schlechter Witz, nur lacht keiner", sagte Kiezkicker mit Galgenhumor auf der Pressekonferenz.

Bremens Coach Schlakowski grinste da schon wieder breit: "Wir hatten heute einfach den längeren Atem - und vielleicht den besseren Kaffee in der Halbzeit."

Während die Bremer Fans jubelten, saßen einige Elmshorner Spieler noch minutenlang auf dem Rasen. Gerrit Dorlan starrte ins Leere, Neubauer klopfte ihm auf die Schulter. "Beim nächsten Mal hauen wir die Dinger rein", murmelte er.

Vielleicht. Aber an diesem Abend war Elmshorn der tragische Held einer Partie, die an Dramatik kaum zu überbieten war - und Bremen der lachende Dritte, der sich mit drei Punkten im Gepäck auf die Heimfahrt machte.

Oder, um es mit den Worten eines Fans zu sagen, der beim Verlassen des Stadions den Nagel auf den Kopf traf: "Schön gespielt, aber Punkte gibt’s halt nicht für Ästhetik."

Und so endete ein unterhaltsamer Fußballabend mit einer bitteren Erkenntnis: Wer vorne nicht trifft, kriegt hinten die Quittung - in diesem Fall gleich dreimal.

29.03.643987 14:18
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Was der Rudi Bommer heute mit seinen 800 Jahren geleistet hat, war schon phänomenal.
Dragoslav Stepanovic
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