Jamaica News Bulletin
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Falmouths Offensivfeuerwerk überrollt die Junglists - 3:0-Auswärtssieg in Kingston

Kingston - 40.740 Zuschauer hatten sich am Samstagabend im National Stadium versammelt, um ihre Kingston Junglists zum ersten Heimsieg der Saison zu tragen. Am Ende gingen sie mit hängenden Köpfen nach Hause - und das nicht, weil das Bier ausging. Die Falmouth Villagers zeigten, was man unter "Offensivfreude mit nordischer Präzision" versteht, und gewannen verdient mit 3:0.

Von Beginn an übernahmen die Gäste das Kommando, obwohl der Ballbesitz (52 Prozent für Kingston) etwas anderes suggerieren mag. Doch während die Junglists den Ball liebevoll im Mittelfeld zirkulieren ließen, schossen die Villagers aus allen Lagen. Ganze 22 Torschüsse verzeichneten die Statistiker, und man hatte den Eindruck, dass sogar der Busfahrer der Gäste einmal abziehen wollte.

Bereits in der 19. Minute zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz. Lucas Huxley, der zentrale Mittelfeldspieler der Villagers, zog aus gut 20 Metern ab - wuchtig, präzise, unhaltbar. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du nicht schießt, kannst du auch nicht treffen", grinste Huxley später. Die Vorlage kam von Rechtsverteidiger Serafim Choutos, der kurz darauf mit Gelb verwarnt wurde, "weil ich ein bisschen zu begeistert gefeiert habe", wie er lachend erklärte.

Kingstons Trainer Andreas Müller sah da schon wenig begeistert aus. "Wir hatten eigentlich einen Plan", murmelte er nach dem Spiel, "aber Falmouth hatte wohl den besseren." Sein Team kam zwar auf vier Torschüsse - doch mehr als warme Luft war da nicht drin. Der auffälligste Angreifer, Roberto Viqueira, versuchte es in der 63. Minute mit einem beherzten Schuss, den Gäste-Keeper Yanik Seiler allerdings seelenruhig pflückte.

In der 55. Minute fiel dann die Vorentscheidung: Aki Lampi, Falmouths bulliger Mittelstürmer, verwertete eine butterweiche Vorlage von Huxley zum 2:0. Lampi drehte jubelnd ab, während Müller an der Seitenlinie den Kopf schüttelte. "Ich dachte, der war im Abseits", meinte der sichtlich genervte Junglists-Coach, "aber der Linienrichter hatte wohl bessere Augen als ich."

Danach wirkten die Gastgeber wie ein Boxer in der achten Runde - immer noch stehend, aber nicht mehr gefährlich. Selbst die sonst so leidenschaftlichen Fans auf der Westtribüne sangen irgendwann nur noch halbherzig. Die Villagers spielten ihr Ding souverän herunter, und Trainer Hermann Tüllinghoff konnte sich entspannt zurücklehnen. "Wir wollten aggressiv pressen, lange Bälle spielen und ihre Defensive beschäftigen - das hat funktioniert", analysierte der Coach trocken.

Ein kleiner Aufreger kam noch in der Schlussphase, als Kingstons Viqueira (84.) und Castellani (85.) kurz nacheinander Gelb sahen. "Das war Frust, ganz klar", meinte Müller später. "Wenn du so unter die Räder kommst, willst du wenigstens ein Zeichen setzen. Nur leider war’s das falsche."

Den Schlusspunkt setzte dann der jüngste Mann auf dem Platz. Der 19-jährige Guy Young, erst in der 81. Minute eingewechselt, traf in der 89. Minute zum 3:0-Endstand. Die Vorlage kam von Oldie Jasper Van Achte (35), der damit endgültig zur Vaterfigur der Mannschaft avancierte. "Ich hab ihm vorher gesagt: Junge, wenn du reinkommst, mach was draus", erzählte Van Achte nach dem Schlusspfiff mit einem Augenzwinkern. Young grinste schüchtern: "Ich wollte einfach nicht, dass Opa umsonst läuft."

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: 22:4 Torschüsse, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe für die Villagers und ein Pressing, das die Gastgeber immer wieder zur Verzweiflung brachte. Selbst Kingstons Keeper Stephane Achard konnte einem leidtun - er rettete, was zu retten war, aber gegen die Wucht der Gäste war kein Kraut gewachsen.

Falmouths Trainer Tüllinghoff zeigte sich nach dem Schlusspfiff zufrieden, aber nicht euphorisch: "Drei Punkte sind drei Punkte. Wir wissen, dass es auch wieder andere Tage geben wird." Andreas Müller dagegen wirkte ratlos. Auf die Frage, wie er seine Mannschaft aufbauen wolle, sagte er trocken: "Mit Schlaf. Viel Schlaf."

Ein humorloses Fazit? Vielleicht. Aber nach einem 0:3 vor heimischem Publikum darf man auch mal die Ironie verlieren. Die Villagers allerdings dürfen weiterträumen - vom Titel, vom nächsten Torrausch, und vielleicht auch davon, dass ihr Busfahrer beim nächsten Mal wirklich einen Torschuss bekommt.

Und die Junglists? Die sollten sich daran erinnern, dass Ballbesitz allein noch kein Spiel gewinnt. Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions seufzte: "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore - ist doch auch was."

17.03.643987 15:05
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